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Freitag, 6. September 2013

Brandneu und flammfest - neue Einsatzkampfbekleidung in Entwicklung


Bonn (ww) Eine neue „Einsatzkampfbekleidung mit Flammschutz Spezialkräfte“ wird derzeit bei der Bundeswehr entwickelt und befindet sich in der Einsatzprüfung.

Die im Test befindliche "Einsatzkampfbekleidung mit Flammschutz SpezKr".
Foto: FSK 900 MilSim-Team Bodensee Triangle

Der von Lindnerhof-Taktik designte Kampfuniform-Satz umfasst Feldbluse, Feldhose und Kampfhemd („Combat Shirt). Die Bekleidung ist mit Gore Pyrad Textil-Technologie aus dem Hause W.L.Gore & Associates ausgestattet. Die neue Kampfuniform trägt sich zunächst etwas ungewohnt, aber angenehm. Sie bietet Bewegungsfreiheit und zeichnet sich durch zahlreiche durchdachte Details aus.

Die Kampfhose verfügt über zwei Schub-, zwei Gesäß, zwei kleine und zwei große Oberschenkel – und zwei Unterschenkeltaschen. Die großen Oberschenkeltaschen lassen sich wahlweise über Reißverschlüsse an der Stirnseite öffnen, so dass sich der Tascheninhalt in sitzender Position leichter entnehmen lässt. Optional lassen sich Knieprotektoren in die Hose einsetzen.
Feldbluse (links) und Kampfhemd (rechts). Foto: W. L. Gore & Associates
Die Feldbluse – sie wird zum Erhalt der Flammschutzeigenschaften in der Hose getragen – verfügt über zwei Brust- und zwei Ärmeltaschen. Alle lassen sich über Reißverschlüsse öffnen. Die Reißverschlüsse der Brusttaschen liegen an der jeweils senkrechten Außenseite, so dass der Tascheninhalt auch bei angelegter Schutz- und Trageausstattung gut erreichbar bleibt.Das Kampfhemd entspricht der derzeit gängigen Konfektion und liegt am Oberkörper eng an, verfügt aber über feldblusenartige Ärmel. Diese sind ebenfalls mit per Reißverschluss zu öffnenden Taschen versehen.
Die 2011 nach vier Jahren Entwicklungsarbeit vorgestellte Gore Pyrad-Textil-Technologie ermöglicht es, Hitze- und Flammschutz mit dem Tragekomfort herkömmlicher leichter aber üblicherweise nicht hitze- und flammfesten Textilien wie Polyester oder Polyamid zu kombinieren. Bei plötzlicher Hitze- oder Flammenbeaufschlagung (Flashfire) bildet das selbstverlöschende Funktionsmaterial eine isolierende Verkohlungsschicht. Die Stichflamme brennt somit kein Loch in das Textil. Gegenüber flammresistenten Materialien wie etwa Aramid/Viskose bietet die neue Technologie eine deutlich bessere Haltbarkeit der Bekleidung. Damit ist es möglich, leichte, stabile und mit Hitze- und Flammschutz ausgestattete Kampfuniformen zu realisieren. In verschiedenen Tests wurde die neue Bekleidung mit jeweils anderen in der Bundeswehr verwendeten Unterwäschetypen (z. B. Tropenunterwäsche mit Silberionenausstattung, Woolpower etc.) beflammt – mit sehr guten Ergebnissen.

Gore Pyrad-Funktionsprinzip. Grafik: W. L. Gore & Associates

Über 70 Sätze der neuen Einsatzkampfbekleidung mit Flammschutz sind unter anderem für Spezialeinheiten der Bundeswehr beschafft worden. Bis zum Herbst dauern nun Trageversuche im Einsatzgebiet in Afghanistan an. Neben der Bundeswehr erproben derzeit auch weitere europäische Streitkräfte – etwa die italienischen und französischen – Kampfanzüge mit dieser innovativen Technologie.
Was sich im Bereich Bekleidung und persönlicher Ausrüstung bei der Bundeswehr und anderswo sonst noch so tut, behandelt der Ende September erscheinende Wehrtechnische Report „Bekleidung und persönliche Ausrüstung“. Weitere Informationen und Bezugsmöglichkeiten direkt beim Mittler-Report-Verlag.

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