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Mittwoch, 29. Juli 2015

Vertrag in Versailles: KMW und Nexter vor Fusion



München/Versailles (ww) Erst vor kurzem rang sich die politische Elite Deutschlands nach langer Diskussion dazu durch, gepanzerte Gefechtsfahrzeuge auf die Liste der nationalen Schlüsseltechnologien zu nehmen. In Versailles kriegt sie jetzt eindrucksvoll die Wertschätzung ihres sicherheits- und rüstungspolitischen Herumlavierens der letzten Jahrzehnte vor Augen geführt. Dort unterzeichneten heute einer der bedeutendsten deutschen Panzerbauer und ein staatlicher französischer Rüstungskonzern einen lange angekündigten Vertrag: Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und der französische Staatskonzern Nexter Systems wollen fusionieren. Der S&T-Blog wird diese eruopäische Entwicklung weiter interessiert verfolgen. Die Pressemitteilung von KMW und Nexter im Wortlaut

Nexter Systems und Krauss-Maffei Wegmann (KMW) unterzeichnen Vertrag über Zusammenschluss
München/Versailles, 29. Juli 2015 – Wie vor einem Jahr angekündigt, werden Nexter Systems und Krauss-Maffei Wegmann, zwei führende europäische Hersteller militärischer Landsysteme, künftig gemeinsame Wege gehen. Die entsprechende Vereinbarung wurde am 29. Juli 2015 in Paris unterzeichnet. Durch den Zusammenschluss beider Unternehmen unter dem Dach einer gemeinsamen Holding entsteht ein deutsch?französischer Wehrtechnikkonzern mit annähernd 2 Milliarden Euro Jahresumsatz, einem Auftragsbestand von rund 9 Milliarden Euro und mehr als 6.000 Mitarbeitern.
Nexter, KMW und ihre Eigentümer bewerten diesen Schritt als entscheidend für die Konsolidierung der wehrtechnischen Industrie Europas. Die Produktportfolios beider Unternehmen und ihre regionalen Präsenzen auf dem Weltmarkt ergänzen sich nahezu überschneidungsfrei. Durch den Zusammenschluss von Nexter und KMW entsteht eine Einheit, die mit Gewicht und Innovationskraft im internationalen Wettbewerb bestehen und wachsen kann. Zudem eröffnet sie ihren Kunden in Europa und der NATO die Chance zu mehr Standardisierung und Interoperabilität ihrer Rüstungsgüter auf verlässlicher industrieller Basis.

Darüber hinaus ermöglicht die gemeinsame strategische Neuaufstellung den Erhalt von Arbeitsplätzen und Kompetenzen im Kern der Europäischen Union. Die beiden CEOs bestätigen, dass der Zusammenschluss keinerlei soziale Folgen haben und sich weder auf Beschäftigung noch auf geltende Tarifverträge auswirken wird. Jedes Konsolidierungsprojekt des neuen Konzerns folgt dem Prinzip, dass das Gleichgewicht zwischen den beiden Unternehmen gewahrt und die jeweiligen Technologien, Kenntnisse und Kompetenzen unter Einhaltung der Exportbestimmungen geschützt werden.

Nexter S. A. befindet sich im Alleinbesitz der französischen Staatsholding GIAT Industries S. A., die Krauss?Maffei Wegmann GmbH & Co. KG im Alleinbesitz der Wegmann GmbH & Co in Kassel. Zur Zusammenführung der Unternehmen bringen die jeweiligen Alleingesellschafter ihre Anteile in eine neue, gemeinsame Holding mit Sitz in den Niederlanden ein. Sie erhalten jeweils 50 Prozent der Anteile dieser Holding, die Alleingesellschafterin von KMW und Nexter wird. Die Führungsstruktur der Holding?Gesellschaft wird die Balance zwischen den beiden Gesellschaftern mit langfristiger industrieller Perspektive widerspiegeln.

Vor dem Vollzug des Zusammenschlusses müssen die erforderlichen Genehmigungen vorliegen. Artikel 47 des französischen Gesetzes zur Belebung der Geschäftstätigkeit (fr. Loi pour la croissance, l’activité et l’égalité des chances économiques) ermöglicht die Übertragung der Kapitalmehrheit von GIAT Industries S. A. und dessen Tochterunternehmen. Der Vertrag über den Zusammenschluss wird voraussichtlich Ende des Jahres wirksam.


www.kmweg.de
www.nexter-group.fr

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