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Mittwoch, 6. August 2014

100 Jahre Erster Weltkrieg - Anlaß zum Gedenken und Handeln

Bonn/Bad Homburg (ww) In den ersten Augusttagen vor 100 Jahren trat Deutschland in den Ersten Weltkrieg ein. Bereits am 28. Juni 1914 brachten in Sarajevo die tödlichen Schüsse serbischer Attentäter (je nach Lesart Nationalisten oder Freiheitskämpfer) auf den Thronfolger der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, Erzherzog Franz Ferdinand und dessen Gattin Sophie Chotek, Herzogin von Hohenberg, das komplizierte sicherheitspolitische Gefüge des damaligen Europas zum Einsturz. Das hat jüngst Christopher Munro Clark in seinem Werk „Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“ überzeugend dargestellt.
Gedenktafel für Oberleutnant d. R. Dr. Werner Weißwange (1879 - 1914). Foto: JPW

In Europa gab es wohl kaum eine Familie, die nicht von den Auswirkungen des Ersten Weltkriegs betroffen war. Einer der Millionen Toten auf allen Seiten war mein Urgroßonkel, Oberleutnant d. R. Dr. rer. nat. Werner Weißwange. Er fiel am 1. September 1914 bei Juniville mit vielen anderen seiner Kameraden aus dem Königlich-Sächsischen 12. Infanterieregiment Nr. 177. Noch heute erinnert an unserem Familiengrab bei Dresden eine Gedenktafel an ihn.

100 Jahre Erster Weltkrieg geben Anlaß zum Gedenken. Und sie geben Anlaß zum Dank dafür, daß Europa  seine Teilung überwunden hat. Trotz zahlreicher Unzulänglichkeiten, etwa dem nicht zu verleugnenden Demokratiedefizit und der bürgerfernen Überbureaucratisierung der EU, ist der eingeschlagene Weg Europas zu einer multinationalen politischen und wirtschaftlichen Einheit grundsätzlich richtig. Es liegt an den Bürgern der Mitgliedstaaten, Europa dahingehend weiterzuentwickeln.

Das Gedenken an die Opfer des Ersten Weltkriegs verdeutlicht darüber hinaus den Wert von Frieden und Freiheit heute. Frieden und Freiheit sind nicht kostenlos. Und sie dürfen niemals umsonst sein.

Jan-Phillipp Weisswange

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