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Mittwoch, 12. Juni 2013

Erstmals deutscher Tag des Peacekeepers

Berlin (ww) Selbst regional beschränkte Krisen und Konflikte wirken sich meist global aus. Die vernetzte Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland zielt darauf ab, das gesamte sicherheitspolitische Instrumentarium einzusetzen, um Krisen bereits möglichst am Ort ihres Entstehens eindämmen zu können.

Ressortgemeinsamer EU-Beobachtereinsatz in Georgien. Foto: ZiF 

Um den Einsatz derjenigen zivilen, polizeilichen und militärischen Kräfte zu würdigen, die sich für Frieden und Stabilität einsetzen, veranstalteten drei Ministerien – das Auswärtige Amt, das Bundesministerium des Innern und das Bundesministerium der Verteidigung – am 12. Juni 2013 nun erstmals den deutschen „Tag des Peacekeepers“.

Im Rahmen einer Feierstunde würdigten die Hausherren der genannten Ministerien vor etwa 600 Gästen im Weltsaal des Auswärtigen Amtes die Arbeit der deutschen Friedenshüter aus allen Ressorts. Stellvertretend für alle anderen zeichneten sie zudem je drei Polizisten, Soldaten und zivile Experten aus den Einsatzgebieten Sudan, Afghanistan und dem Kosovo aus.
Die drei Bundesminister im Kreise der stellvertretend geehrten Einsatzkräfte ihrer Ressorts. Foto: BMI
Seit Beginn der 1990er Jahre arbeiten deutsche militärische, polizeiliche und zivile Fachkräfte in internationalen Friedenseinsätzen. Der erste Einsatz erfolgte 1989/1990 unter einem Mandat der Vereinten Nationen in Namibia – damals unterstützen Bundesgrenzschützer eine Wahlbeobachtermission. Heute sind deutsche Peacekeeper in fast fünfzig Missionen weltweit tätig. So beteiligte sich Deutschland 2012 mit rund 6.000 Soldaten, rund 450 Polizisten sowie knapp 200 zivilen Experten an Friedenseinsätzen unter internationalem und bilateralem Mandat.

Winrich Kühne (grauer Anzug), einer der Wegbereiter des ZiF, hier im Einsatz in der Sahel-Zone. Foto: ZiF

Ein wesentliches Kompetenzzentrum für zivile Friedenseinsätze ist das 2002 gegründete Zentrum für internationale Friedenseinsätze (ZiF). Aufgabe des am Ludwigkirchplatz in Berlin ansässigen ZiF ist es, zivile Kapazitäten zur Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung zu stärken. Daher ist das Kernmandat des ZIF
* die Qualifizierung und
* Bereitstellung, Vermittlung und Betreuung von Zivilpersonal für internationale Friedens- und Wahlbeobachtungseinsätze, u.a. durch Aufbau und Pflege eines Expertenpools von deutschem Fachpersonal sowie
* die Erarbeitung von unabhängigen Analysen, Lessons Learned und konzeptionellen Beiträgen und Veranstaltungs-, Informations- und Beratungsangeboten zu den Themenfeldern Peacekeeping und Peacebuilding.
Dazu arbeitet das ZIF eng mit dem Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dem Bundesministerium des Innern, dem Bundesministerium der Verteidigung und internationalen Organisationen, insbesondere mit der UN, der EU und der OSZE zusammen. Entsprechend dieser Aufgaben ist das Zentrum in drei Arbeitsbereiche organisiert: Training, Human Resources und Analyse. Sie sind in der täglichen Arbeit eng miteinander verbunden.

www.zif-berlin.org

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