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Mittwoch, 18. September 2019

Downselection Down Under : Hanwha Redback und Rheinmetall Lynx KF41 nehmen nächstes Zwischenziel bei Land 400 Phase 3

Melbourne (ww) Das australische Schützenpanzerprogramm Land 400 Phase 3 geht in die nächste Runde. Im März hatte die Angebotsfrist geendet, jetzt hat die australische Regierung zwei von vier Bewerbern in die engere Auswahl genommen: Der Hanwha Redback und der Rheinmetall Lynx KF41 treten in der Erprobungsphase (Risk Mitigation Activity, RMA) an.
Konzept des Hanwha Redback (Grafik: Hanwha)
Rheinmetall Lynx KF41 im Gelände (Foto: Rheinmetall)
Beide Bewerber verfügen als Schützenpanzer der nächsten Generation  über ähnliche grundsätzliche Leistungsparameter: Bemannter Turm, drei Mann Besatzung und bis zu acht Mann Absitzstärke, Reichweite rund 500 km, Hauptbewaffnung 30mm-Maschinenkanone, moderne Schutzkomponenten und Netzwerkfähigkeit. Australische Medien melden, dass beiden Bewerbern eine verlängerte Frist von zwölf statt sechs Monaten gegeben wird, um die Testfahrzeuge in der „Vehicle Mobilisation Period“ der RMA entsprechend der Vorgaben zu konfigurieren.
Im Rahmen des Projekts Land 400 Phase 3 sucht die australische Armee ein entsprechend leistungsfähiges und hochgeschütztes Infanteriekampffahrzeug, um gegnerische Kräfte auch bei höchsten Bedrohungslagen bezwingen zu können. Der neue Schützenpanzer soll die bisher genutzte M113-Familie ablösen, eine Absitzstärke von sechs Mann bieten und – eine Kernforderung – im Hinblick auf die strategische und taktische Beweglichkeit mit dem Kampfpanzer M1 mithalten können.
Neben den 232 Schützenpanzern sind 17 Manoeuvre Support Vehicle gefordert. Dabei handelt es sich um einen durchsetzungsfähigen Begleitpionierpanzer, welcher einerseits feindliche Hindernisse beseitigen und andererseits beim Bau eigener Feldbefestigungen unterstützen soll. Dazu kommen sieben weitere Varianten: Führungsfahrzeug (21), Vorgeschobener Beobachter/Joint Fire Support (19), Pioniererkunder (9), Sanitätsfahrzeug (24), Instandsetzungsfahrzeug (25), Bergepanzer (22), Pionierpanzer (31). Vier weitere mögliche Varianten sind Mörserträger (15), Mörsermunitionstransporter (25) Logistikfahrzeug (27) und ein amphibisches Gefechtsfahrzeug (50). Mit dem Vorhaben verbindet sich ein Gesamtauftragsvolumen von rund 15 Milliarden Australischen Dollar (ca. 9,5 MrdEUR).
Rheinmetall teilte in einer Pressemitteilung mit, dass das Unternehmen für die bevorstehende Programmphase drei Lynx Schützenpanzer (Infantry Fighting Vehicle, IFV) liefern wird, die an den RMA-Erprobungen in Australien teilnehmen werden. Im Erfolgsfall wird die Lynx IFV-Flotte in Rheinmetalls neuem Military Vehicle Centre of Excellence (MILVEHCOE) bei Brisbane im Bundesstaat Queensland gefertigt. Hierzu knüpft Rheinmetall bereits ein australisches Industrienetzwerk. Zudem will man auf die Erfahrungen mit der Modularität des Boxer Combat Reconnaissance Vehicle (Land 400 Phase 2) zurückgreifen, um im Erfolgsfalle eine „voll integrierte gepanzerte Fahrzeugflotte für die Australian Defence Force“ bereitstellen zu können.
www.hanwha-defense.co.kr
www.rheinmetall-com

Dienstag, 17. September 2019

Bundespolizei-Fliegergruppe: Torsten Hallmann folgt Thomas Helbig

Sankt Augustin-Hangelar (ww) Die Bundespolizei-Fliegergruppe steht unter neuer Leitung. In Vertretung des Präsidenten des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann, übergab Vizepräsidentin Ulrike Meuser die Leitung der „Pirole“ von Vizepräsident Thomas Helbig an den Leitenden Polizeidirektor Torsten Hallmann.
Rund 230 Gäste aus dem In- und Ausland, aus Politik, Polizei, Verwaltung und Wirtschaft waren dazu nach Sankt Augustin-Hangelar gekommen, um ihre Verbundenheit zum Bundespolizei-Flugdienst zum Ausdruck zu bringen.
Leitender Polizeidirektor Thorsten Hallmann (l.) überreicht das Abschiedsgeschenk an Vizepräsident Thomas Helbig (r.) (Foto: JPW)
Hallmann wird der siebte Leiter der Bundespolizei-Fliegergruppe. Er trat 1987 in den damaligen Bundesgrenzschutz ein und begann seine Fliegerkarriere kurz nach der erfolgreichen Laufbahnprüfung für den gehobenen Dienst. Er bewährte sich in verschiedensten Funktionen, davon bereits in den letzten 30 Monaten als kommissarischer Leiter der Bundespolizei-Fliegergruppe.
Thomas Helbig wird der Bundespolizei freilich erhalten bleiben. Er ist seit Oktober 2017 Vizepräsident der von Präsident Olaf Lindner geführten Bundespolizeidirektion 11, in der alle Spezialkräfte der Bundespolizei - und damit auch der Bundespolizei-Flugdienst - zusammengefasst sind. Lindner betonte in seinem Grußwort, daß es zwischen Helbig und ihm in vielen Jahren der guten Zusammenarbeit nur zu einem Disput gekommen sei, der freilich bis heute anhalte: Nämlich die Frage, ob die schönste Verwendung in der Bundespolizei die des Kommandeurs GSG9 oder die des Leiters der Fliegergruppe sei. Auch den neuen Leiter  würdigte Lindner als erfahrene Flieger-Führungspersönlichkeit. „Mit Torsten Hallmann kann man Pferde stehlen.“
In seiner Dankesrede sprach Thomas Helbig einige ihm wichtige Aspekte an: So ersetze moderne Technik wie die Digitalisierung keineswegs das menschliche fliegerische Können, auf das es im Bundespolizei-Flugdienst besonders ankäme, um auch schwierige Lagen zu meistern. Zweitens solle die Flotte in absehbarer Zeit erneuert werden, ein Transporthubschrauberkonzept der Bundespolizei sei auf den Weg gebracht. Weiterhin gab er zu bedenken, daß die derzeitigen Tarifregelungen nicht mehr zeitgemäß seien, um gutes Personal zu gewinnen und zu halten.


Die derzeitigen Hubschraubermuster des Bundespolizei-Flugdienstes (Foto: JPW)

Die Bundespolizei-Fliegergruppe gehört mit derzeit 93 Hubschraubern zu den weltweit größten Polizei-Flugdienstorganisationen ihrer Art und ist in Deutschland nach der Lufthansa der zweitgrößte Betreiber ziviler Luftfahrzeuge. Erst kürzlich konnte sie den 1.000sten gebauten Super-Puma in ihre Flotte aufnehmen. Er gehört zur vier Maschinen, die demnächst für das Havariekommando bereitstehen. Hierfür entstanden im Bundespolizei-Flugdienst weitere Planstellen. Ein ähnliches Modell wird für die Fähigkeit Waldbrandbekämpfung erwogen.
Die 1.000ste Super Puma im Hangar in Hangelar
Die Bundespolizei-Fliegergruppe mit Sitz in Sankt Augustin bei Bonn ist als Dienststelle seit dem 1. August 2017 unmittelbar der Bundespolizeidirektion 11 in Berlin unterstellt. Ihr nachgeordnet sind die vier Bundespolizei-Fliegerstaffeln in Oberschleißheim bei München, Fuldatal bei Kassel, Blumberg bei Berlin und Fuhlendorf bei Hamburg, der Luftfahrtbetrieb, der Instandhaltungsbetrieb und die Luftfahrerschule für den Polizeidienst. Die Dienststelle verfügt derzeit über ca. 890 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit den vier Bundespolizei-Fliegerstaffeln und der Fliegenden Staffel des Luftfahrtbetriebes - den operativen Dienststellen des Bundespolizei-Flugdienstes - und an weiteren sieben Stützpunkten permanent vorgehaltenen Polizeihubschraubern werden die gesetzlichen bundespolizeilichen Alltagsaufgaben bewältigt. Dies beinhaltet die Überwachung der Grenzen und der Anlagen der Deutschen Bahn, ergänzt um eine ebenfalls »Rund-um-die-Uhr«-Bereitschaft von Transporthubschraubern für kurzfristige polizeiliche Lagen, für die Spezialeinheit GSG 9 der Bundespolizei und für Einsätze im Rahmen der technischen Not- und Katastrophenhilfe.
Der S&T-Blog gratuliert zum Kommandeurswechsel und wünscht Vorgänger und neuem amtierendem Leiter – beide Flieger mit Leib und Seele - viel Freude und Fortune in den neuen Verwendungen und „Hals- und Beinbruch“ sowie many happy landings!


www.bundespolizei.de

Sonntag, 15. September 2019

Starker Auftritt im Schwarzwald - H145M und Diederich Polaris Ground Support Vehicle beim 7. KSK Symposium Rüstung

Schwarzwald (ww) Starker Auftritt im Schwarzwald: Auf dem 7. KSK-Symposium Rüstung  demonstrierten Airbus Helicopters und die Rainer Diederich GmbH das Zusammenspiel ihrer Systeme H145M und H145M Ground Support Vehicle auf MRZR.
Eine Packkiste für Rotorblätter wird aufgegabelt (Foto: JPW)
Airbus flog dazu eines der derzeit vorhandenen zwei H145M-Erprobungsmuster ein. Dabei handelt es sich um eine neue Version mit Fünfblatt-Hauptrotor. Dieser bietet zwei wesentliche Vorteile. Erstens senkt er die Vibrationen und zweitens erhöht er die Nutzlast der Maschine um effektiv 150 Kilogramm.



Die Blätter des neuen Hauptrotorsystems lassen sich weiterhin in Richtung Heck falten, so daß sich die Maschine beispielsweise  auf Schiffen als Bordhubschrauber verwenden lässt. Weiter Verbesserungen des H145M: Eine autonome, volldigitale Triebwerksregelung  (FADEC) sowie ein geringeres Leergewicht. Für ältere H145-Maschinen wird es ein entsprechendes Upgrade-Kit geben.
Die Zulassung des Luftfahrzeugtyps läuft derzeit, die Auslieferung der ersten Maschinen wird für Sommer 2020 erwartet.
Die Maschine nach der Landung (Foto: JPW)
An der gelandeten Maschine  brachten Techniker innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums an beiden Helikopterseiten die Halterungen für Waffenpods an. Die auf der Steuerbordseite wurde mit dem FN Herstal Heavy Machine Gun Pod HMP400, die auf der Backbordseite mit dem Waffenpod für die 70mm-Raketen FZ231 aus dem Hause Thales bestückt. Dazu kam das Wescam MX-15-Sensorsystem am Bug. Das Ganze dauerte keine 30 Minuten.

Eine wesentliche Rolle bei den Arbeiten  übernahm das H145M Ground Support Vehicle der Rainer Diederich GmbH.

Der FN Herstal HMP400-Waffenpod wird an die Maschine herangefahren (Foto: JPW)
Es basiert auf dem bewährten Polaris MRZR und lässt sich wahlweise mit einen Gabelstabler oder einem kleinen Lastenkran an der Fahrzeugfront ausstatten.

Das H145M Ground Support Vehicle mit Ladekran (Foto: JPW)
Ebenso ist es mit einem 28V-Bodenstromaggregat ausgestattet und kann dank seiner Schleppvorrichtung und Kupplungssystemen Maschinen auf dem Flugfeld „an den Haken“ nehmen.
Rund 30 Minuten nach der Landung: Am Bug befindet sich jetzt das Wescam-Sensorsystem, an der Backbordseite der Pod für die 70mm-Raketen (Foto: JPW)



www.airbus-helicopters.com
www.quadcenter.net

Samstag, 14. September 2019

Im Dienste ihrer Majestät - HK modernisiert britisches SA80-Sturmgewehr

London/Nottingham/Oberndorf (ww) Großauftrag aus Großbritannien: Heckler&Koch modernisiert im Rahmen des Equip to Fight-Programms der britischen Armee das Standardgewehr SA80 zur Version SA80A3.
Britischer Fallschirmjäger mit Virtus-Kampfausstattung und SA80A3 (Foto: MoD UK)
Die Modernisierung umfasst unter anderem einen neuen Sturmgriff, ein verbessertes Gehäuseoberteil, zusätzliche Sicherheitsfunktionen sowie Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung des Sturmgewehrs. Die Modifizierungen wird Heckler & Koch im Werk in Oberndorf am Neckar durchführen, die Systemmontage erfolgt bei der britischen Tochtergesellschaft Nottingham Small Arms Facility (NSAF) in Großbritannien. Hierfür legt der nun geschlossene Drei-Jahres-Vertrag mit einem Gesamtvolumen von über 15 Mio. Brit. Pfund den Grundstein. Darüber hinaus enthält der Vertrag die Option für das Upgrade zusätzlicher SA80-Sturmgewehre  sowie eine zweijährige Vertragsverlängerung in Höhe von etwa 50 Mio. Brit. Pfund.
Wie berichtet, hatten sich die Briten im April 2018 dazu entschieden, beim SA80 alias L85 zu bleiben und es weiter zur Version SA80A3 bzw. L85A3 zu modernisieren. Die ursprünglich von der Royal Small Arms Factory Enfield hergestellte Bullpup-Waffe war bereits von Heckler&Koch kampfwertgesteigert worden.
Im Vereinigten Königreich experimentierte man schon kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit Bullpup-Waffen. Das von Stephen Kenneth Janson entwickelte EM2 (rechts im Bild) kam 1951 in sehr geringen Stückzahlen in die Truppe. Die auch als „Rifle No.9Mk1“ oder „Janson-Rifle“ bekannte Waffe verfügte bereits über eine Optik und verschoss eine nach heutiger Lesart „Mittelkaliberpatrone“ bezeichnete Kurzpatrone, nämlich die .280 British (7 x 43 mm; es wurde auch mit anderen Laborierungen experimentiert).
Britische Bullpups: SA80A2/L85A2, XL60 und EM-2 (v. l. n. r.; Foto: MoD UK)

Es folgte dann in den 1970er Jahren eine weitere Bullpup-Entwicklung in Form des XL60-Waffensystems (Mitte). Diese auch als L64/65 bezeichneten Gewehre waren auf die Patrone 4,85 x 49 mm ausgelegt. Eingeführt wurde dann die nächste Bullpup-Generation, die SA80 („Small Arms of the Eighties“) im Kaliber 5,56 x 45 mm. Sie kam als L85A1 in die Truppe. Die Waffenfamilie erwies sich im Kampfeinsatz als störanfällig, weshalb ab dem Jahr 2000 durch Heckler&Koch die erste größere Kampfwertsteigerung – de facto handelte es sich um ein umfangreiches Redesign – zur derzeit genutzten Version L85A2 erfolgte (links).
Der jetzt erteilte Auftrag zur SA80A3-Kampfwertsteigerung läuft zunächst über drei Jahre.
Das SA80A3 fällt als erstes durch seine erdbraune Cerakote-Beschichtung (Flat Dark Earth) auf. Diese soll vor Witterungseinflüssen und Abnutzung schützen und die Tarnwirkung sowohl im sichtbaren als auch im Infrarot-Spektrum verbessern.
SA80A3, linke Waffenseite (Foto: JPW)
Nahtlos ineinander übergehende STANAG 4694-Schienen oben auf Gehäuse und Handschutz erlauben die Montage unterschiedlicher Visierungen, Vor- bzw. Nachsatzgeräte und weiteren Zubehörs. Der Handschutz verfügt ebenfalls über eine weitere STANAG 4694-Schienen auf der 6-Uhr-Position und HKey-Schittstellen auf der 3- und der 9-Uhr Position.

SA80A3, rechte Waffenseite. Der Patch gehört nicht zur Kampfwertsteigerungsmaßnahme (Foto: JPW)

Er lässt sich dank eines neuen Befestigungssystems schnell abnehmen und erlaubt es dem Lauf, frei zu schwingen. Das soll die Präzision erhöhen und Einsatzreichweiten von rund 300 Metern ermöglichen.


www.heckler-koch.de

Freitag, 13. September 2019

Neue Standardpistole - Portugal wählt Glock 17 Gen 5

Lissabon, Deutsch Wagram (ww) Die portugiesischen Streitkräfte haben eine Variante der Glock 17 Gen 5 als neue Standard-Dienstpistole ausgewählt.
Die künftige Dienstpistole der portugiesischen Armee ist in einem Sandbraun-Ton gehalten und verfügt über den Glock Marksman Barrel für bessere Präzision sowie die nachtleuchtende Glock-Visierung mit Phosphor-Einlagen.


Ebenso weist sie das G5-Abzugssystem, den beidseitig bedienbaren Verschlussfanghebel und den auf die andere Waffenseite umbaubaren Magazinhalteknopf auf. Handhabungsrillen vorne und hinten am Griffstück erlauben einfachere Waffenmanipulationen und Ladetätigkeiten.
In einem über die NATO-Beschaffungsbehörde NSPA (Nato Support and Procurement Agency) zu Jahresbeginn 2019 gestarteten Ausschreibungsverfahren konnte sich die Glock gegen mehrere Mitbewerber durchsetzen. Die Auswahlentscheidung fiel Ende Juli 2019. Zu Anzahl und Auftragswert gibt es derzeit keine offiziellen Angaben.
Portugal modernisiert derzeit im Rahmen des 90-Millionen-Euro-Vorhabens „Sistemas de Combate do Soldado (SCS)“ unter anderem Bekleidung und persönliche Ausrüstung sowie den Handwaffenbestand. Erst im Februar 2019 beauftragte der NATO-Staat FN Herstal mit der Lieferung von FN SCAR-Sturmgewehren und FN Minimi-MK3-Maschinengewehren in den Kalibern 5,56 x 45mm und 7,62 x 51 mm sowie mit FN40GL-Granatwerfern. Dieser Beschaffungsprozess wurde ebenfalls über die NSPA eingeleitet.


www.glock.at

Freitag, 6. September 2019

1000ster Airbus Super Puma geht an die Bundespolizei

Mariagne, Frankreich (ww) Airbus Helicopters hat seinen 1000sten Hubschrauber des Typs H215 Super Puma fertiggestellt.
Das obligatorische Jubiläumsfoto (Airbus)


Die Jubiläumsmaschine wird ein "Pirol" - so lautet der Funkrufname ihres Eigentümers, des Bundespolizei-Flugdienstes. Die Bundespolizei-Fliegergruppe ist eine der größten Organisationen ihrer Art und gehört zur Bundespolizeidirektion 11 (Spezialkräfte).
Die Signalfarben lackierten Flächen an der Hauptgetriebeabdeckung und am Stabilisator der Jubiläumsmaschine weisen auf einen maritimen Einsatzzweck hin. Tatsächlich soll die Maschine das Havariekommando unterstützen.

Die Jubiläumsmaschine (Foto: Airbus)
Die H215 Super-Puma ist die digitalisierte Version der AS332L1. Der Super Puma hat seinen Erstflug am 13. September 1978 absolviert. Er ist ein vielseitiger mittlerer Transporthubschrauber mit zwei Turbomecca Makila 1A1-Turbinen. Jede von ihnen bringt eine Startleistung von 1.877 PS und dann 1.588 PS Dauerleistung. Der Super-Puma erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h und kann bis zu 21 Personen transportieren.
Der S&T-Blog gratuliert herzlich und wünscht "Many happy landings".


www.airbus.com
www.bundespolizei.de

Dienstag, 3. September 2019

Neue US-Handwaffengeneration NGSW - drei Bewerber bauen Prototypen

Picatinny Arsenal, New Jersey, USA (ww) Die U.S. Army hat am 29. August 2019 drei Firmen mit der Entwicklung von Prototypen von Handwaffensystemen der nächsten Generation beauftragt. General Dynamics OTS Inc., AAI Corporation Textron Systems und SIG Sauer Inc. sollen in dem Vorhaben Next Generation Squad Weapon (NGSW) zwei Handwaffentypen und eine dazugehörige Munition entwickeln.
Konzept für die NGSW mit AI-Anbauteilen (Grafik: U.S. Army)

Die U.S. Army möchte mit dem NGSW-Programm die M16-Familie durch eine NGSW-Rifle und das leichte MG M249 durch eine NGSW-Automatic Rifle ersetzen. Beide Waffen sollen eine noch zu entwickelnde Munition mit dem  6.8 mm General Purpose Projectile nutzen. Diese Munition ist nicht zu verwechseln mit der 6.8 SPC.
Die Projektdauer beträgt bis zu acht Jahre, wobei die Lieferung von Waffen und Munition innerhalb von 27 Monaten nach der Vergabe erwartet wird.
Die NGSW-Waffen sollen nach Vorstellungen der U.S. Army durch moderne Visierungen und Anbauteile auch KI-Algorithmen für den effektiveren Einsatz nutzen – etwa zur Priorisierung von Zielen.
Bei unseren US-Kollegen sorgte die kurze Verlautbarung aus dem Picatinny-Arsenal für große Aufmerksamkeit. Der Firearmblog meldete kurze Zeit später, daß sich Textron mit Heckler&Koch sowie Olin Winchester geteamt habe. Textron hat in den letzten Jahren im Rahmen des Lightweight Small Arms Technology-Projektes an teleskopierter Munition gearbeitet. Diese wird bei Olin Winchester produziert.
Unser Freund Eric Graves von Soldier Systems berichtet, daß sich General Dynamics (GD) mit True Velocity zusammen getan habe. True Velocity fertigt Munition mit Hülsen aus Kompositmaterial. Darüber hinaus schlägt GD angeblich eine Bullpup-Konstruktion vor, die möglicherweise auf den Desert-Tech MDR-Entwürfen basieren könnte.
SIG Sauer-Systemhausansatz (Foto: SIG Sauer)


SIG Sauer verfolgt demgegenüber einen Systemhausansatz. Man kann davon ausgehen, daß das Unternehmen sowohl Waffe als auch Munition und Optik aus einer Hand anbietet.
Am heutigen Dienstag (3. September) teilte SIG Sauer mit, Hybridmunition, NGSW-R und NGSW-AR sowie zugehörige Schalldämpfer für das Vorhaben einzureichen.



Samstag, 31. August 2019

HK Academy - professionelles HK-Schießtraining ab Oktober 2019

Oberndorf (ww) Ab Oktober 2019 bietet Heckler&Koch mit der HK Academy erstmals bundesweite Schießtrainingskurse für Kurzwaffen unter professioneller Anleitung an. Die angebotenen Lehrgänge  werden mit Kurzwaffen aus dem Hause Heckler&Koch durchgeführt. Sie dauern einen Ausbildungstag. Das Angebot richtet sich sowohl an Schießneulinge als auch an erfahrene Schützen, Jäger oder Berufswaffenträger. 

Ziel ist es,  Schießfertigkeit- und Technik nachhaltig zu steigern, Sicherheit an der Waffe zu erlangen sowie konstant präzise Schussfolgen absetzen zu können. Zusätzlich erhalten alle Teilnehmer wertvolle Tipps von Heckler & Koch im professionellen Umgang mit der Kurzwaffe sowie unter anderem herstellerseitige Empfehlungen zur Waffenpflege, Abzugs-/Visiertechnik, Abstimmung Waffe/Munition und weiteres.
Zwingende Voraussetzung zur Teilnahme an der HK Academy ist der Nachweis einer gültigen Waffenbesitzkarte (WBK). Das Mindestalter beträgt 18 Jahre. Teilnehmer, welche keine HK-Kurzwaffe besitzen, erhalten für die Dauer des Kurses eine Leihwaffe von Heckler & Koch vor Ort gestellt.
Das Training und die Ausbildung übernimmt das HK-Sportschützenteam, der technische Kundendienst sowie das Waffenvorführteam von Heckler & Koch. Die Teilnahmegebühr beträgt 380 Euro/Person inkl. Versicherung,  hinzu kommen die Kosten für Munition. Erforderlich sind mindestens 300 Schuss handelsübliche Fabrikmunition im Kaliber 9 mm x 19 sowie drei Magazine, passendes Kurzwaffenholster und Ladehilfe (falls vorhanden). Mit voheriger Anmeldung ist der Kauf von Munition am Veranstaltungsort möglich. Wiedergeladene Munition ist nicht erlaubt. Zusätzlich haben alle Teilnehmer für einen geeigneten Augen- und Gehörschutz Sorge zu tragen. Die Kursdauer beträgt einen Tag (9:00 Uhr bis 17:00 Uhr). Die Anzahl der Teilnehmer ist auf zwölf Personen pro Akademietag begrenzt. Alle Veranstaltungsorte sind Certified Partner der Heckler & Koch GmbH.
Das Kurzwaffenseminar besteht aus einem theoretischen und praktischen Teil und umfasst:
Grundhaltung & Stand
Abzugs-/Visiertechnik
Atemtechnik
Störungsbeseitigung
Nachladen
Abstimmung Waffe/Munition & Empfehlungen
Ziehen aus dem Holster
Wettkampfvorbereitung, Checklisten, Tipps & Tricks
Vermittlung der Erfahungswerte von Profis
Waffentechnik, Pflege & Pflegeempfehlung
Wechselsysteme

Veranstaltungskalender 2019/2020:


26.10.2019: Hanseatic Gun Club, Hamburg, HK & Michael Schütz
27.10.2019: Hanseatic Gun Club, Hamburg, HK & Michael Schütz

02.11.2019: RSH Hummel, Mannheim, HK & Marc Kleser
03.11.2019: RSH Hummel, Mannheim, HK & Marc Kleser

30.11.2019: Pond Akademie, Freigericht, HK & Marc Kleser
01.12.2019: Pond Akademie, Freigericht, HK & Marc Kleser

23.02.2020: Hitpoint Frankfurt, HK & Marc Kleser

Anmeldung/Anmeldeformular unter:
https://www.heckler-koch.com/de/hk-academy.html

Freitag, 30. August 2019

Kostümkunde/Gearcheck: Tiger Stripe reloaded bei der 5th Special Forces Group (Airborne)

Fort Campbell, Kentucky, USA (ww) Für Aufsehen sorgten jüngst Bilder von Soldaten der 5th Special Forces Group (Airborne) von einer Übung in Fort Campbell. Die Kameraden trugen Uniformen in Tiger-Stripe mit farbigen Armabzeichen - ganz im Stile ihrer Vorgänger zu Beginn des Vietnam-Krieges.
Ganz im Stil ihrer Vorgänger: Green Berets in Tiger Stripe (Foto: U.S. Army)
Die Green Berets unterwiesen wohl Soldaten der 101st Airborne Division in Infanterietaktiken, erweiterter Selbst- und Kameradenhilfe und weiteren Fächern.
Ein Üb-Verwundeter. Die auszubildenden Soldaten tragen das diesntlich gelieferte OCP/Scorpion (Foto: U.S. Army)

Mutmaßlich trugen sie die Tiger-Stripe-Uniformen, um sich optisch von den Ausbildungsteilnehmern abzuheben. Ein Darstellereinsatz als OPFOR (Opposing Forces, also gegnerischer Kräfte) wäre ein weiterer Erklärungsansatz.
Green Berets im simulierten Gefecht (Foto: U.S. Army)

Wie auch immer,stylish sieht es aus. Das nächste Mal aber bitte mit Tiger-Stripe-Uniformen im "Advisor Cut" sowie "Dschungelpatschen"!

Mittwoch, 28. August 2019

Fair winds and following seas, Fisch!

Rostock (ww) Mit großer Bestürzung haben wir vor wenigen Tagen die traurige Nachricht aufgenommen, daß unser Kamerad Thomas "Fisch" Fischer am 7. August 2019 von uns gegangen ist.
"Fisch" diente lange Zeit im Bereich Spezialkräfte des Landeskriminalamts Mecklenburg-Vorpommern.


Er war darüber hinaus einer der Väter des Special Forces Workshops. Diese Veranstaltungsreihe war eines der wesentlichen Foren für den Austausch behördlicher Schießausbilder aus dem SE-Bereich und genoss weit über Mecklenburg-Vorpommern heraus einen hervorragenden Ruf. Auch im Verein "Soforthilfe nach gravierenden Unfällen e.V.", der den Angehörigen im Dienst getöteter oder verunfallter Kolleginnen und Kollegen schnell und unbürokratisch hilft, engagierte sich "Fisch".
Fisch wird uns sehr fehlen. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und Kameraden. Ihnen wünschen wir viel Kraft!


Die Trauerfeier findet am Samstag, 31. August 2019 in Rostock/Hohe Düne statt.
Für Zuwendungen an die Familie steht ein Spendenkonto zur Verfügung.
Details zu Veranstaltung und Konto gerne per e-mail.


Fisch wird seine letzte Ruhe in der von ihm so geliebten Ostsee finden.
Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Fair winds and following seas, Fisch!

Montag, 26. August 2019

Jetzt verfügbar - neues Tarnschema Phantomleaf WASP II ZA3

Dresden/Salzgitter (ww) Auf der diesjährigen IWA wurde es bereits vorgestellt, jetzt ist es verfügbar: Bei Recon ist die von Leo Köhler produzierte Tarnbekleidung im neuen Muster WASP II Z3a  aus dem Hause Phantomleaf verfügbar.
(Alle Bilder: Phantomleaf)
Genauer gesagt handelt es sich dabei um das Muster WASP II im Kolorit Z3a. Das wirkt etwas sperrig, folgt aber der Systematik der Tarnmusterentwickler aus Dresden.
Phantomleaf bietet sowohl speziell auf die Bedürfnisse des Behördenbereichs zugeschnittene Produkte, als auch kommerziell verfügbare Muster und Produkte an. WASP II zählt zu der zweiten Gruppe.


Allen behördlichen und kommerziellen Phantomleaf-Mustern gemeinsam ist die grundsätzliche Philosophie der modularen Tarnsysteme. Sie zeichnen sich durch ihre „intelligente“, gleichsam autoadaptive Funktion aus und weisen insbesondere bei beweglichen Objekten vor wechselnden Hintergründen eine deutlich verbesserte Tarnwirkung auf. Phantomleafs neuartiger Tarnmuster-Algorithmus fügt sich auch bei wechselnden Hintergründen gleichermaßen gut in die Umgebung ein, durch den speziellen Aufbau des Musters geschieht dies zudem fließend von der Nah- bis zur Ferndistanz.


Zudem sind die Phantomleaf- Tarnschemen optimal auf die Form des zu tarnenden Objektes zugeschnitten.
Von dem hessischen Traditionshersteller Leo Köhler sind zunächst die bewährte KSK-Einsatzkampfhose, die Einsatzfeldbluse und das Combat Shirt in Phantomleaf WASP II Z3a erhältlich. Weitere Farbvarianten und Produkte sind aktuell im Zulauf.

www.phantomleaf.de
www.leokoehler.com
www.recon-company.com

Freitag, 23. August 2019

Viel Neues bei TeutoDefence - Trainingsakademie, strategische Partnerschaft mit ACS und zehnte Behördentage (3./4. 09. 2019)

Bad Oeynhausen (ww) Bei TeutoDefence hat sich in den letzten Monaten viel Neues ergeben. So ist der Spezialausstatter für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben seit März 2019 mit seiner TeutoDefence Trainings Akademie (TDTA) aktiv. Und erst jüngst übernahm das Team die Funktion als strategischer Vertriebspartner der ACS Armoured Car Systems GmbH. Zudem stehen in wenigen Tagen die zehnten Behördentage/Law Enforcement Days an – eines der relevanten Foren in Deutschland für Information und Austausch über Führungs- und Einsatzmittel, Ausbildung und sicherheitspolitische Entwicklungen. Die Behördentage sind nur Fachbesuchern nach vorheriger Anmeldung zugänglich und finden heuer vom 3. auf den 4. September statt.
Das ACS LAPV 6.2 wird bei TeutoDefence zu sehen sein. (Foto: ACS/TeutoDefence)

Die TeutoDefence Germany ist seit Juli 2019 strategischer Vertriebspartner der ACS Armoured Car Systems GmbH für Offensivfahrzeuge und ergänzt das Know How der ACS Armoured Car Systems GmbH hinsichtlich Beratung/Vertrieb und der Ausstattung von Fahrzeugen für Bedarfsträger von Spezialdienststellen der Polizei, Behörden und NGOs. 
TeutoDefence ist somit Ansprechpartner & Garantiepartner nicht nur für das Offensivfahrzeug  (ACS) sondern auch für Turm/Waffenanlage (FN Herstal) und Waffe (M2, M3, MINIMI, MAG) - und dies alles aus einer Hand!
Im Rahmen der Behördentage stehen TeutoDefence, ACS und FN Herstal interessierten Fachbesuchern gerne für Präsentationen, technische Fragen, etc. zu den Offensivfahrzeugen, Waffenlagen und Turmwaffen von FN Herstal zur Verfügung. An beiden Tagen stehen selbstverständlich Techniker und Fachpersonal bereit.
Die TDTA führt ihren Ausbildungsbetrieb mit sieben namhaften und befähigten Ausbildern durch. Kurse, Lehrgänge und Ausbildungen können nur von deutschen bzw. zur EU gehörenden Behörden in Anspruch genommen werden. Die Ausbildung findet entweder in den Liegenschaften der jeweiligen Behörden oder aber an anderen geeigneten Ausbildungsorten statt. Seit März läuft der Ausbildungsbetrieb.
Abzeichen der Teuto Defence Trainings Akademie (Grafik: TeutoDefence)
Mit Blick auf die in wenigen Tagen bevorstehenden Behördentage hat TeutoDefence angesichts der jüngsten Ereignisse die Themen der Workshops nicht nur angepasst, sondern auch die Zusammenstellung der ausstellenden Hersteller und deren Produkte nochmals aktualisiert. Hierzu wurde es auch erforderlich, die Anzahl der ausstellenden Hersteller aus dem In- und Ausland nochmals zu erhöhen. Bei der Zulassung der Aussteller wurde – wie  immer – darauf Wert gelegt, daß die ausstellenden Firmen über nachweisliche Erfahrungen im Umgang mit Behörden verfügen und daß die Produkte der Aussteller im speziellen Fokus der Fachbesucher liegen.
Im Rahmen  der Behördentage werden - Mitfahrten im sondergeschützten Gruppentransportfahrzeugen angeboten.
Weitere Informationen und Anmeldung unter www.teuto-defence.com

NITEX 2019 - Polizei und Bundeswehr üben für die maritime Sicherheit


Wilhemlshaven/Oldenburg (ww) Im Rahmen der NITEX 2019 haben Polizei und Bundeswehr erstmals die gemeinsame Bewältigung einer terroristischen Bedrohungslage auf der Nordsee geübt. Die „Niedersächsische Terrorismusabwehr Exercise (NITEX)“ fand am 22. August 2019 unter Leitung der für die Bewältigung maritimer Bedrohungslagen im niedersächsischen Küstengebiet zuständigen Polizeidirektion Oldenburg statt. Der praktischen Großübung lag das Szenario eines geplanten Anschlags auf die Hafenanlagen in Wilhelmshaven zu Grunde.
Die Cap San Diego diente als Zielschiff (Foto: Polizeidirektion Oldenburg)
In dem Übungsszenario hatten Terroristen ein - eigens für die Übung angeheuertes - Frachtschiff unter deutscher Flagge gekapert. Dabei handelte es sich um die „Cap San Diego“, die eigentlich als Museumsschiff im Hamburger Hafen liegt. Um an das Zielschiff heranzukommen, wurden Spezialeinsatzkräfte der Polizei vom Einsatzgruppenversorger BONN der Deutschen Marine zu Wasser gelassen. Unter Einsatz von Festrumpfschlauchbooten, Special Forces Water Crafts  und Hubschraubern nahmen die SEK-Kräfte die "Cap San Diego".
SEK-Kräfte bei der Einsatzvorbereitung auf dem EVG BONN (Foto: Polizeidirektion Oldenburg)
Mit ihren  Zugriffsmaßnahmen stellten sie dann die Sicherheit an Bord des Frachters wieder her. Insgesamt waren an der NITEX rund 400 polizeiliche Einsatzkräfte beteiligt. 29 Wasserfahrzeuge und vier Hubschrauber kamen zum Einsatz.
Neben der federführenden Polizeidirektion Oldenburg waren zahlreiche weitere Bundes- und Landesbehörden sowie Einsatzorganisationen an der Übung beteiligt: Wasserschutzpolizeiinspektion Oldenburg, Nordverbund des Spezialeinsatzkommandos (SEK Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg), GSG 9, Bundespolizei, Deutsche Marine, Niedersächsische Hafenbehörde sowie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.
Ablegen der Einsatzkräfte in festrumpfschlauchbooten und Special Forces Water Crafts (Foto: Deutsche Marine)
Am Tag vor der praktischen Großübung fand im Rahmen der NITEX bereits eine Stabsrahmenübung statt, bei welcher der Einsatz konzeptionell und logistisch unter Führung der Polizeidirektion Oldenburg vorbereitet wurde. Insbesondere wurden dabei - in Annahme einer terroristischen Gefahrenlage - die Genehmigungsabläufe zwischen Polizei und Bundeswehr geübt. An der Stabsrahmenübung waren auch die Polizeiinspektionen Cuxhaven sowie Wilhelmshaven/Friesland beteiligt.
„Die Zusammenarbeit über Landes- und Behördengrenzen hinweg hat ausgezeichnet funktioniert und ist durch die Übung noch einmal intensiviert worden", sagte Johann Kühme, Präsident der Polizeidirektion Oldenburg. Die NITEX habe viele Erfahrungswerte geliefert, durch welche die Einsatz- und Handlungssicherheit für alle beteiligten Behörden, Organisationen und Einheiten gestärkt worden sei. Kühme bedankte sich auch ausdrücklich bei der Deutschen Marine, die die Polizei bei der Übung in technischer und logistischer Hinsicht unterstützte.
Zugriffsformation im Sichtschutz der BONN (Foto: Deutsche Marine)
"Einsätze auf hoher See stellen auch für unsere erfahrenen SEK-Beamten eine besondere Herausforderung dar. Insofern war es mir wichtig, daß die Spezialeinsatzkräfte die Übung durchführen können. Sie erhalten durch dieses Training wertvolle Erkenntnisse", sagte Kühme und lobte das Zusammenspiel der im Nordverbund zusammengeschlossenen Spezialeinsatzkommandos.
„Ein Terror-Anschlag wie der des heutigen Szenarios ist trotz der sorgfältigen Arbeit der Sicherheitsbehörden nie ausgeschlossen. Umso wichtiger war diese Übung, um für ein solches Szenario bestmöglich vorbereitet zu sein und die Menschen schützen zu können. Wir haben heute in einer sehr ungewöhnlichen Situation alle relevanten Systeme der Sicherheitsbehörden erfolgreich getestet“, sagte der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, der die NITEX vor Ort verfolgte.
Gemeinsames Pressestatement mit Innenminister Pistorius (Foto: Polizeidirektion Oldenburg)
Innenminister Pistorius bekräftigte, daß es derzeit keine konkreten Hinweise auf einen bevorstehenden Terroranschlag in Niedersachsen gebe. Angesichts der allgemeinen momentanen Gefährdungslage in der Bundesrepublik müsse man dennoch auf viele Szenarien vorbereitet sein.
"Die Übung hat gezeigt, daß die niedersächsische Polizei für den Ernstfall sehr gut aufgestellt ist", betonte Pistorius. Gleichwohl habe die NITEX auch bestätigt, daß die Polizei bei der Bewältigung einer terroristischen Bedrohungslage im maritimen Bereich unter Umständen sowohl in personeller als auch logistischer Hinsicht auf die Unterstützung der Marine angewiesen sein könnte. "In einem solchen Katastrophenfall würden wir unter den geltenden Voraussetzungen des Grundgesetzes auf jede sinnvolle Unterstützung zurückgreifen, die etwa seitens der Bundeswehr bereitsteht", sagte Pistorius, stellte aber klar: "Für die Innere Sicherheit in Niedersachsen ist zuallererst die niedersächsische Polizei zuständig." Abschließend bedankte sich der Innenminister bei allen Beteiligten für die großartige Arbeit vor und während des Einsatzes.
Es ist eine der ganz großen Kuriositäten deutscher Sicherheitspolitik, daß der Einsatz von Bundeswehrsoldaten zum Schutz ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürgern im Inland als politisch hochsensibel gilt - anderswo in Europa ist das eine Selbstverständlichkeit. Immerhin ist nach Art. 35 Abs. 2 des Grundgesetzes ein Einsatz der Bundeswehr im Innern bei einer Naturkatastrophe oder einem besonders schweren Unglücksfall zur Hilfeleistung zulässig. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts kann ein besonders schwerer Unglücksfall unter bestimmten Voraussetzungen auch bei der unmittelbar drohenden Gefahr von Terroranschlägen vorliegen.

Freitag, 16. August 2019

Project Greyfin - Modernisierungsprogramm für die Spezialkräfte Australiens

Sydney (ww) Die australische Regierung hat das Modernisierungsprogramm „Project Greyfin“ auf den Weg gebracht, welches die Kampfkraft der australischen Spezialkräfte erhöhen soll. „Globale Bedrohungen werden sich fortentwickeln und sich dabei auch auf die Interessen Australiens auswirken“, so Premierminister Scott Morrison. „Durch diese Ausgaben verhelfen wir es unseren Spezialkräften zu neuester Technologie und ermöglichen ihnen so einen Vorsprung gegenüber jenen, die unsere Interessen bedrohen.“
Commandos in einem Festrumpfschlauchboot (Foto: MoD Australia)
In einer ersten Stufe bewilligte die Regierung 500 Millionen Australische Dollar (ca. 302 Mio Euro) über einen Zeitraum von vier Jahren. Über die nächsten 20 Jahre sollen insgesamt 3 Mrd AUSD (ca 1,81 Mrd €) für die Spezialkräfte bereitgestellt werden. Ziel ist es, Verbände wie das Australische Special Air Service Regiment oder die beiden Commando-Regimenter zu den leistungsfähigsten Truppenkörpern ihrer Art im Indo-Pazifischen Raum zu machen.
Neue Waffen, Schutzwesten und Ausrüstung sollen ebenso zulaufen...(Foto: MOD Australia)
Mit den jetzt bereitgestellten Haushaltsmitteln sollen neue ballistische Schutzausstattungen, Waffen, Drohnen, Fallschirmsprungsysteme, Tauchgeräte und Kletterausstattung beschafft werden. Weiterhin stehen moderne Fernmeldemittel, medizinische Ausrüstung, Kampfrettung und die Ausbildung im Fokus. Darüber hinaus sollen bis 2022 bis zu 16 SOF-Unterstützungshubschrauber zufliegen.
...wie bis zu 16 neue Unterstützungshubschrauber (Foto: MOD Australia)
Hintergrund für Project Greyfin ist die zunehmend angespannte sicherheitspolitische Lage im Indo-Pazifischen Raum . So zeigen sich die USA und Australien wegen verschiedener Aktivitäten der chinesischen Streitkräfte im südchinesischen Meer besorgt. Auch Berichte über eine angebliche chinesische Basis in Kambodscha und ein bevorstehendes Unabhängigkeitsreferendum in der zu Papua-Neuguinea gehörenden autonomen Region Bougainville gelten als mögliche Brennpunkte. Wohl auch deshalb begrüßt die australische Opposition die höheren Investitionen in die Verteidigungsfähigkeit. Mit Project Greyfin erreicht Australien sein Ziel, im Haushaltsjahr 2020-21 zwei Prozent seines Haushaltes für die Verteidigung auszugeben.
Zugangssprengung (Foto: MOD Australia)
Die australischen Spezialkräfte sind im Special Operations Command zusammengefasst. Sie bestehen aus dem Headquarters Special Operations Command, dem 1st Commando Regiment, dem Special Air Service Regiment, dem 2nd Commando Regiment, dem Special Operations Engineer Regiment, der Special Operations Logistics Squadron, dem Special Operations Training & Education Centre und der Parachute Training School.

Dienstag, 13. August 2019

Eins und eins macht eins - Rheinmetall stellt 60mm-Mörser RSG60 für Infanterie und Spezialkräfte vor

Düsseldorf (ww) Kompakte Mörser verhelfen Infanterie und Spezialkräften zu einer eigenen Steilfeuer-Fähigkeit. Auf diese Weise lassen sich selbst verschanzte Gegner auf Entfernungen bekämpfen, wohin die Flachfeuerwaffe oder die Granatmaschinenwaffe nicht mehr hinreicht.
Rheinmetall hat jetzt seinen neuen RSG60 vorgestellt, eine neue 60mm-Mörserwaffe für Infanterie und Spezialkräfte. Er weist neuartige Design- und Konstruktionsmerkmale auf. 
Rheinmetall RSG60 als Standard-Infanterieversion... (Foto: Rheinmetall)
Das rund 70 Zentimeter lange Waffenrohr besteht aus Stahl mit einer Kohlefaserumwicklung, um einerseits die notwendige Festigkeit und andererseits ein leichteres Gewicht zu erreichen. So ist das Waffenrohr rund 30 Prozent leichter als ein konventionelles Mörserrohr aus Stahl. Die Bodenplatte besteht aus einem Kohlefaserverbundwerkstoff.
Das neuartige Design der Waffe wirkt sich platzsparend aus und ermöglicht es den Nutzern, den Mörser in wenigen Sekunden aus der Transportstellung heraus feuerbereit zu machen. Weiterhin wird der RSG60 als „Zwei-in Eins-Lösung“ präsentiert. So lässt sich die 15,8 Kilogramm schwere Standard-Variante des handlichen Steilfeuersystems mit wenigen Handgriffen und werkzeuglos zu einem 6,8 Kilogramm schweren Kommandomörser umwandeln. Das hierzu erforderliche Lösen vierer Haltebolzen nimmt nur rund etwa 30 Sekunden in Anspruch.
...als Kommando-Variante...(Foto: Rheinmetall)
Rheinmetall gibt die Reichweite der Standardausführung je nach Munition und Ladung mit bis zu 3200 Metern an. Mit einer etwa 30 Zentimeter langen Rohrverlängerung lässt sie sich nochmals um rund 500 Meter steigern. In der Kommando-Variante erreicht der RSG60 eine Reichweite von rund 2000 Metern.
...und in Transportstellung (Foto: Rheinmetall)
Die Entwicklung der neuen Mörserwaffe begann im Oktober 2017. Ziel Rheinmetalls war es, das Portfolio seiner vielseitigen 60mm-Mörsermunitionsfamilie und seiner Feuerleitkomponenten um eine zugehörige und zukunftsträchtige Waffe zu ergänzen. Von Anfang an standen daher Gewichtsersparnis, Schnelligkeit und Ergonomie im Zentrum der Entwicklungsarbeiten des RSG60. Der RSG60 hat bereits mehrere Testschießen erfolgreich absolviert.

www.rheinmetall-defence.de

Karriere in Koblenz - BAAINBw sucht Ingenieure, Juristen, Wirtschaftswissenschaftler und Beamten

Koblenz (ww) Gerne geben wir einen Terminhinweis des Bundesamtes für Ausrüstung Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) weiter. Die Beschaffungsbehörde sucht derzeit vor allem Ingenieure, Juristen Wirtschaftswissenschaftler aber auch Beamten für den technischen und nichttechnischen Dienst. Hierzu veranstaltet das BAAINBw am 16. Und 17. August in Koblenz-Rauental zwei Karrieretage, um allen Interessierten einen detaillierten Einblick in den Rüstungsbereich der Bundeswehr als Arbeitgeber zu ermöglichen.

Die Veranstaltung beginnt am 16. August 2019 um 15.00 Uhr und endet um 19.00 Uhr. Am 17. August starten die Karrieretage um 10.00 und enden um 16.00. Veranstaltungsort ist das BAAINBw, Ferdinand-Sauerbruch-Straße 1, 56073 Koblenz.
Besucher und Bewerber sind herzlich willkommen. Interessierte können vor Ort einen Eindruck vom Arbeitgeber Bundeswehr und den Aufgaben im BAAINBw gewinnen, Fragen stellen und direkt eine Bewerbung abgeben. Weitere Informationen unter www.bundeswehr-karriere.de
Das BAAINBw hat Sitze in Koblenz und Lahnstein und ist zuständig für Beschaffung, Bewirtschaftung und Grundsatzfragen rund um die Themen Rüstung, Nutzungsmanagement, Informationstechnik, und Versorgung der Bundeswehr.
www.bundeswehr-karriere.de

Montag, 12. August 2019

European Best Sniper Competition 2019 - hervorragender dritter Platz für Hammelburg

Grafenwöhr (ww) Vom 20. bis zum 26. Juli 2019 richtete das 7th Army Training Command der U.S. Army in Grafenwöhr den European Best Sniper Team Competition aus.  30 Mannschaften aus 16 Nationen nahmen daran teil, um sich in verschiedenen Disziplinen zu messen. Die Mannschaft der Scharfschützeninspektion des Ausbildungszentrums Infanterie aus Hammelburg belegte dabei einen hervorragenden dritten Platz. Sieger wurde eine Equipe der französischen Fremdenlegion vor einem tschechischen Team.
(Grafik: U.S. Army)
Der fünf Tage lange Wettkampf stellte die Teilnehmer aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Lettland, Niederlande, Polen, Slowenien, Spanien, Schweden, Tschechien, Türkei und den USA mit 30 einzelnen Stationen sowohl vor physische als auch psychische Herausforderungen.
Scharfschütze und Spotter des Ausbildungszentrums Infanterie mit G22A2 und G27 (vorne).
(Foto: Gertrud Zach/U.S.Army)
Geprüft wurden Schießleistungen mit dem Scharfschützengewehr, dem halbautomatischen Scharfschützengewehr, der Standardwaffe und der Pistole. Ziele in bis zu 700 Meter Entfernung galt es zu bekämpfen. Das erfolgte vom Schießgestell, mit Partnerunterstützung, freihändig, aus Gebäuden und sogar vom Schlauchboot aus – und teils unter Zeitdruck.
Schwedische Scharfschützen in unterschiedlichen Schießpositionen (Foto: Gertrud Zach/U.S.Army)
Spanisches Team auf dem Marsch in die Stellung (Foto: Gertrud Zach/U.S.Army)
Ein italienischer Spotter bekämpft Ziele im Nahbereich mit der Kurzwaffe (Foto: Gertrud Zach/U.S.Army)
Spotten, Schießen, Schlauchbootfahren (Foto: Gertrud Zach/U.S.Army)
Gewertet wurden benötigte Zeit und Trefferleistung. Bei der durch die lettischen Streitkräfte betriebene Station „Field Fire“ mussten Scharfschütze und Spotter unter Zeitdruck ihren Weg zur letzten Stellung in einem Gebäude freikämpfen. Anschließend mussten sie aus dem genommenen Gebäude heraus ein letztes Ziel durch ein „Loophole“ aufklären und bekämpfen.
Field Fire: Annäherung an die letzte Feuerstellung unter Feinddruck, nehmen des Gebäudes und Zielbekämpfung durch ein „Loophole“ (Fotos: Torsten Kraatz/Bundeswehr)






Neben den Schießdisziplinen standen Orientierung im Gelände, Selbst- und Kameradenhilfe und weitere Disziplinen im Fokus. Natürlich prüften die Ausrichter auch die Paradedisziplin der Sniper, nämlich die unerkannte Annäherung („Stalking“), ab. 
Ein deutsches Team beim „Stalking“ (Foto: Torsten Kraatz/Bundeswehr)

Ausgerechnet an einem der bis dato heißesten Tage des deutschen Sommers 2019 war ein Zwölf-Meilen-Gepäckmarsch mit sämtlicher Ausrüstung zu absolvieren. Bei über 30 Grad Celsius marschierten die Teilnehmer 19 Kilometer im Eilmarsch. Dabei waren neben 16 Kilo Gepäck auch noch Waffe und Wasser mitzuführen.
Der Gepäckmarsch am letzten Wettkampftag (Foto: Torsten Kraatz/Bundeswehr)
Dem Gepäcklauf schloss sich als letzte Disziplin der „Cold Bore Shot“ an, ein Schießen auf Ziele in über einer halben Meile Entfernung, welche mit Erstschusstreffern zu bekämpfen waren.
Das Team des Ausbildungszentrums Infanterie belegte einen hervorragenden dritten Platz
(Foto: Torsten Kraatz/Bundeswehr)

Neben dem Wettkampf selbst dient die jährlich ausgerichtete Veranstaltung dem Erfahrungsaustausch der „Sniper Community“ sowie der Kontaktpflege und der Verbesserung der Interoperabilität. So besteht im Rahmen des „Friendship Shoot“ die Möglichkeit, die Handwaffen der anderen Teams auszuprobieren. Und natürlich kam auch die internationale Kameradschaftspflege nicht zu kurz. Auf die Folgeveranstaltung im nächsten Jahr freuen sich schon jetzt wieder alle Teilnehmer.