Istanbul/Berlin (ww) Heute vor 100 Jahren begann mit der Landung des Australian New Zealand Army Corps (ANZAC) die Schlacht von Gallipoli.
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| Diese Skizze des Dardanellen Feldzuges entstammt dem Buch Otto Liman von Sanders "Fünf Jahre Türkei". Foto: JPW |
Sie gilt nicht nur als der Kulminationspunkt im Ringen um die Entscheidung der „Orientalischen Frage“, in dem das Deutsche Reich als strategischer Bündnispartner an der Seite des Osmanischen Reiches stand. Wie
Klaus Wolf in seiner akribischen, 2008 im Report Verlag erschienenen Studie „Gallipoli 1915“ herausgearbeitet hat, hatte der türkische Sieg von Gallipoli weitreichende strategische Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Krieges. Mustafa Kemal, später Atatürk genannt, leitete aus ihr seine Rolle als Volksheld und Retter der Türkei ab, die er später als ihr erster Präsident in eine westliche Ausrichtung führen sollte. Australien und Neuseeland sehen die Niederlage von Gallipoli noch heute als wesentlichen Grund für den Schritt in die Unabhängigkeit und die Lösung vom britischen Mutterland an. Sie begehen jährlich den ANZAC Day am 25. April mit Gedenkveranstaltungen und Paraden.
In Deutschland hingegen geriet die Schlacht weitgehend in Vergessenheit. Zu Unrecht, denn aus militärhistorischer Sicht war Gallipoli die erste und einzige Schlacht im Ersten Weltkrieg, die auf beiden Seiten umfassend im multinationalen und streitkräftegemeinsamen Zusammenwirken ausgefochten wurde. Sie hat damit eine herausragende Bedeutung bekommen.