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Freitag, 19. April 2013

Die Zukunft auf dem Radar: Koblenzer Tag 2013 von THALES

Koblenz (ww) Unter dem Motto „Führen und Aufklären, Schützen, Vernetzen“ stand der Koblenzer Tag 2013 - Vernetzte Sicherheit von THALES.

Bodenüberwachungsradar "Ground Observer 80" auf Dingo. Foto: JPW
Vom 17. bis zum 18. April präsentierte der europäische Verteidigungs- und Sicherheitskonzern auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 51 in Koblenz eine große Auswahl seiner Produkte und Aktivitäten.
Die Ausstellung gliederte sich in fünf Hauptbereiche: Verteidigung (Defence), Sicherheit (Security), Transport (Transportation), Luftraum (Aeropsace) und schließlich Weltraum (Space). Der Defence-Bereich bildete naturgemäß den größten Sektor. Er sprach alle Teilstreitkräfte und militärischen Organisationsbereiche an.

Insbesondere für Infanterie und spezialisierte Kräfte zeigte der Konzern seine gesamte Bandbreite an Nachtsichtbrillen (z. B. Lucie 2, BONIE-M, BONIE-2) und Fernmeldemittel (z. B. die SOLAR-400-Familie oder das TRC9110 für IdZ-2/Gladius).

Nachtsichtbrille LUCIE-2. Foto: JPW
Erstmals in Europa zu sehen war das Handgerät MBITR2, das zwei Funkgeräte – Schmalband und Breitband – in einem vereint. Für den Empfang von Full Motion Video-Daten gibt es das brandneue FMV-Module, mit denen sich z. B. Bildfunkdaten zur Darstellung auf einem Display empfangen lassen. Diese Lösung ist besonders für TACP-Anwendungen interessant.
Die Modular Battery Charging Unit (MBCU) lässt sich in eine Vielzahl von Plattformen einrüsten und bietet jede Menge an Auflademöglichkeiten für die unterschiedlichsten Akkus.
Ladegerät MBCU und MBITR2 (vorne). Foto: JPW

Einen weiteren großen Raum nahm die Vernetzung des IdZ-2/Gladius ein. In Kooperation mit der Infanterieschule war hier nicht nur die komplette Mannausstattung des deutschen Infanteristen der Zukunft zu sehen. Vielmehr konnten die Besucher auch Blicke in die Infanteriegruppen- sowie die Gefechtsstandvariante des GTK Boxer werfen.

IdZ-2 vor GTK Boxer. Foto: JPW

Aufklärungs- und Führungslösungen für Gefechtsfahrzeuge und für Gefechtsstände rundeten das Programm ab. Die SOTAS-Bordverständigungsanlage ermöglicht es beispielsweise, innerhalb des Gefechtsstandes über die Bordverständigungsanlagen zu kommunizieren – anstatt Melder von Fahrzeug zu Fahrzeug oder Zelle zu Zelle zu schicken.
Blick in die Gefechtsstandvariante des GTK Boxer. Foto: JPW

Mit dem Führungs- und Informationssystem MUSEC² (Multi Sensor Command & Control) lassen sich unterschiedliche Sensoren wie Kameras, Radare wie der Ground Observer 80 und der Ground Observer 12 sowie Bodensensoren vernetzen. So können militärische Einrichtungen, Grenzabschnitte oder zivile kritische Infrastruktur wirkungsvoll überwacht werden.

Das Gefechtsfeldradar Ground Observer 12 (hier mit Doppel-GPS aufgesetzt) lässt sich in zwei Traglasten verpacken. Hinten MARGOT 3000. Foto: JPW
THALES bietet sogar eine hochmobile Lösung „Manpack Recce System“ an, zu der neben MUSEC2 das Gefechtsfeldüberwachungsradar GO12, PIDS-Bodensensorausstattungen und das Wärmebildbeobachtungsgerät MARGOT 3000 gehören. Alle Komponenten lassen sich von wenigen Soldaten als Traglasten mitführen und schnell einsetzen. Diese Ausstattung bietet sich nicht nur für die Heeresaufklärungstruppe, sondern durchaus auch für die Aufklärungs- und Verbindungszüge der Kampftruppenbataillone an.

Im Bereich der Simulationslösungen zeigte THALES sein Sagittarius-System, das Schieß- und Taktikausbildung mit Handwaffen, Panzerabwehrhandwaffen und sogar Fernlenkbaren Waffenstationen auf Fahrzeugen erlaubt. Eine Version davon nutzt die Bundeswehr als „AGSHP“. In Koblenz war eine kleinere transportable Variante des „Sagittarius Evolution“ zu sehen. Mit ihr ist es möglich, einen abgedunkelten Raum innerhalb kurzer Zeit in einen Schießsimulator zu verwandeln. Zudem demonstrierte der Geschäftsbereich das „Virtual Battlefield Training System“.

Virtual Battlefield Training System - im Hintergrund lässt sich der Avatar erkennen. Foto: JPW
Die übenden Soldaten legen hierbei eine mit Sensoren bestückte Ausrüstung an. Kameras nehmen die so ausgestatteten Schützen während der Übung auf und übertragen sie und ihre Aktionen als Avatare in die Simulation. Dank einer Sichtbrille sieht der Übungsteilnehmer zwar die Avatare seiner Teamkameraden, nicht aber seinen eigenen. Mit dieser Simulation lassen sich dynamische Übungsszenarien noch realitätsnäher darstellen.
Für fliegende Plattformen bietet THALES das 70-mm-Raketensystem FZ an. Das System umfasst auch eine lasergelenkte Variante FZ275.
70-mmRaketensystem FZ, ganz oben die lasergelenkte Version. Foto: JPW
Auch im Marinebereich ist THALES aktiv. So konnte man in Koblenz einen Blick auf diverse Aufklärungs-, Führungs- und Kommunikationslösungen für maritime Anwendungen werfen. Hierzu gehörte etwa die druckfeste X-Band-Radarantenne P-RAX für U-Boote.
X-Band-Radarantenne P-RAX für U-Boote. Foto: JPW

Mit ebenfalls nicht alltäglichen Exponaten konnte die Weltraum-Sparte aufwarten. Zu den Hinguckern zählte das Ionen-Satellitentriebwerk HEMP-T 3050.
Ionen-Satellitentriebwerk HEMP-T 3050. Foto: JPW

Abgesehen von der beeindruckenden Präsentation seiner vielfältigen Aktivitäten gelang es THALES mit seinem Koblenzer Tag 2013 einmal mehr, ein Forum für Gedankenaustausch und Kontaktpflege zwischen Industrie, Beschaffern und Anwendern zu schaffen. Daß man damit am Puls der Zeit lag, zeigte nicht zuletzt der gute Zuspruch seitens Streitkräften, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, Industrie und Fachpresse.

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