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Mittwoch, 14. Juni 2017

Bemerkenswerte Biographie - Ulrich K. Wegener: GSG9. Stärker als der Terror

Bonn (ww) Am 13. Juni stellten der LIT-Verlag  und die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn die bemerkenswerte (Auto-)Biographie von Ulrich K. Wegener vor: GSG9 – stärker als der Terror.


Zwei Zeitzeugen der "Operation Feuerzauber": Ulrich K. Wegener signiert Gabriele von Lutzau ein Exemplar seines Buches. (Foto. JPW)

Eindrucksvoll schildert der Gründungskommandeur der GSG 9 in dem  von Ulrike Zander und Harald Biermann herausgegebenen Band seinen Lebensweg. Die „Operation Feuerzauber“ am 18. Oktober 1977 in Mogadischu, bei der Wegener und seine Männer alle 86 Geiseln aus der von palästinensischen Terroristen entführten Lufthansa-Maschine „Landshut“ ohne eigene Verluste befreiten, nimmt naturgemäß den größten Raum ein. Doch auch bis zum Weg dahin und den Jahrzehnten danach erfährt man etliche Innenansichten aus der Feder des Zeitzeugen.So berichtet der 1929 im brandenburgischen Jüterborg geborene Offiziersohn Wegener von einer durch preußische Ideale geprägte Kindheit und Jugend, den frühen Jahren bei der Bereitschaftspolizei Baden-Württemberg und beim Bundesgrenzschutz, vom Desaster in Fürstenfeldbruck (Olympia-Attentat 1972), vom Aufbau der GSG9 und vom Knüpfen der so wichtigen internationalen Verbindungen, von der Operation Thunderbolt (Entebbe 1976). Und auch die Zeit nach Mogadischu als Kommandeur des Grenzschutzkommandos West, als Berater beim Aufbau einer Spezialeinheit in Saudi-Arabien und als internationaler Sicherheitsberater bietet einiges eindrucksvolles.
Die lebhafte Erzählung „des Generals“  wird dabei immer wieder durch Kommentare einiger Zeitzeugen ergänzt.
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion: Olaf Lindner, Dieter Fox, Helge Matthiesen, Jerome Fuchs, Otto Depenheuer. (Foto: JPW)
Ebenso finden sich umfangreiche Zeitzeugeninterviews in dem 305 Seiten starken Buch abgedruckt. So kommen u. a. Wegeners Tochter Simone Stewens, der ehemalige SET-Führer und „Feuerzauber“-Veteran Dieter Fox, die ehemaligen „Landshut“-Besatzungsmitglieder Jürgen Vietor (Kopilot) und Gabriele von Lutzau (geb. Dillmann, Stewardess) oder der ehemalige israelische Fallschirmjäger, Sicherheitsberater und Journalist David Schiller zu Wort. Alle genannten waren bei der Buchvorstellung persönlich anwesend. Gleiches gilt für den ehemaligen GSG9-Kommandeur Olaf Lindner – derzeit im BMI eingesetzt – und den amtierenden GSG9-Kommandeur Jerome Fuchs. Diese nahmen mit Dieter Fox und dem Kölner Rechtsphilosophen Prof. Dr. Otto Depenheuer an einer von Helge Matthiesen (Chefredakteur Bonner General-Anzeiger) moderierten Podiumsdiskussion teil. Der aus meiner Sicht entscheidende Aspekt der Thematik kam bei der Diskussion klar heraus: Es braucht nicht nur Spezialeinheiten, um den Rechtsstaat zu schützen. Es braucht eine verantwortungsbewusste und entschlossene politische Führung, die den Mut und das Vertrauen aufbringt, ihre Spezialeinheiten auch einzusetzen. In dieser Hinsicht wird „Feuerzauber“ ein wertvolles Lehrstück bleiben.

Gefühlt zwei Drittel der rund 200 Veranstaltungsteilnehmer ließen sich das Buch gleich an Ort und Stelle von Ulrich K. Wegener signieren. Natürlich bildete ich keine Ausnahme.
Der Kommandeur schreibt in Grün!  (Foto: JPW)
Ein schönes Erinnerungsstück an eine eindrucksvolle Veranstaltung (Foto: JPW)
Dem Autor und seinen Herausgebern sowie allen an dem Buch und an der Veranstaltung Beteiligten einen herzlichen Glückwunsch! Und ein klarer Literaturtipp an die Leser des SuT-Blogs:

Ulrich Wegener: GSG9. Stärker als der Terror. Herausgegeben von Ulrike Zander und Harald Biermann. Berlin 1/2017: LIT Verlag. 305 Seiten, 39 s/w Abb., broschiert. ISBN 978-3-643-13762-3. Preis: 34,90 €

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