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Freitag, 16. August 2019

Project Greyfin - Modernisierungsprogramm für die Spezialkräfte Australiens

Sydney (ww) Die australische Regierung hat das Modernisierungsprogramm „Project Greyfin“ auf den Weg gebracht, welches die Kampfkraft der australischen Spezialkräfte erhöhen soll. „Globale Bedrohungen werden sich fortentwickeln und sich dabei auch auf die Interessen Australiens auswirken“, so Premierminister Scott Morrison. „Durch diese Ausgaben verhelfen wir es unseren Spezialkräften zu neuester Technologie und ermöglichen ihnen so einen Vorsprung gegenüber jenen, die unsere Interessen bedrohen.“
Commandos in einem Festrumpfschlauchboot (Foto: MoD Australia)
In einer ersten Stufe bewilligte die Regierung 500 Millionen Australische Dollar (ca. 302 Mio Euro) über einen Zeitraum von vier Jahren. Über die nächsten 20 Jahre sollen insgesamt 3 Mrd AUSD (ca 1,81 Mrd €) für die Spezialkräfte bereitgestellt werden. Ziel ist es, Verbände wie das Australische Special Air Service Regiment oder die beiden Commando-Regimenter zu den leistungsfähigsten Truppenkörpern ihrer Art im Indo-Pazifischen Raum zu machen.
Neue Waffen, Schutzwesten und Ausrüstung sollen ebenso zulaufen...(Foto: MOD Australia)
Mit den jetzt bereitgestellten Haushaltsmitteln sollen neue ballistische Schutzausstattungen, Waffen, Drohnen, Fallschirmsprungsysteme, Tauchgeräte und Kletterausstattung beschafft werden. Weiterhin stehen moderne Fernmeldemittel, medizinische Ausrüstung, Kampfrettung und die Ausbildung im Fokus. Darüber hinaus sollen bis 2022 bis zu 16 SOF-Unterstützungshubschrauber zufliegen.
...wie bis zu 16 neue Unterstützungshubschrauber (Foto: MOD Australia)
Hintergrund für Project Greyfin ist die zunehmend angespannte sicherheitspolitische Lage im Indo-Pazifischen Raum . So zeigen sich die USA und Australien wegen verschiedener Aktivitäten der chinesischen Streitkräfte im südchinesischen Meer besorgt. Auch Berichte über eine angebliche chinesische Basis in Kambodscha und ein bevorstehendes Unabhängigkeitsreferendum in der zu Papua-Neuguinea gehörenden autonomen Region Bougainville gelten als mögliche Brennpunkte. Wohl auch deshalb begrüßt die australische Opposition die höheren Investitionen in die Verteidigungsfähigkeit. Mit Project Greyfin erreicht Australien sein Ziel, im Haushaltsjahr 2020-21 zwei Prozent seines Haushaltes für die Verteidigung auszugeben.
Zugangssprengung (Foto: MOD Australia)
Die australischen Spezialkräfte sind im Special Operations Command zusammengefasst. Sie bestehen aus dem Headquarters Special Operations Command, dem 1st Commando Regiment, dem Special Air Service Regiment, dem 2nd Commando Regiment, dem Special Operations Engineer Regiment, der Special Operations Logistics Squadron, dem Special Operations Training & Education Centre und der Parachute Training School.

Dienstag, 13. August 2019

Eins und eins macht eins - Rheinmetall stellt 60mm-Mörser RSG60 für Infanterie und Spezialkräfte vor

Düsseldorf (ww) Kompakte Mörser verhelfen Infanterie und Spezialkräften zu einer eigenen Steilfeuer-Fähigkeit. Auf diese Weise lassen sich selbst verschanzte Gegner auf Entfernungen bekämpfen, wohin die Flachfeuerwaffe oder die Granatmaschinenwaffe nicht mehr hinreicht.
Rheinmetall hat jetzt seinen neuen RSG60 vorgestellt, eine neue 60mm-Mörserwaffe für Infanterie und Spezialkräfte. Er weist neuartige Design- und Konstruktionsmerkmale auf. 
Rheinmetall RSG60 als Standard-Infanterieversion... (Foto: Rheinmetall)
Das rund 70 Zentimeter lange Waffenrohr besteht aus Stahl mit einer Kohlefaserumwicklung, um einerseits die notwendige Festigkeit und andererseits ein leichteres Gewicht zu erreichen. So ist das Waffenrohr rund 30 Prozent leichter als ein konventionelles Mörserrohr aus Stahl. Die Bodenplatte besteht aus einem Kohlefaserverbundwerkstoff.
Das neuartige Design der Waffe wirkt sich platzsparend aus und ermöglicht es den Nutzern, den Mörser in wenigen Sekunden aus der Transportstellung heraus feuerbereit zu machen. Weiterhin wird der RSG60 als „Zwei-in Eins-Lösung“ präsentiert. So lässt sich die 15,8 Kilogramm schwere Standard-Variante des handlichen Steilfeuersystems mit wenigen Handgriffen und werkzeuglos zu einem 6,8 Kilogramm schweren Kommandomörser umwandeln. Das hierzu erforderliche Lösen vierer Haltebolzen nimmt nur rund etwa 30 Sekunden in Anspruch.
...als Kommando-Variante...(Foto: Rheinmetall)
Rheinmetall gibt die Reichweite der Standardausführung je nach Munition und Ladung mit bis zu 3200 Metern an. Mit einer etwa 30 Zentimeter langen Rohrverlängerung lässt sie sich nochmals um rund 500 Meter steigern. In der Kommando-Variante erreicht der RSG60 eine Reichweite von rund 2000 Metern.
...und in Transportstellung (Foto: Rheinmetall)
Die Entwicklung der neuen Mörserwaffe begann im Oktober 2017. Ziel Rheinmetalls war es, das Portfolio seiner vielseitigen 60mm-Mörsermunitionsfamilie und seiner Feuerleitkomponenten um eine zugehörige und zukunftsträchtige Waffe zu ergänzen. Von Anfang an standen daher Gewichtsersparnis, Schnelligkeit und Ergonomie im Zentrum der Entwicklungsarbeiten des RSG60. Der RSG60 hat bereits mehrere Testschießen erfolgreich absolviert.

www.rheinmetall-defence.de

Karriere in Koblenz - BAAINBw sucht Ingenieure, Juristen, Wirtschaftswissenschaftler und Beamten

Koblenz (ww) Gerne geben wir einen Terminhinweis des Bundesamtes für Ausrüstung Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) weiter. Die Beschaffungsbehörde sucht derzeit vor allem Ingenieure, Juristen Wirtschaftswissenschaftler aber auch Beamten für den technischen und nichttechnischen Dienst. Hierzu veranstaltet das BAAINBw am 16. Und 17. August in Koblenz-Rauental zwei Karrieretage, um allen Interessierten einen detaillierten Einblick in den Rüstungsbereich der Bundeswehr als Arbeitgeber zu ermöglichen.

Die Veranstaltung beginnt am 16. August 2019 um 15.00 Uhr und endet um 19.00 Uhr. Am 17. August starten die Karrieretage um 10.00 und enden um 16.00. Veranstaltungsort ist das BAAINBw, Ferdinand-Sauerbruch-Straße 1, 56073 Koblenz.
Besucher und Bewerber sind herzlich willkommen. Interessierte können vor Ort einen Eindruck vom Arbeitgeber Bundeswehr und den Aufgaben im BAAINBw gewinnen, Fragen stellen und direkt eine Bewerbung abgeben. Weitere Informationen unter www.bundeswehr-karriere.de
Das BAAINBw hat Sitze in Koblenz und Lahnstein und ist zuständig für Beschaffung, Bewirtschaftung und Grundsatzfragen rund um die Themen Rüstung, Nutzungsmanagement, Informationstechnik, und Versorgung der Bundeswehr.
www.bundeswehr-karriere.de

Montag, 12. August 2019

European Best Sniper Competition 2019 - hervorragender dritter Platz für Hammelburg

Grafenwöhr (ww) Vom 20. bis zum 26. Juli 2019 richtete das 7th Army Training Command der U.S. Army in Grafenwöhr den European Best Sniper Team Competition aus.  30 Mannschaften aus 16 Nationen nahmen daran teil, um sich in verschiedenen Disziplinen zu messen. Die Mannschaft der Scharfschützeninspektion des Ausbildungszentrums Infanterie aus Hammelburg belegte dabei einen hervorragenden dritten Platz. Sieger wurde eine Equipe der französischen Fremdenlegion vor einem tschechischen Team.
(Grafik: U.S. Army)
Der fünf Tage lange Wettkampf stellte die Teilnehmer aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Lettland, Niederlande, Polen, Slowenien, Spanien, Schweden, Tschechien, Türkei und den USA mit 30 einzelnen Stationen sowohl vor physische als auch psychische Herausforderungen.
Scharfschütze und Spotter des Ausbildungszentrums Infanterie mit G22A2 und G27 (vorne).
(Foto: Gertrud Zach/U.S.Army)
Geprüft wurden Schießleistungen mit dem Scharfschützengewehr, dem halbautomatischen Scharfschützengewehr, der Standardwaffe und der Pistole. Ziele in bis zu 700 Meter Entfernung galt es zu bekämpfen. Das erfolgte vom Schießgestell, mit Partnerunterstützung, freihändig, aus Gebäuden und sogar vom Schlauchboot aus – und teils unter Zeitdruck.
Schwedische Scharfschützen in unterschiedlichen Schießpositionen (Foto: Gertrud Zach/U.S.Army)
Spanisches Team auf dem Marsch in die Stellung (Foto: Gertrud Zach/U.S.Army)
Ein italienischer Spotter bekämpft Ziele im Nahbereich mit der Kurzwaffe (Foto: Gertrud Zach/U.S.Army)
Spotten, Schießen, Schlauchbootfahren (Foto: Gertrud Zach/U.S.Army)
Gewertet wurden benötigte Zeit und Trefferleistung. Bei der durch die lettischen Streitkräfte betriebene Station „Field Fire“ mussten Scharfschütze und Spotter unter Zeitdruck ihren Weg zur letzten Stellung in einem Gebäude freikämpfen. Anschließend mussten sie aus dem genommenen Gebäude heraus ein letztes Ziel durch ein „Loophole“ aufklären und bekämpfen.
Field Fire: Annäherung an die letzte Feuerstellung unter Feinddruck, nehmen des Gebäudes und Zielbekämpfung durch ein „Loophole“ (Fotos: Torsten Kraatz/Bundeswehr)






Neben den Schießdisziplinen standen Orientierung im Gelände, Selbst- und Kameradenhilfe und weitere Disziplinen im Fokus. Natürlich prüften die Ausrichter auch die Paradedisziplin der Sniper, nämlich die unerkannte Annäherung („Stalking“), ab. 
Ein deutsches Team beim „Stalking“ (Foto: Torsten Kraatz/Bundeswehr)

Ausgerechnet an einem der bis dato heißesten Tage des deutschen Sommers 2019 war ein Zwölf-Meilen-Gepäckmarsch mit sämtlicher Ausrüstung zu absolvieren. Bei über 30 Grad Celsius marschierten die Teilnehmer 19 Kilometer im Eilmarsch. Dabei waren neben 16 Kilo Gepäck auch noch Waffe und Wasser mitzuführen.
Der Gepäckmarsch am letzten Wettkampftag (Foto: Torsten Kraatz/Bundeswehr)
Dem Gepäcklauf schloss sich als letzte Disziplin der „Cold Bore Shot“ an, ein Schießen auf Ziele in über einer halben Meile Entfernung, welche mit Erstschusstreffern zu bekämpfen waren.
Das Team des Ausbildungszentrums Infanterie belegte einen hervorragenden dritten Platz
(Foto: Torsten Kraatz/Bundeswehr)

Neben dem Wettkampf selbst dient die jährlich ausgerichtete Veranstaltung dem Erfahrungsaustausch der „Sniper Community“ sowie der Kontaktpflege und der Verbesserung der Interoperabilität. So besteht im Rahmen des „Friendship Shoot“ die Möglichkeit, die Handwaffen der anderen Teams auszuprobieren. Und natürlich kam auch die internationale Kameradschaftspflege nicht zu kurz. Auf die Folgeveranstaltung im nächsten Jahr freuen sich schon jetzt wieder alle Teilnehmer.

Mittwoch, 24. Juli 2019

Streitkräftegemeinsames Tätigkeitsabzeichen Scharfschütze der Bundeswehr

Berlin, Hammelburg, Grafenwöhr (ww) Gegenwärtig läuft in Grafenwöhr der von der U.S. Army ausgerichtete European Best Sniper Competition. Im Rahmen dieses fordernden Wettbewerbs ringen Teams aus 17 Nationen  um den Sieg. Eine Beobachtung am Rande: Bei der Bundeswehr gibt es seit Ende letzten Jahres ein neues streitkräftegemeinsames Tätigkeitsabzeichen Scharfschütze/Präzisionsschütze.


Das neue Tätigkeitsabzeichen Scharfschütze7Präzisionsschütze, hier eine gestickte Tarnausführung. (Foto: JPW)
Das in den Stufen gold, silber oder bronze getragene Abzeichen zeigt einen beidseitig mit vier Streifen eingefassten Kreis mit stilisierter Visiereinrichtung im Eichenlaubkranz. Auf dem Dienstanzug wird es metallgeprägt bronze-, silber- oder goldfarben getragen.
Voraussetzung ist die fachbezogene Verwendung auf Dienstposten in der Bundeswehr, die in den Organisationsgrundlagen mit den Tätigkeitsbezeichnungen „Scharfschütze“ bzw. „Präzisionsschütze Feldjägerwesen Bundeswehr“ geschlüsselt sind.
Deutsches Team beim ESBC 2019 mit G22A2 (Foto: Bundeswehr/Torsten Kraatz)
Die Stufe I, Bronze wird nach erfolgreichem Abschluss des Verwendungslehrgangs Scharfschütze G22 verliehen. Die Stufe II, Silber gibt es nach drei Jahren fachbezogener Verwendung als Scharfschütze bzw. Präzisionsschütze und erfolgreichem Abschluss des Verwendungslehrgangs Scharfschützentruppführer G22. Die Stufe III, Gold wird nach sechs  Jahren fachbezogener Verwendung als Scharfschütze bzw. Präzisionsschütze und erfolgreichem Abschluss des Verwendungslehrgangs Scharfschützentruppführer G22 verliehen.


www.bundeswehr.de



Montag, 22. Juli 2019

System Panzergrenadier - moderne Ausstattung für die NATO-Speerspitze VJTF2023

Berlin, Düsseldorf, Kassel, München (ww) Die von der Bundeswehr gestellten NATO-Speerspitze Very High Joint Readiness Task Force 2023 (VJTF 2023) soll mit modernster Ausrüstung ihren Auftrag erfüllen. Das System Panzergrenadier bindet den Schützenpanzer Puma, das Hauptwaffensystem der Panzergrenadiere, und die modulare Kampfausstattung „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System“ zukunftsweisend in die vernetzte Operationsführung ein.
Abgesessene Panzergrenadiere vor ihrem Schützenpanzer Puma (Foto: Ralph Zwilling via Rheinmetall)
Vor einigen Tagen hat der Haushaltsausschuss des deutschen Bundestags die Mittel bereitgestellt, Mitte Juli hat eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) für das Vorhaben „System Panzergrenadier VJTF 2023“ ihre Aufträge erhalten. Die Arbeiten haben bereits begonnen und sollen bis zum Ende der VJTF-Bereitschaftsphase im Jahr 2024 fortgeführt werden. Die ARGE ist ein Zusammenschluss aus dem Puma-Hersteller PSM Projekt System Management GmbH – einem Joint Venture von Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall – und der Rheinmetall Electronics GmbH.


Kampfwertsteigerungen am Puma
Die umfangreichen Arbeiten betreffen zum einen den Schützenpanzer Puma. Die für die VJTF 2023 vorgesehenen 41 Exemplare durchlaufen umfangreiche Kampfwertsteigerungen. Zudem erfolgen weitere Maßnahmen zur besseren Vernetzung von Schützenpanzern und abgesessenen Panzergrenadieren.
Das Auftragspaket umfasst unter anderem eine neue Generation digitaler Funkgeräte für die Schützenpanzer. Sie werden Fahrzeugfunkgeräte SDTR/SOVERON VR erhalten, modernste taktische Software Defined Radios (SDR) aus dem Hause Rohde & Schwarz. Hinzu kommt die Einrüstung des Mehrrollenfähigen Leichten Lenkflugkörpersystems (MELLS), das den Pumas einen erheblichen Fähigkeitszuwachs gibt. Auch die Einrüstung neuer Tagsicht- und Wärmebildkameras sowie Farbdisplays gehört zum beauftragten Leistungspaket. Durch die optimierte Tag- und Nachtsicht wird die Aufklärungsreichweite gesteigert und der Besatzung ein erweiterter Sichtbereich gegeben.
Eng verknüpft mit den Hardware-Einrüstungen der neuen Optroniksysteme und Monitore für die Schützenpanzer ist der Vertrag für die bereits angelaufene Entwicklung der „Sichtmittelverbesserung Fahrgestell“ durch die Rheinmetall Landsysteme GmbH. Im Zuge der Entwicklung der neuen Sichtmittel und deren Integration in den Puma sollen zunächst fünf Sätze Erstmuster-Baugruppen gefertigt und in fünf Serienfahrzeuge integriert werden. Diese Arbeiten sollen bis 2022 abgeschlossen werden. Anschließend erfolgt bis 2023 die Nachweisführung bei den wehrtechnischen Dienststellen.
Ebenso werden neue Ausbildungsmittel bereitgestellt, um eine realitätsnahe Ausbildung des Verbandes zu ermöglichen. Zudem ist die komplette logistische Versorgung der VJTF-Pumas über einen Zeitraum von fünf Jahren, also Ersatzteile und Sonderwerkzeuge sowie die Ersatzteillogistik in dem Auftragspaket enthalten.


BMS TacNet und neuer K-Stand des IdZ-ES
Rheinmetall stattet zudem die Panzergrenadierkompanien der VJTF 2023 mit dem einheitlichen Führungs- und Informationssystem Informationssystem (BMS) „TacNet“ aus. Ebenso werden zunächst zehn Zugsysteme des Soldatensystems „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System (IdZ-ES)“ auf den moderneren Standard IdZ-ES K-Stand VJTF 2023 gebracht. Die Modernisierung umfasst einige Anpassungen der Hard- und Software. Wesentliche Neuerungen sind der Verzicht auf den „Elektronischen Rücken“ sowie neue moderne Funkgeräte für abgesessene Soldaten und Schützenpanzer, die die Führungsfähigkeit verbessern und den geschützten Austausch großer Datenmengen ermöglichen. Die Funkgeräte stammen von Rohde&Schwarz (Handheld SDHR/SOVERON HR und das bereits erwähnte Fahrzeugfunkgerät SDTR/SOVERON VR) sowie von der Elbit-Tochter Telefunken Racoms (E-LynX PNR 1000, ein Handheld).
Puma-Besatzung und abgesessener Schützentrupp erhalten durch die bessere Vernetzung ein gleiches aktuelles und umfassendes Lagebild. Rheinmetall ermöglicht so die Führungsfähigkeit der Panzergrenadiere vom Einzelschützen bis zum Kompaniechef.
Die SOVERON-Familie (Bild: Rohde&Schwarz)
Kompatibilität mit SVFuA
Die SOVERON-Familie von Rohde & Schwarz arbeitet mit den hochdatenratigen und störsicheren SOVERON WAVE Wellenformen für den taktischen robusten Einsatz auf der Ersten Meile, also passgenau für das Spektrum von Anforderungen an einen Gefechtsverband für Landes- und Bündnisverteidigung wie auch für internationale Einsätze zur Krisenbewältigung. Alle Mitglieder der SOVERON WAVE-Wellenformfamilie bieten die MANET (mobile adhoc network) Funktionalität, damit ausgestattete Funkgeräte fungieren als Router im IP-Netzwerkverbund und leiten die Informationen über weitere Kommunikationsknoten, sodass eine robuste störfeste Verbindung unter allen Umständen erhalten werden kann. Die Geräte sind mit dem bereits von der Bundeswehr beauftragten System SVFuA (Streitkräftegemeinsame verbundfähige Funkgeräteausstattung, Serienname: SOVERON D) und den damit beschafften SDR-Wellenformen interoperabel sind. Das beauftragte 1. Los SOVERON D für Führungsfahrzeuge wird im ersten Halbjahr 2020 an die Truppe ausgeliefert. Dieses Zusammenspiel ist auch für die Zukunftsfähigkeit im Rahmen des erst nach der VJTF 2023 wirkenden Großprojekts D-LBO/TEN (Digitalisierung von Landoperationen/Tactical Edge Networking) für hochsichere und vertrauenswürdige interoperable Verbindungen von großer Bedeutung. SOVERON D bietet dafür auch die Abwärtskompatibilität zur noch geraume Zeit in Nutzung befindlichen jedoch obsoleten analogen SEM-Funkgerätewelt. Auch die Nachweise hierzu konnten in weiteren Tests kürzlich erbracht werden.


Einstieg in die Digitalisierung
Das „System Panzergrenadier VJTF 2023“ erhöht die Kampfkraft der VJTF 2023 erheblich. Zugleich sieht Rheinmetall diese Maßnahmen als wichtigen Anknüpfungspunkt für die weitere Modernisierung und Digitalisierung der Bundeswehr. Die Digitalisierung der Sichtmittel geht zudem mit der Implementierung der NGVA (NATO Generic Vehicle Architecture) im Puma einher. Sie bildet das Fundament für das Zukunftsthema „Sensor to Shooter“. Die nun begonnene Vernetzung der Sensoren und Effektoren eines Einzelfahrzeugs ermöglicht schon in Kürze die Vernetzung der Sensoren und Effektoren ganzer Einheiten und Verbände. Damit gehört der Puma zu den ersten digitalisierten Gefechtsfahrzeugen weltweit.

www.bundeswehr.de
www.rheinmetall.de
www.rohde-schwarz.com
www.psm-spz.de
www.kmweg.de

Dienstag, 16. Juli 2019

U.S. Army beschafft neues Zielfernrohrgewehr M110A1 SDMR von Heckler&Koch

Ashburn, Virginia/USA (ww) Die U.S.Army führt 5.000 - 6.000 neue M110A1 Squad Designated Marksman Rifles (SDMR) für ihre Zielfernrohrschützen auf Gruppenebene ein. Die U.S. Army setzt damit weiterhin auf das Kaliber 7,62mm x 51 für ihre ZF-Gewehre.
HK M110A1 SDMR auf dem Schießstand (Foto: Kimberly Jenkins/U.S. Army)

Bei dem M110A1 SDMR handelt es sich um ein halbautomatisches G28E aus der G28/HK417-Familie. Die Waffen sollen in Oberndorf gefertigt werden und dann durch das Tochterunternehmen HK USA mit den durch die U.S. Army separat beschafften Zielfernrohre SIG Sauer Tango 6 1-6x24 SDMR, Geissele-Montagen und weiteren Anbauteilen von insgesamt 12 in den USA beheimateten Firmen fertig konfiguriert werden.  Sie werden dann an die U.S. Army ausgeliefert. Heckler&Koch übernimmt weiterhin Ersatzteilversorgung, Serviceleistungen und Ausbildungsmaßnahmen.
Das M110A1 wird bis 2022 die M14 Enhanced Battle Rifle ablösen. Das G28E dient bereits in anderer Konfiguration als M110A1 Compact Semi Automatic Sniper System in der U.S. Army.
www.heckler-koch.com

Montag, 1. Juli 2019

Rheinmetall BAE Systems Land gegründet

Telford, Düsseldorf (ww) Seit Mitte Juni liegen die Genehmigungen der britischen Wettbewerbsbehörden vor, jetzt melden Rheinmetall und BAE Systems die Gründung eines gemeinsamen Joint Ventures zum 1. Juli 2019.  Die neu entstandene Rheinmetall BAE Systems Land (RBSL) will sich im militärischen Landsysteme-Bereich bei Entwicklung, Produktion und dazugehörigen Unterstützungsleistungen engagieren und eine zentrale Rolle bei der Produktion des Mechanised Infantry Vehicle (MIV) für die British Army spielen – also von 8x8-Radfahrzeugen des Typs Boxer.
Der Boxer in Telford - er soll als Mechanized Infantry Vehicle zur British Army kommen (Foto: BAE Systems)

RBSL will sich weiterhin bei anderen strategischen Gefechtsfahrzeugprogrammen engagieren sowie Unterstützungsleistungen für eine große Bandbreite britischer Gefechtsfahrzeuge bieten. Die RSBL hat ihren Sitz im englischen Telford. Das Gemeinschaftsunternehmen sichert rund 450 Arbeitsplätze und ist für künftiges Wachstum gut positioniert.
Die britische Verteidigungsministerin Penny Mordaunt: „Diese Ankündigung ist ein klares Bekenntnis zur britischen Verteidigungsindustrie und ihrer weltweiten Führungsstellung bei der Entwicklung, Produktion und Unterstützung von Militärfahrzeugen. In der Partnerschaft wird deutlich, wie sehr auch die Verteidigung im Mittelpunkt der Wohlstandsagenda steht. Die Vorteile der industriellen Partnerschaft werden sich in den West Midlands und in der gesamten Defence-Lieferkette im Vereinigten Königreich bemerkbar machen, indem Arbeitsplätze gesichert werden, neue Exportmöglichkeiten entstehen und technische Fähigkeiten für die Zukunft ausgebaut werden.“
RSBL wird sich auf Rheinmetalls umfangreiche Militärfahrzeug-Expertise ebenso abstützen wie auf die Fähigkeiten und Systeme, welche durch BAE Systems mit seinem Bereich Land UK in das Joint Venture eingebracht werden. Hierzu zählen Produkte wie Trojan, Terrier, Warrior, Brückenfahrzeuge und die Panzerhaubitze AS90. RSBL wird das Potential haben, weitere hunderte Arbeitsstellen sowohl in Telford als auch in der weiteren Lieferkette zu schaffen.
RBSL-Geschäftsführer Peter Hardisty, vormals Rheinmetall UK: „RBSL ist ein neues Unternehmen, das auf den Stärken von BAE Systems Land UK und Rheinmetall beruht. Unsere Mitarbeiter in Telford, Bristol und Washington (UK) verfügen über eine einzigartige Kompetenz und umfangreiche Erfahrung in der Kampffahrzeugtechnik. Mit neuen Aufträgen werden wir in der Lage sein, diese Fähigkeiten zu erhalten, in den kommenden Jahren zu expandieren und nach neuen Möglichkeiten in Großbritannien und Übersee zu suchen.“
Zum neuen RBSL-Führungsteam gehört weiterhin Carrie White von BAE Systems. Sie übernimmt die Rolle des Finanzvorstands. Phil Simon, ebenfalls von BAE Systems, wird Operations Director.
www.baesystems.com
www.rheinmetall.com

Freitag, 28. Juni 2019

Neuer Nässeschutzanzug von Grassi und Gore für französische Infanterie

Putzbrunn, Paris (ww) Die etwa 8.000 Gebirgsjäger- und 12.000 Infanterie-Truppen der französischen Armee erhalten neue Nässeschutzanzüge.Der neue, leichte, dauerhaft wasserdichte und extrem atmungsaktiven Überanzug ist für den Einsatz in hochalpinen Regionen ebenso ausgelegt wie für mediterrane Klimabedingungen.
Der neue Nässeschutzanzug im CCE-Tarnmuster (Foto: W. L. Gore)


Der Anzug eignet sich für viele unterschiedliche Aufgabenstellungen mit verschiedensten Ausrüstungskonfigurationen. Maximale Bewegungsfreiheit und Komfort sind zentrale Leistungsmerkmale. Er besteht aus Jacke und Hose und wird vom renommierten Bekleidungshersteller Grassi auf Basis der Micro-Grid-Backer-Funktionstextiltechnologie von W. L. Gore & Associates gefertigt.




Mehr Komfort und Robustheit
Bei der Gore Micro-Grid-Backer-Technologie kommt auf der Innenseite des dreilagigen Gore-Tex-Laminats ein sehr dünnes, feinfädiges, aber dennoch äußerst robustes Polyamidgewebe mit offener Gitterstruktur zum Einsatz. Diese Technologie ist hoch abriebfest und verhindert Fadenzieher – die Innenseite des Schutzanzugs ist somit widerstandsfähiger gegen raue Oberflächen. Die Innenseite gleitet zudem mühelos über darunter getragene Bekleidungsschichten, wodurch das Anziehen der Jacke erleichtert wird und sich der Träger freier und komfortabler bewegen kann. Zudem ermöglicht diese Textiltechnologie ein geringeres Gewicht. Der neue Regenschutzanzug wiegt etwa 30 Prozent weniger als der bisher von den Soldaten getragene Anzug. Weniger Gewicht bedeutet auch weniger Volumen, sodass der Anzug klein ist und damit optimal verpackt werden kann.
Die Gore-Tex-Membrane ist dauerhaft wasserdicht und hoch atmungsaktiv. Das Obermaterial saugt dabei kaum Wasser auf. Um Hitzestress möglichst zu vermeiden, unterstützt die physiologisch optimierte Produkttechnologie die Ableitung von Wärme und Feuchtigkeit vom Körper. Zudem schützt sie vor verschiedenen Flüssigkeiten und handelsüblichen Chemikalien wie Diesel, Öl und Schmiermitteln. Die dauerhafte Haltbarkeit der Membrane ist auch dann gewährleistet, wenn das Material bei sehr kalten Temperaturen abgeknickt wird. Wetterschutzkleidung mit Gore Micro Grid Backer Technologie kombiniert die Vorteile von erhöhter Leistungsfähigkeit und verbessertem Tragekomfort.
Robustheit und Bewegungsfreiheit bei kleinen Packmaßen (Foto: W. L. Gore)
Der neue Gore-Tex-Nässeschutzanzug bietet den Soldaten der Gebirgsjäger und der Infanterie darüber hinaus ein optimiertes Design und verbesserte Gebrauchstauglichkeit. Die Bekleidung lässt sich schnell an- und ausziehen, sie passt sich einfach individuellen Bedürfnissen an und ermöglicht hohe Bewegungsfreiheit. Die Jacke lässt sich mit einem wasserdichten Reißverschluss mit Untertritt schließen. Öffnungen vorne ermöglichen Zugriff auf die Uniformtaschen, die für persönliche Dokumente oder das Smartphone Platz bieten, und sorgen gleichzeitig für gute Belüftung. Die Kapuze lässt sich im Kragen verstauen, Ärmel und Bund sind in der Weite einstellbar. Das An- und Ausziehen der Überhose wird durch Reißverschlüsse auf beiden Seiten erleichtert. Die Drei-Punkt-Hosenträger sind einfach per Klettverschluss verstellbar. Verstärkungen im unteren Bereich der Hosenbeine schützen vor Abrieb, beispielsweise durch die Skistiefel der Gebirgsjäger. Beschädigte Stellen können mithilfe eines Reparatursets für Gore-Tex-Textilien repariert werden.




Erfolgreiche Praxistests
Damit bietet der Regenschutzanzug ein hohes Maß an Funktionalität, Flexibilität und Komfort. Durch seine lange Haltbarkeit sind die Lebenszykluskosten zudem sehr niedrig. Gebirgsjäger haben die Anzüge vor der Beschaffung bereits in alpinem Gelände bei kaltem Wetter und hoher körperlicher Aktivität erfolgreich getestet. Auch die Soldaten der Infanterie haben die Schutzanzüge im Einsatz unter Benutzung von Waffen, Fahrzeugen etc. getestet. Somit ist die bestmögliche Leistung der Soldaten bei unterschiedlichen Wetter- und Einsatzbedingungen gewährleistet.

www.gore-tex.de
www.grassi.it

Donnerstag, 27. Juni 2019

13. CTC bei der GSG9 der Bundespolizei - SE Argus Gesamtsieger vor SEK Südbayern

Sankt Augustin (ww) Vom 24. bis zum 27. Juni 2019 fand die nunmehr 13. Combat Team Conference (CTC) bei der GSG 9 der Bundespolizei statt. Bei der „Olympiade der Spezialeinheiten“ traten dieses Jahr 44 Mannschaften polizeilicher Spezialkräfte aus dem In- und Ausland an. Die Mannschaften kamen von vier Kontinenten.
Viele Stationen mussten im Teamrahmen gemeistert werden (Foto: Bundespolizei)

Die fünf Mann starken Wettkampfteams (plus 1 "Kapitän") mussten dabei zehn Übungen bewältigen. Schwerpunkte der CTC 2019 bildeten Teamfähigkeit, körperliche und psychische Belastbarkeit sowie einsatztaktische Fähigkeiten.
Fordernde Hindernisparcours (Foto: Bundespolizei)
Es siegte die Wettkampfmannschaft der SE Argus aus der Schweiz, die Spezialeinheit der Kantonspolizei Aargau. Den zweiten Platz errang das Team des Spezialeinsatzkommandos Südbayern der Polizei Bayern.
Alle in einem Boot (Foto: Bundespolizei)
Auch wenn die Wettkampfplatzierungen keine Rückschlüsse auf den taktischen Einsatzwert der jeweiligen Einheiten zulassen, so genießt die alle vier Jahre stattfindende Veranstaltung weltweite Bekanntheit und Prestige. Schließlich dient sie nicht nur dem Kräftemessen, sondern auch dem Austausch der Einheiten untereinander und dem Netzwerken für die Sicherheit.
Schießstation mit MP5 (Foto: Bundespolizei)

Wie in den letzten Jahren auch, unterstützten Kräfte aus der gesamten Bundespolizei den reibungslosen Ablauf . eine nicht zu unterschätzende logistische Leistung.
Die SE Argus konnte auch einige einzelne Stationen der CTC 2019 für sich entscheiden (Foto: Kantonspolizei Aargau)


Der S&T-Blog gratuliert den Siegern, allen Teilnehmern und den Ausrichtern ganz herzlich!




www.bundespolizei.de