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Freitag, 28. Februar 2020

Abschied von Dr. Peter Boßdorf

Bonn (ww) Mit großer Bestürzung habe ich vom Tod eines langjährigen sicherheitspolitischen und publizistischen Weggefährten erfahren. Am 26. Februar 2020 verstarb plötzlich und völlig unerwartet in seinem 58 Lebensjahr Dr. Peter Boßdorf, der Geschäftsführer des Mittler-Report-Verlags.
Peter Boßdorf und ich traten gemeinsam 2004 unsere Tätigkeit beim damaligen Report-Verlag in Bonn an. Er als stellvertretender Verlagsleiter, ich als Redakteur bei der Zeitschrift Soldat&Technik. Der Bildband "Bundeswehr - 50 Jahre Einsatz für den Frieden" und das Kompendium "Bundeswehr - 50 Jahre Wehrtechnik und Ausrüstung" gehörte zu den ersten Großprojekten. In der Folge erwarb sich Peter Boßdorf große Verdienste bei der Führung des Verlags und der Transformation der „Soldat&Technik“ zur sicherheitspolitisch breiter aufgestellten Zeitschrift „Strategie&Technik“.
Dr. Peter Boßdorf, 1962-2020 (Foto: Mittler Report)
Peter Boßdorf gestaltete ab 2011/2012 als Geschäftsführer maßgeblich die Verschmelzung des Report-Verlags mit dem Verlag E.S. Mittler&Sohn zum heutigen „Mittler-Report Verlag“ sowie die damit einhergehende Fusion der Zeitschriften „Strategie&Technik“ und „Europäische Sicherheit“ zur „Europäischen Sicherheit&Technik“. Ebenso baute er als Chefredakteur die englischsprachige „European Security&Defence“ von einer vierteljährlich erscheinenden Publikation zu einer international renommierten Monatszeitschrift aus. Ich durfte (und darf) mich nach meiner beruflichen Umorientierung 2011 weiterhin als freier Autor in beide angesehenen Publikationen einbringen. Erst kürzlich übernahm Peter Boßdorf weiterhin die Geschäftsführung der K&K Medienverlag-Hardthöhe GmbH und wurde Herausgeber des „Hardthöhenkurier“.  
Peter Boßdorf war stets ein innovativer Verlagsleiter, der immer ein offenes Ohr für die Belange seiner Mitarbeiter hatte,  Vertrauen gewährte, Freiräume ließ und dabei die unternehmerischen und publizistischen Ziele fest im Auge behielt. Und er war immer für Anregungen offen, neue Themen anzugehen. Das mündete bei unserer Zusammenarbeit unter anderem in die Wehrtechnischen Reports „Handwaffen und Kampfmittel“ sowie „Bekleidung und persönliche Ausrüstung“. Auf Grundlage beider etablierter Publikationen entstand - auch das Zeichen seines unternehmerischen und publizistischen Weitblicks - unterdessen das jährlich erscheinende Kompendium „Soldat&Technik". Unter Peter Boßdorfs Leitung hat sich dier Mittler Report Verlag zu einem Marktführer in der wehrtechnischen und sicherheitspolitischen Publizistik entwickelt. Und er hatte noch viel vor.
Gemeinsam mit vielen Freundinnen und Freunden, Weggefährten, Kameraden, Kolleginnen und Kollegen aus der „Strategic Community“ bin ich über den viel zu frühen Tod Peters tief erschüttert. Ich verliere mit Peter einen langjährigen Weggefährten, stets fairen und freundschaftlichen ehemaligen Vorgesetzten und nicht zuletzt einen lieb gewonnenen Menschen und guten Kameraden. Seine freundliche Art, sein feinsinniger Humor, seine Fröhlichkeit, die tiefgründigen Diskussionen über Sicherheitspolitik, aber auch über Geschichte, Zeitgeschehen, Kunst, Kultur, Fußball und Independent/Alternative Rock werden mir sehr fehlen. Mein tief empfundenes Beileid gilt seiner Familie. Ein letztes stilles Horrido, lieber Peter!

Jan-Phillipp Weisswange

www.esut.de
www.mittler-report.de

Donnerstag, 27. Februar 2020

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben - Enforce Tac und IWA&Outdoor Classics

Nürnberg (ww) Viele Kolleginnen, Kollegen und Kameraden - auch ich - wollten sich nächste Woche eigentlich nach Nürnberg zur Enforce Tac und zur IWA&Outdoor Classics aufmachen.
Aufgrund der neu entwickelten Lage mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2/Covid-19) hat sich die Nürnbergmesse heute dazu entschlossen, beide Messen auf unbestimmte Zeit zu verschieben.


Das Taktische Nachteulen-Collegium Enforce Tac/IWA 2020  muss daher ebenfalls leider auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Aber: aufgeschoben ist nicht aufgehoben!
Ich wünsche bis dahin viel Gesundheit!
Weitere Infos zur Coronavirus-Lage gibt es auf den Seiten des Bundesgesundheitsministeriums und des Robert-Koch-Instituts.

Montag, 24. Februar 2020

Accuracy International: Neue Scharfschützengewehre AX MKIII und AX50 ELR

Portsmouth, UK (ww) Der britische Scharfschützengewehrspezialist Accuracy International (AI) bringt zwei neue Modelle auf den Markt, das AX MK III und das AX50 ELR.
In das neue AX MKIII flossen die Erfahrungen mit der Multikalibermodell AXMC und dem für den US-Markt produzierten AXSR ein.
Das AX MKIII (Foto: Accuracy International)

Die Waffe ist für den militärischen Einsatz in Europa und weltweit entwickelt worden. Sie ist grundsätzlich für das Kaliber .338 Lapua Magnum ausgelegt. Jedoch gibt es Multikaliber-Umrüstsätze, die sich kundenspezifisch konfigurieren und auf den jeweiligen Auftrag anpassen lassen. Zu den weiteren Eigenschaften des AX MKIII gehören AI’s patentiertes Quickloc-Laufsystem, eine integrierte Schnittstelle für den Arca- Stativadapter und Barricade Supports, mit denen sich die Waffe besser auf Deckungen auflegen und fixieren lässt. Weiterhin wurden der Verschluss, der beidseitig bedienbare Dreistellungssicherungshebel und der austauschbare Pistolengriff im AR-Stil verbessert. Zum System gehört weiterhin das bewährte zweireihige Zehn-Schuss-Magazin, das für alle CIP-Laborierungen ausgelegt ist.
Das AX 50 ELR (Foto: Accuracy International)
Das AX50 ELR kommt serienmäßig im Kaliber .50 BMG, lässt sich aber auch für .408 CheyTac und .375 CheTac einrichten. Auch hier gehören das patentierte Quickloc-Laufsystem, die Arca-Schnittstelle, Barricade Supports und das zehn-Schuss-Magazin zum Standard.
www.accuracyinternational.com
www.pol-tec.de

Montag, 3. Februar 2020

NGSW-News aus Newington - SIG Sauers Systemansatz SIG MG-6.8 und SIG MCX-SPEAR

Newington/New Hampshire, USA (ww) SIG Sauer bringt seine Erfahrungen mit dem SIG MG 338 in das Vorhaben Next Generation Squad Weapon (NGSW) der U.S. Army ein. Die beiden auf der MILIPOL Ende November 2019 in Paris vorgestellten Waffen – das SIG MG-6.8 als leichtes MG (NGSW-AR) und das SIG MCX-SPEAR als Zielfernrohrgewehr (NGSW-R) – sind auf eine neue Hybridmunition im Kaliber 6,8 mm x 51 ausgelegt.
SIG MG-6.8 und...
SIG MCX-SPEAR (Fotos: JPW)
Das SIG MG-6.8 ist eine zuschießende Waffe mit Kurzhub-Gaskolbensystem. Es verfügt über eine Schnittstelle für einen Gurtkasten, eine Magazinzuführung ist nicht vorgesehen. Die Waffe wiegt mit 5.440 Gramm 35 Prozent weniger als ein vergleichbares MK48 Mod 1 in 7,62mm x 51. Weiterhin verfügt sie über das gleiche Rückstoßminderungssystem wie das SIG MG 338. Ebenso klappt der Deckel mit dem Gurtzuführeroberteil nicht nach vorne, sondern zur Seite auf. So lassen sich Optiken mit Vorsatzgeräten problemlos nutzen.

Der seitlich geöffnete Gehäusedeckel (Foto: JPW)
Der beidseitig bedienbare Feuerwahlhebel rastet in den Stellungen Sicher – Dauerfeuer – Einzelfeuer. Die Waffe lässt sich in jedem Ladezustand sichern. Die in fünf Positionen rastende ausziehbare Schulterstütze lässt sich an die linke Gehäuseseite anklappen.

Beidseitig bedienbarer Feuerwahlhebel (Foto: JPW)
Der Standard-Lauf kommt auf 16“ Länge (406 mm). Die Funktions- und Betriebssicherheitszertifizierung der U.S. Army liegt vor.
Das SIG MCX-SPEAR arbeitet ebenfalls mit einem Kurzhub-Gaskolbensystem. Es verfügt über einen Mechanismus mit dem doppeltem Ladehebel: So lässt sich die Waffe entweder in klassischer AR-15-Weise mit dem Spannhebel an der Gehäuserückseite oder aber über einen an der linken Waffenseite anklappbaren kleineren Ladehebel fertigladen.

Der vorne links sitzende anklappbare Ladehebel (Foto: JPW)
Die Waffe ist beidseitig bedienbar und verfügt über einen 13“-Lauf. Schalldämpfer der neuesten Generation lassen sich nutzen.
Die zugehörige Hybridmunition nutzt das von der U.S. Army vorgegebene 6,8mm-Geschoss und eine kombinierte Stahl-/Messinghülse. Hierdurch lassen sich bis zu 20 Prozent Gewicht gegenüber herkömmlicher Munition einsparen.
Die Hybridmunition in 6,8 mm x 51 (Foto: JPW)

Nach Firmenangaben fällt der Rückstoß dieser Laborierung aus dem SIG MG-6.8 der einer 5,56mm x 45 vergleichbar aus. Die 6,8 mm x 51 bringt aber bei einer effektiven Reichweite von 1.200 Metern eine deutlich höhere Wirkung ins Ziel als die kleinere NATO-Standardpatrone.
Sowohl SIG MG 6.8 als auch SIG MCX SPEAR lassen sich als Multikalibersysteme ebenso für andere Kaliber einrichten, etwa 7,62 mm x 51 oder 6.5 Creedmoor. Auch die Hybridmunition soll in anderen Kalibern verfügbar gemacht werden.

www.sigsauer.com

Dienstag, 28. Januar 2020

Kommentar: Fehlende Wehrverfassungstreue

Berlin, Köln (ww) Für Aufsehen sorgen derzeit einmal mehr Meldungen über Fälle von Extremismus und des Verdachts der fehlenden Verfassungstreue einzelner Angehöriger der Bundeswehr. Der Wehrbeauftragte des Bundestags geht in seinem heute veröffentlichten Jahresbericht 2019 ebenfalls darauf ein. (Die Berichte des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages halte ich für staatsbürgerliche Pflichtlektüre. Der heute am 28. Januar 2020 dem Parlament zugeleitete Jahresbericht 2019 findet sich unter diesem Link).
Daß Extremisten jeglicher Coleur in der Bundeswehr ebenso fehl am Platze sind wie Rassisten, Menschenverächter  und sonstige ideologisch Verblendete oder Verwirrte, ist völlig unstrittig. Aufhorchen lässt jedoch der noch relativ neue Tatbestand der "fehlenden Verfassungstreue", den man als Soldat erfüllen kann, ohne Extremist zu sein. Denn Soldaten stehen in einem besonderen Treueverhältnis zu ihrem Staat, dessen Volk und dessen Verfassung.

Die Soldatinnen und Soldaten stehen in einem besonderen Treuerverhältnis zu Volk, Vaterland und Verfassung. Das kam auch in dieser Anzeigenkampagne zum Tag des Grundgesetzes zum Ausdruck. (Foto: JPW)

Jeder Soldat leistet einen Treueeid, der sich auch auf das Grundgesetz erstreckt. Ich fühle mich bis heute als Reserveoffizier meinem Eid verpflichtet, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe.  Eine "fehlende Verfassungstreue" würde ich somit einem Eidbruch gleichsetzen. Der wiegt bei Soldaten besonders schwer. Wohl auch deshalb legen Soldaten (jedenfalls alle mir bekannten, seien es deutsche oder ausländische Kameraden) ihrerseits bezüglich geleisteter Treueschwüre hohe Maßstäbe an. Da Loyalität eben keine Einbahnstraße ist, erwarten die Soldaten der Bundeswehr von anderen vereidigten Vertreterinnen und Vertretern unseres Staates völlig zu Recht, daß diese ihrerseits zu ihren geleisteten Eiden gegenüber Volk, Vaterland und Verfassung stehen. Angesichts des Zustandes der vernachlässigten Bundeswehr, über den die Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages nicht nur heute, sondern seit etlichen Jahren alarmierendes berichten, könnte sich daher für Soldaten – als Staatsbürger in Uniform sowieso – eine andere provokative Frage stellen: Lässt sich "fehlende Verfassungstreue" bis hin zum Eidbruch nicht viel eindeutiger an anderen Stellen außerhalb der Streitkräfte attestieren?  Zumindest wenn man davon ausgehen kann, daß Artikel 87a GG einsatzbereite Streitkräfte meint, die der Bund zur Verteidigung aufstellt?
Nun lässt sich nicht abstreiten, daß der jetzige Zustand der Bundeswehr das Ergebnis einer aus sicherheitspolitischem Desinteresse gespeisten gesamtgesellschaftlichen Vernachlässigung und nicht das Werk einzelner Verschwörer in Kooperation mit hackenknallenden Schönfärber-Karrieristen ist. Aber eines dürfte doch klar werden: Der Vorwurf fehlender Verfassungstreue ist keineswegs als leichtfertig anzusehen. Ebensowenig darf er leichtfertig erfolgen. Um so dringlicher erscheint mir hier grundsätzlicher Klärungsbedarf geboten. Ist die Kreation eines solchen Tatbestands neben dem der extremistischen Betätigung überhaupt notwendig?  Und falls ja: Wer legt die Maßstäbe für „mangelnde Verfassungstreue“ auf welcher Grundlage fest? Unklarheit führt jedenfalls zu Unsicherheit, was wiederum der Willkür Tür und Tor öffnen kann – mit unabsehbaren schädlichen Folgen für unser freiheitliches, demokratisches und rechtstaatliches Gemeinwesen. Mindestens ebenso schädlich wäre es für unser Gemeinwesen, wenn sich hinsichtlich der Fähigkeit zur umfassenden Landes- und Bündnisverteidigung nicht deutlich mehr täte.
Der Kampf gegen Extremismus ist aller Ehren wert. Und auch wenn jeder Fall ein Fall zuviel ist: Die Bundeswehr führt ihn erfolgreich. Das zeigt unter anderem der Umstand, daß die Fallzahlen im Promillebereich liegen. Allein schon deshalb darf der Kampf gegen den Extremismus nicht von viel größeren offenen Flanken hinsichtlich unserer Verteidigungsfähigkeit ablenken. Zumal die Soldaten diese nur mit gesamtgesellschaftlichem Rückhalt schließen können.
 
Jan-Phillipp Weisswange

Freitag, 24. Januar 2020

Steilfeuer-SCORPION: MEPAC für französische Streitkräfte

Paris (ww) Die französischen Streitkräfte beschaffen im Rahmen ihres Modernisierungsprogramms SCORPION den Mörserträger MEPAC. MEPAC steht für Mortier Embarqué pour l‘ Appui au Contact, also etwa „Fahrzeuggestützter Mörser zur Feuerunterstützung bei Feindberührung“. Ein Entsprechender Auftrag erging Ende Dezember 2019 durch die französische Beschaffungsbehörde DGA an das Firmenkonsortium aus Nexter, Arquus und Thales.
Konzeptstudie des VBMR Griffon MEPAC (Grafik: Nexter)

Als Trägerfahrzeug dient das im Rahmen des SCORPION-Programms bereits gerüstete Véhicule Blindé Multi-Role (VBMR, gepanzertes Mehrzweckfahrzeug) „Griffon“, welches mit der 120mm-Mörserwaffe 2R2M (Rifled Recoiled Mounted Mortar) von Thales ausgestattet werden wird. Insgesamt sollen 54 MEPAC beschafft werden, wodurch die Zahl der Griffon-Fahrzeuge auf 1.872 steigen wird. Das erste Fahrzeug soll 2023 zulaufen. Die Lieferungen sollen 2027 abgeschlossen werden.
Die Thales-Mörserwaffe 2R2M ist speziell für den fahrzeuggestützten Einsatz entwickelt worden und wiegt rund 1.500 Kg. Die Waffe verfügt über ein gezogenes Rohr und ein halbautomatisches Ladesystem. Die Reichweite mit normaler Munition liegt bei 8.100 Metern, mit reichweitengesteigerter Munition(Raketenmotor) kann sie auf etwa 13 Kilometer wirken.

Die 2R2M-Mörserwaffe von Thales (Foto: JPW)
Eine typische Fahrzeugbesatzung besteht aus vier Soldaten: Kommandant, Fahrer sowie Richt- und Ladeschütze. Wirkungsfeuer kann in weniger als einer Minute erfolgen, anschließend kann das Fahrzeug die Feuerstellung sofort verlassen. Die Schussfolge liegt bei zehn Schuss pro Minute.
Die Thales-Mörserwaffe 2R2M befindet sich bisher bei vier Nutzerstaaten im Einsatz, die französischen Streitkräfte führen sie erstmals ein. Dabei handelt es sich nach Angaben des Firmenkonsortiums  um eine nochmals modifizierte Version mit Verbesserungen an der Systemarchitektur sowie an der Optronik.  Auch der Griffon wird modifizert, um Waffenanlage, Bediener und Munitionsvorrat aufnehmen zu können. Ebenso erhält er vergrößerte Dachluken.

www.nexter-group.fr
www.arquus-defense.com
www.thalesgroup.com

Mittwoch, 22. Januar 2020

Kostümkunde/Gearcheck: Grau als neue Barettfarbe im Österreichischen Bundesheer

Wiener Neustadt (ww) Grau ist alle Theorie, heißt es. Die Ausbildung an der traditionsreichen Theresianischen Militärakademie ist aber alles andere als nur theoretisch. Schließlich werden dort seit 1752 vor allem Offiziere aus- und fortgebildet. Heute durchlaufen alle Truppenoffiziere des Bundesheeres dort ihre Ausbildung, aber auch ausländische Armeeangehörige. Gleichwohl hält in der Militärakademie derzeit die Farbe Grau Einzug - und zwar bei den Baretten der Kadetten.
Im Rahmen eines Appells erhielten die Kadetten ihre neuen grauen Barette. (Foto: Bundesheer)
Bisher hatten die Angehörigen der am 14. Dezember 1751 durch Maria Theresia gegründeten Kaderschmiede - immerhin eine der ältesten Ausbildungseinrichtungen ihrer Art in Europa - grüne Barette getragen. Im August letzten Jahres war die Umkleidung beschlossen worden. Jetzt wurden die neuen Kopfbedeckungen übergeben.

www.milak.at

FuBeSi für SIG MG 338 - neues Maschinengewehr in .338 Norma Magnum für das US SOCOM

Fort Bragg (ww) Das SIG MG 338 hat die Zertifizierung der Funktions- und Betriebssicherheit (FuBeSi) erhalten. Das United States Special Operation Command (USSOCOM) hat gemeinsam in enger Kooperation mit SIG Sauer weiterhin neben dem neuen Maschinengewehr auch die 338 Norma-Magnum-Munition und die SIG Sauer-Signaturreduzierer der neuesten Generation zertifiziert. In der Folge hat SIG Sauer mehrere komplette Systeme – Waffen, Munition und Schalldämpfer – an die Truppe ausgeliefert. Alle Komponenten sind in den USA von SIG Sauer entwickelt worden und werden dort auch durch die Firma produziert.
Das neue SIG MG 338 in Flat Dark Earth. (Foto: SIG Sauer)
Das SIG MG338 ist ein gurtgeladenes, leichtes mittleres Maschinengewehr im Kaliber .338 Norma Magnum (8,6 x 64 mm). Es fällt mit etwas weniger als zehn Kilogramm vergleichsweise leicht aus. Die Waffe arbeitet mit einem Kurzhub-Gaskolbensystem und verfügt über ein eigens entwickeltes Rückstoßminderungssystem, was den gefühlten Rückstoß dem einer Waffe in 5,56 x 45 mm vergleichbar machen soll. Die Waffe ist beidseitig bedienbar, Ladehebel und Zuführung lassen sich an beide Waffenseiten verlegen. Gehäusedeckel und Gurtzuführeroberteil lassen sich seitlich aufklappen, was die Ladetätigkeiten bei montierten Optiken und Vorsatzgeräten erleichtert. Ebenso lässt sich das MG in jedem Ladezustand sichern. Es sind verschiedene Läufe in unterschiedlicher Länge verfügbar.
Die Waffe fällt relativ lang, dabei aber vergleichsweise leicht aus (Foto: JPW)
Das SIG MG 338 ergänzt im infanteristischen Werkzeugkasten der US-Streitkräfte die derzeit in Nutzung befindlichen MGs. Im Vergleich zum  Universal-MG M240 – eine Version des legendären MAG von FN Herstal  in 7,62 mm x 51 – fällt es mit nur rund zehn Kilo fühlbar leichter aus. Dazu bringt es höhere Wirkung auf deutlich höhere Reichweiten ins Ziel. Mit bis zu 2.000 Metern reicht diese sogar an das Browning M2 im Kaliber .50 BMG (12,7 mm x 99) heran, wobei sich das SIG MG338 von einem Schützen bedienen lässt und nur etwa ein Viertel so viel wiegt. Ebenso reduziert der neue Schalldämpfer nach Firmenangaben nicht nur die Mündungssignaturen, sondern auch die gesundheitsschädlichen Auswirkungen der Mündungsgase auf den Schützen. 
SIG Sauer Inc.-Chef Ron Cohen wies auf die historische Bedeutung dieses Auftrags hin: „Erstmals seit Jahrzehnten hat das US-Militär ein neues Maschinengewehr, Munition und Schalldämpfer zeitgleich zertifiziert, die alle von derselben Firma stammen.“

www.sigsauer.com

Montag, 20. Januar 2020

Modernisierter Marder - Bundeswehr beauftragt Rheinmetall mit Schützenpanzer-Nutzungsdauerverlängerung

Seit 40 Jahren ist er das Arbeitspferd der deutschen Dragoner – jetzt wird der Marder erneut modernisiert. So hat die Bundeswehr Rheinmetall mit weiteren Maßnahmen zur Nutzungsdauerverlängerung des einsatzbewährten Schützenpanzers beauftragt. Damit soll die Leistungsfähigkeit des Gefechtsfahrzeugs, welches erstmals 1971 bei der Bundeswehr eingeführt wurde, erhalten und ausgebaut werden. Zwischen 2020 und 2023 soll Rheinmetall insgesamt 78 Umrüstsätze, Bord- und Sonderwerkzeuge, logistische Anteile, einen Ersatzteil-Erstbedarf sowie Ausbildungsleistungen an die Truppe liefern. Der Auftrag hat einen Wert von rund 110 MioEUR brutto.

Modernisierter Marder mit MELLS statt Milan (Foto: Carl Schultze via Rheinmetall)
Um die Kettenfahrzeuge für die kommenden Jahre bei der Bundeswehr einsatzbereit zu halten, wird der Antriebsstrang der 71 Fahrzeuge des Typs Marder 1A5 ersetzt. Erstmals wird dabei ein neues Triebwerkmodell verbaut, mit dem die Motorleistung des Marders von 600 auf über 750 PS gesteigert wird. Das neue Triebwerk steigert die Agilität des Schützenpanzers deutlich. Die Bundeswehr setzt hier auf eine neue und zugleich moderne und zukunftsweisende Lösung namhafter deutscher Hersteller.
Im Rahmen eines umfangreichen Entwicklungsvertrages gab es zuletzt bereits signifikante Modernisierungen für die Marder-Flotte. So wurde die neue Panzerabwehrwaffe Mehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörpersystem (MELLS) in die verschiedenen Varianten des Schützenpanzers Marder integriert sowie auch ein neues Fahrersichtsystem, ein Wärmebildzielgerät sowie eine Feuerwarn- und Löschanlage beauftragt. Teile dieser Nutzungsdauerverlängerung sind bereits mit Serienverträgen beauftragt und befinden sich im Zulauf an die Truppe.
Ein neues Triebwerk steigert die Agilität des einsatzbewährten Schützenpanzers (Foto: Carl Schulze via Rheinmetall)
Im Mittelpunkt all dieser Maßnahmen zur Nutzungsdauerverlängerung geht es vor allem um die Beseitigung bekannter Obsoleszenzen des Marders. Dabei können einzelne Maßnahmen als modulare Umrüstsätze geliefert werden und – beispielsweise im Rahmen von planbaren Wartungsarbeiten – integriert werden, um die Verfügbarkeit der Fahrzeuge zu gewährleisten.
Der im Dezember 2019 durch die Bundeswehr erteilte Auftrag an Rheinmetall birgt Potential für weitere nutzungsdauerverlängernde Maßnahmen im In- und Ausland. Neben Deutschland nutzen auch Chile, Indonesien und Jordanien den Schützenpanzer Marder.
Als Entwickler und Systemhaus verfügt Rheinmetall über ausgewiesene Kompetenz und Erfahrung für den Schützenpanzer Marder. Das Waffensystem lief bei den Vorgängerorganisationen der heutigen Rheinmetall Landsysteme GmbH in Kassel von den Bändern. Der äußerst zuverlässige und einsatzerprobte Marder wird noch einige Jahre ein wichtiges Arbeitspferd der deutschen Panzergrenadiertruppe bleiben, auch wenn der Nachfolger Puma bald in einer Stückzahl von 350 Exemplaren bei der Truppe eingeführt sein wird.


www.rheinmetall.com



Donnerstag, 16. Januar 2020

Neue Karbon-Stativsätze für Scharfschützen-Gewehre G22A2 der Bundeswehr

Koblenz (ww) Zur Vollausstattung des Scharfschützengewehrs G22A2 (Accuracy International/Pol-Tec) gehören künftig neue Karbon-Stativsätze. Mit den neuen Stativen ist es den Scharfschützen der Bundeswehr  erstmals möglich, bis zur maximalen Kampfentfernung ohne Präzisionsverlust auch vom Dreibein aus operieren zu können.
Das G22A2 auf dem RRS-Karbonstativ (Foto: BAAINBw K6.2)
Die Stative stammen aus der S.O.A.R.-Serie des US-Herstellers Really Right Stuff. Es handelt sich um das Modell TFCT-24L Mk2. Es hat je nach eingestellter Position eine Tragekapazität von bis zu 32 Kilogramm und ist maximal 175 cm hoch. Die einzelnen Stativbeine bestehen aus vier Segmenten. Das TFCT-24L MK2 wiegt dank des Karbon-Materials nur 2.083 Gramm und lässt sich auf ein Packmaß von 66 cm Länge und zehn Zentimeter Durchmesser zusammenlegen. Zum Satz gehören weiterhin speziell für diese Stative entwickelte und hergestellte Trageausstattungen vom Hersteller Lindnerhof-Taktik GmbH aus dem bayerischen Lenggries.
Stativ in Transportstellung mit Tragevorrichtung von Lindnerhof (Foto: BAAINBw K6.2)
Hintergrund der Beschaffung sind taktisch-operative Vorteile. Nicht ohne Stolz teilt das zuständige Referat BAAINBw K6.2 mit, daß es mit der Auslieferung dieser Hochwertstative gelingt, den Ausstattungsumfang der Scharfschützen der Bundeswehr deutlich zu verbessern. So führt der taktische und operative Nutzwert eines guten Stativs bei drei von vier Beobachtungs-/ Schusspositionen (sitzend, kniend, stehend) zu einer erheblichen Befähigungssteigerung im Gesamtsystem. Die Stativsätze befinden sich aktuell in der Auslieferung an die Truppenteile der nutzenden militärischen Organisationsbereiche.

https://soar.reallyrightstuff.com
https://www.lindnerhof-taktik.de