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Dienstag, 16. Juli 2019

U.S. Army beschafft neues Zielofernrohrgewehr M110A1 SDMR von Heckler&Koch

Ashburn, Virginia/USA (ww) Die U.S.Army führt 5.000 - 6.000 neue M110A1 Squad Designated Marksman Rifles (SDMR) für ihre Zielfernrohrschützen auf Gruppenebene ein. Die U.S. Army setzt damit weiterhin auf das Kaliber 7,62mm x 51 für ihre ZF-Gewehre.
HK M110A1 SDMR auf dem Schießstand (Foto: Kimberly Jenkins/U.S. Army)

Bei dem M110A1 SDMR handelt es sich um ein halbautomatisches G28E aus der G28/HK417-Familie. Die Waffen sollen in Oberndorf gefertigt werden und dann durch das Tochterunternehmen HK USA mit den durch die U.S. Army separat beschafften Zielfernrohre SIG Sauer Tango 6 1-6x24 SDMR, Geissele-Montagen und weiteren Anbauteilen von insgesamt 12 in den USA beheimateten Firmen fertig konfiguriert werden.  Sie werden dann an die U.S. Army ausgeliefert. Heckler&Koch übernimmt weiterhin Ersatzteilversorgung, Serviceleistungen und Ausbildungsmaßnahmen.
Das M110A1 wird bis 2022 die M14 Enhanced Battle Rifle ablösen. Das G28E dient bereits in anderer Konfiguration als M110A1 Compact Semi Automatic Sniper System in der U.S. Army.
www.heckler-koch.com

Montag, 1. Juli 2019

Rheinmetall BAE Systems Land gegründet

Telford, Düsseldorf (ww) Seit Mitte Juni liegen die Genehmigungen der britischen Wettbewerbsbehörden vor, jetzt melden Rheinmetall und BAE Systems die Gründung eines gemeinsamen Joint Ventures zum 1. Juli 2019.  Die neu entstandene Rheinmetall BAE Systems Land (RBSL) will sich im militärischen Landsysteme-Bereich bei Entwicklung, Produktion und dazugehörigen Unterstützungsleistungen engagieren und eine zentrale Rolle bei der Produktion des Mechanised Infantry Vehicle (MIV) für die British Army spielen – also von 8x8-Radfahrzeugen des Typs Boxer.
Der Boxer in Telford - er soll als Mechanized Infantry Vehicle zur British Army kommen (Foto: BAE Systems)

RBSL will sich weiterhin bei anderen strategischen Gefechtsfahrzeugprogrammen engagieren sowie Unterstützungsleistungen für eine große Bandbreite britischer Gefechtsfahrzeuge bieten. Die RSBL hat ihren Sitz im englischen Telford. Das Gemeinschaftsunternehmen sichert rund 450 Arbeitsplätze und ist für künftiges Wachstum gut positioniert.
Die britische Verteidigungsministerin Penny Mordaunt: „Diese Ankündigung ist ein klares Bekenntnis zur britischen Verteidigungsindustrie und ihrer weltweiten Führungsstellung bei der Entwicklung, Produktion und Unterstützung von Militärfahrzeugen. In der Partnerschaft wird deutlich, wie sehr auch die Verteidigung im Mittelpunkt der Wohlstandsagenda steht. Die Vorteile der industriellen Partnerschaft werden sich in den West Midlands und in der gesamten Defence-Lieferkette im Vereinigten Königreich bemerkbar machen, indem Arbeitsplätze gesichert werden, neue Exportmöglichkeiten entstehen und technische Fähigkeiten für die Zukunft ausgebaut werden.“
RSBL wird sich auf Rheinmetalls umfangreiche Militärfahrzeug-Expertise ebenso abstützen wie auf die Fähigkeiten und Systeme, welche durch BAE Systems mit seinem Bereich Land UK in das Joint Venture eingebracht werden. Hierzu zählen Produkte wie Trojan, Terrier, Warrior, Brückenfahrzeuge und die Panzerhaubitze AS90. RSBL wird das Potential haben, weitere hunderte Arbeitsstellen sowohl in Telford als auch in der weiteren Lieferkette zu schaffen.
RBSL-Geschäftsführer Peter Hardisty, vormals Rheinmetall UK: „RBSL ist ein neues Unternehmen, das auf den Stärken von BAE Systems Land UK und Rheinmetall beruht. Unsere Mitarbeiter in Telford, Bristol und Washington (UK) verfügen über eine einzigartige Kompetenz und umfangreiche Erfahrung in der Kampffahrzeugtechnik. Mit neuen Aufträgen werden wir in der Lage sein, diese Fähigkeiten zu erhalten, in den kommenden Jahren zu expandieren und nach neuen Möglichkeiten in Großbritannien und Übersee zu suchen.“
Zum neuen RBSL-Führungsteam gehört weiterhin Carrie White von BAE Systems. Sie übernimmt die Rolle des Finanzvorstands. Phil Simon, ebenfalls von BAE Systems, wird Operations Director.
www.baesystems.com
www.rheinmetall.com

Freitag, 28. Juni 2019

Neuer Nässeschutzanzug von Grassi und Gore für französische Infanterie

Putzbrunn, Paris (ww) Die etwa 8.000 Gebirgsjäger- und 12.000 Infanterie-Truppen der französischen Armee erhalten neue Nässeschutzanzüge.Der neue, leichte, dauerhaft wasserdichte und extrem atmungsaktiven Überanzug ist für den Einsatz in hochalpinen Regionen ebenso ausgelegt wie für mediterrane Klimabedingungen.
Der neue Nässeschutzanzug im CCE-Tarnmuster (Foto: W. L. Gore)


Der Anzug eignet sich für viele unterschiedliche Aufgabenstellungen mit verschiedensten Ausrüstungskonfigurationen. Maximale Bewegungsfreiheit und Komfort sind zentrale Leistungsmerkmale. Er besteht aus Jacke und Hose und wird vom renommierten Bekleidungshersteller Grassi auf Basis der Micro-Grid-Backer-Funktionstextiltechnologie von W. L. Gore & Associates gefertigt.




Mehr Komfort und Robustheit
Bei der Gore Micro-Grid-Backer-Technologie kommt auf der Innenseite des dreilagigen Gore-Tex-Laminats ein sehr dünnes, feinfädiges, aber dennoch äußerst robustes Polyamidgewebe mit offener Gitterstruktur zum Einsatz. Diese Technologie ist hoch abriebfest und verhindert Fadenzieher – die Innenseite des Schutzanzugs ist somit widerstandsfähiger gegen raue Oberflächen. Die Innenseite gleitet zudem mühelos über darunter getragene Bekleidungsschichten, wodurch das Anziehen der Jacke erleichtert wird und sich der Träger freier und komfortabler bewegen kann. Zudem ermöglicht diese Textiltechnologie ein geringeres Gewicht. Der neue Regenschutzanzug wiegt etwa 30 Prozent weniger als der bisher von den Soldaten getragene Anzug. Weniger Gewicht bedeutet auch weniger Volumen, sodass der Anzug klein ist und damit optimal verpackt werden kann.
Die Gore-Tex-Membrane ist dauerhaft wasserdicht und hoch atmungsaktiv. Das Obermaterial saugt dabei kaum Wasser auf. Um Hitzestress möglichst zu vermeiden, unterstützt die physiologisch optimierte Produkttechnologie die Ableitung von Wärme und Feuchtigkeit vom Körper. Zudem schützt sie vor verschiedenen Flüssigkeiten und handelsüblichen Chemikalien wie Diesel, Öl und Schmiermitteln. Die dauerhafte Haltbarkeit der Membrane ist auch dann gewährleistet, wenn das Material bei sehr kalten Temperaturen abgeknickt wird. Wetterschutzkleidung mit Gore Micro Grid Backer Technologie kombiniert die Vorteile von erhöhter Leistungsfähigkeit und verbessertem Tragekomfort.
Robustheit und Bewegungsfreiheit bei kleinen Packmaßen (Foto: W. L. Gore)
Der neue Gore-Tex-Nässeschutzanzug bietet den Soldaten der Gebirgsjäger und der Infanterie darüber hinaus ein optimiertes Design und verbesserte Gebrauchstauglichkeit. Die Bekleidung lässt sich schnell an- und ausziehen, sie passt sich einfach individuellen Bedürfnissen an und ermöglicht hohe Bewegungsfreiheit. Die Jacke lässt sich mit einem wasserdichten Reißverschluss mit Untertritt schließen. Öffnungen vorne ermöglichen Zugriff auf die Uniformtaschen, die für persönliche Dokumente oder das Smartphone Platz bieten, und sorgen gleichzeitig für gute Belüftung. Die Kapuze lässt sich im Kragen verstauen, Ärmel und Bund sind in der Weite einstellbar. Das An- und Ausziehen der Überhose wird durch Reißverschlüsse auf beiden Seiten erleichtert. Die Drei-Punkt-Hosenträger sind einfach per Klettverschluss verstellbar. Verstärkungen im unteren Bereich der Hosenbeine schützen vor Abrieb, beispielsweise durch die Skistiefel der Gebirgsjäger. Beschädigte Stellen können mithilfe eines Reparatursets für Gore-Tex-Textilien repariert werden.




Erfolgreiche Praxistests
Damit bietet der Regenschutzanzug ein hohes Maß an Funktionalität, Flexibilität und Komfort. Durch seine lange Haltbarkeit sind die Lebenszykluskosten zudem sehr niedrig. Gebirgsjäger haben die Anzüge vor der Beschaffung bereits in alpinem Gelände bei kaltem Wetter und hoher körperlicher Aktivität erfolgreich getestet. Auch die Soldaten der Infanterie haben die Schutzanzüge im Einsatz unter Benutzung von Waffen, Fahrzeugen etc. getestet. Somit ist die bestmögliche Leistung der Soldaten bei unterschiedlichen Wetter- und Einsatzbedingungen gewährleistet.

www.gore-tex.de
www.grassi.it

Donnerstag, 27. Juni 2019

13. CTC bei der GSG9 der Bundespolizei - SE Argus Gesamtsieger vor SEK Südbayern

Sankt Augustin (ww) Vom 24. bis zum 27. Juni 2019 fand die nunmehr 13. Combat Team Conference (CTC) bei der GSG 9 der Bundespolizei statt. Bei der „Olympiade der Spezialeinheiten“ traten dieses Jahr 44 Mannschaften polizeilicher Spezialkräfte aus dem In- und Ausland an. Die Mannschaften kamen von vier Kontinenten.
Viele Stationen mussten im Teamrahmen gemeistert werden (Foto: Bundespolizei)

Die fünf Mann starken Wettkampfteams (plus 1 "Kapitän") mussten dabei zehn Übungen bewältigen. Schwerpunkte der CTC 2019 bildeten Teamfähigkeit, körperliche und psychische Belastbarkeit sowie einsatztaktische Fähigkeiten.
Fordernde Hindernisparcours (Foto: Bundespolizei)
Es siegte die Wettkampfmannschaft der SE Argus aus der Schweiz, die Spezialeinheit der Kantonspolizei Aargau. Den zweiten Platz errang das Team des Spezialeinsatzkommandos Südbayern der Polizei Bayern.
Alle in einem Boot (Foto: Bundespolizei)
Auch wenn die Wettkampfplatzierungen keine Rückschlüsse auf den taktischen Einsatzwert der jeweiligen Einheiten zulassen, so genießt die alle vier Jahre stattfindende Veranstaltung weltweite Bekanntheit und Prestige. Schließlich dient sie nicht nur dem Kräftemessen, sondern auch dem Austausch der Einheiten untereinander und dem Netzwerken für die Sicherheit.
Schießstation mit MP5 (Foto: Bundespolizei)

Wie in den letzten Jahren auch, unterstützten Kräfte aus der gesamten Bundespolizei den reibungslosen Ablauf . eine nicht zu unterschätzende logistische Leistung.
Die SE Argus konnte auch einige einzelne Stationen der CTC 2019 für sich entscheiden (Foto: Kantonspolizei Aargau)


Der S&T-Blog gratuliert den Siegern, allen Teilnehmern und den Ausrichtern ganz herzlich!




www.bundespolizei.de

Verfassungsschutzbericht 2018 vorgestellt

Köln, Berlin (ww) Die Kolleginnen und Kollegen des Bundesamtes für Verfassungsschutz haben ihren Bericht für das Jahr 2018 vorgelegt. Das über 300 Seiten starke Dokument behandelt in gewohnt akribischer Weise die Aspekte Politisch motivierte Krimninalität (PMK), darunter Rechtsextremismus, „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“, Linksextremismus, Islamismus/islamistischer Terrorismus sowie sicherheitsgefährdende und extremistische Bestrebungen von Ausländern (ohne Islamismus). Weitere Themenfelder sind Spionage und sonstige nachrichtendienstliche Aktivitäten, Geheim- und Sabotageschutz sowie die „Scientology-Organisation“ (SO).
Das Cover des Verfassungsschutzberichtes 2018 (Foto: BMI)
Nur schlaglichtartig: Die rechtsextremistischen Gewalttaten haben 2018 von 1.054 auf 1.088 zugenommen – es gab sogar sechs versuchte Tötungsdelikte, ausnahmslos fremdenfeindlich motiviert. Die Zahl der linksextremistischen Gewalttaten sank 2018 von 1.648 auf 1.010 – und damit um 38,7 Prozent. Der deutliche Rückgang erklärt sich durch den starken Anstieg (G20-Krawalle) 2017. Die Zahl der religiös motivierten Straftaten sank, zu den verzeichneten 44 Gewalttaten zählen jedoch ein vollendetes und ein versuchtes Tötungsdelikt. Nahezu verdoppelt hat sich die Zahl der Gewalttaten des Phänomenbereichs „politisch motivierte Kriminalität – ausländische Ideologie“, nämlich von 182 auf 355. Hierunter fallen ebenfalls ein vollendetes und vier versuchte Tötungsdelikte.
Aktuelle Ereignisse - hervorzuheben ist der feige Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke durch einen Rechtsextremisten am 2. Juni 2019 in Wolfhagen - mahnen uns, weiter wachsam zu sein und für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung einzutreten.
Den gesamten Bericht gibt es HIER als pdf.

www.verfassungsschutz.de

Rheinmetall Mission Master Protection und Rescue - UGV mit Raketen und als Krankenträger

Overberg Testzentrum, Südafrika (ww) Zwei neue Konfigurationen seines Mission Master UGV stellte Rheinmetall vor einigen Wochen auf der zur Ammunition Capability Demonstration 2019 (ACD2019) in Südafrika vor: die Variante Protection mit 70mm-Raketenwerfern und die Version Rescue als Sanitätsfahrzeug.


Im Rahmen der ACD 2019 feuerte das mit der Rheinmetall-Waffenstation „Fieldranger Multi“ mit 70-mm-Raketenwerfern von Thales ausgestattete Unmanned Ground Vehicle (UGV) eine Salve von 14 Raketen ab. Dabei brachte der Mission Master-Protection 60 kg Sprengstoff in 1,6 Sekunden auf den Weg Richtung Ziel – eine Leistung, die gerade im Landstreitkräftebereich besonders bemerkenswert erscheint. „Wir sind wahrscheinlich die ersten, die ein Luft-Boden-System in einer Boden-Boden-Rolle einsetzen. Definitiv sind wir aber die ersten, die es von einem UGV aus tun“, so Alain Tremblay, Vizepräsident für Geschäftsentwicklung bei Rheinmetall Canada.
Mission Master-Protection (Foto: Rheinmetall)
Nach einem Monat Tests und Schießversuchen in Südafrika mit der neuen Nutzlast des Mission Master-Protection konnte Rheinmetall bei der Demo ein perfekt konfiguriertes und stabilisiertes Waffensystem einsetzen. Möglich wurde diese Leistung auch durch die Einbindung eines wichtigen Partners. „Thales zeigte ein sehr hohes Maß an Professionalität. Unsere technische Zusammenarbeit hat uns geholfen, einen großen Schritt nach vorne zu machen“, so Tremblay. Nach Abschluss des Qualifikationsprozesses erfüllt die Kombination aus Fieldranger Multi und 70mm-Raketenwerfer die militärischen Standards und ist nun bereit für den Einbau in andere Plattformen und gepanzerte Fahrzeuge. Der Mission Master-Protection kann auch mit 50mm-Waffensystemen, 12,7mm-Maschinengewehren und 40mm- Granatwerfern ausgestattet werden.
Die Besonderheit der Demonstration des Mission Master-Protection auf dem Overberg-Testgelände war, dass ein ferngesteuerter Waffenträger in einem vollständig digitalisierten Szenario arbeitete – womöglich erstmals weltweit. Dabei erfolgte die Feuerleitung über das Soldatensystem Rheinmetall Argus. Rheinmetall und Thales betonten beide die Notwendigkeit einer Man-in-the-Loop-Konfiguration, d.h. der Bediener hat die volle Kontrolle über das Waffensystem – von der Zielerfassung bis zur endgültigen Feuererlaubnis.
Auf der ACD2019 wurde darüber hinaus eine weitere neue Missionsausstattung gezeigt, der Mission Master-Rescue. Diese neue Variante ermöglicht es, Verwundete über weite Strecken autonom zu evakuieren. Ausgestattet mit zwei Korbtragen mit Schiensystemen verfügt der Rettungs-UGV des Weiteren über Kopf- und Fußfixierungen, Beatmungsgeräte, einen Defibrillator und einen Thermobehälter – eine Ausstattung, die von einem Sanitäter zu Fuß nicht zu tragen wäre.
Mission Master-Rescue (Foto: Rheinmetall)


Wachsender Trend zu bewaffnungsfähigen UGVs
So wie bewaffnete unbemannte Flugsysteme (Unmanned Aerial Systems/UAS) revolutionäre Auswirkungen auf die Luftkriegführung haben, deuten alle Anzeichen darauf hin, dass die Zahl der bewaffneten UGVs im Bereich der Landstreitkräfte weiterhin schnell wachsen wird. Weltweit erfolgen Feldversuche, darunter der Einsatz des russischen Kampf-UGVs URAN-9 im Mai 2018 in Syrien. Dabei haben zahlreiche Nationen das Potenzial bewaffnungsfähiger UGVs erkannt.
Wie auf der ACD2019 mit dem Mission Master-Protection gezeigt, eröffnet ein bewaffnungsfähiges UGV eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Während das Risiko für befreundete Streitkräfte minimiert wird, erhöht es die Kampfkraft abgesessen kämpfender Truppen erheblich, indem es Feuerunterstützung leisten kann. Es kann auch autonom militärische Aufgaben mit hohem Risiko auf den heutigen komplexen Gefechtsfeldern durchführen.




Vielseitige Plattform für Multimissionsprofile
Aufbauend auf einer robusten Basisplattform unterstützt der Mission Master die Truppen bei gefährlichen Einsätzen, auch in schwierigem Gelände und bei widrigen Wetterbedingungen. Mit einer Vielzahl von modularen, einfach zu installierenden Missionsaustattungen bietet der Mission Master nicht nur Schutz auf dem Gefechtsfeld, sondern kann auch eine Vielzahl anderer Aufgaben übernehmen, darunter logistischer Transport, Überwachung, Rettung, Brandbekämpfung, CBRN-Erkennung sowie die Funktion als Funk-Relaisstation.
Das Rheinmetall-Team wird auch im Jahr 2019 den Mission Master weiter entwickeln. Feldversuche mit dem neuen System werden das ganze Jahr über in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und den USA erfolgen.


www.rheinmetall.com

Mittwoch, 26. Juni 2019

Neuer Panzerfahrzeug-Player - erster Protolab 6x6 PMPV an Finnish Defence Force

Vantaa, Finland (ww) Die finnischen Streitkräfte haben ein erstes geschütztes Mehrzweckfahrzeug Protolab 6x6 erhalten. Das Protolab Protected Multi-Purpose Vehicle (PMPV) stammt von der Firma Protolab Oy, die 2018 von den Finnish Defence Forces (FDF) mit der Lieferung vier solcher Fahrzeuge beauftragt wurde.
Das Protolab 6x6 PMPV im Gelände (Foto: Protolab)
Das hochbewegliche und agile Protolab PMPV verfügt über einen Euro-3-konformen Cummins 6,7-Liter Vielstoffmotor und erfüllt damit die Kriterien für einen LKW der EG-Fahrzeugklasse N3G. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 110 km/h (Straße) und 12 km/h im Wasser. Die Einsatzreichweite liegt bei 900 Kilometern. Das rund 14 Tonnen schwere PMPV kann neben zwei Mann Besatzung bis zu zehn voll ausgestattete Soldaten transportieren. Die Nutzlast beträgt rund zehn Tonnen. Mit einer Fahrzeuglänge von 7,44 Metern, einer Fahrzeugbreite von 2,55 Meter und einer Fahrzeughöhe von 2,70 Metern kann es auch im urbanen Gelände gut eingesetzt werden. Ein integrierter Minenschutz sowie kundenspezifischer ballistischer Schutz gemäß STANAG 4569 gehörten zu den designspezifischen Elementen. Ebenso lassen sich kundenspezifische Waffenstationen einrüsten. 
Das Protolab 6x6 PMPV lässt sich für vielseitige Zwecke konfigurieren, etwa als Patrouillenfahrzeug, Mannschaftstransporter, Nachschub- oder Gefechtsstandfahrzeug. Amphibische oder Sanitätsfahrzeugvarianten sind ebenso verfügbar. Darüber hinaus gehört das Protolab PMPV zu den ersten Mannschaftstransportern seiner Art, die auf die Mobilitäts-, Schutz- und Kommunikationsbedürfnisse von Spezialkräften und paramilitärischen Sicherheitskräften zugeschnitten sind.
Die neuen Fahrzeuge durchlaufen jetzt Truppenerprobungen, die Teil eines größeren Modernisierungsprogrammes des FDF-Fahrzeugparks sind und auf die Modernisierung und Verbesserung der geschützten Fahrzeugflotte abzielen.


www.protolab.fi

Happy Reserves Day...

...to my British Comrades.


I fully agree with the statement shown here at this pster wall form the Royal Marine Commando Reserve.

Mittwoch, 19. Juni 2019

Pfull House - Tag der Bundeswehr am Ausbildungszentrum Spezielle Operationen

Pfullendorf (ww/Michael) Einer der 14 Standorte des diesjährigen Tages der Bundeswehr war Pfullendorf, in der Triple G (GGG = Goldgelbe und Grüne Gemeinschaft) auch unter der Kurzform „Pfull“ bzw. „Pfulle“ bekannt.
(Foto: Michael)
Ich selbst musste aus Gründen andere Dinge tun und konnte leider nicht selbst vor Ort sein, obwohl ich gerne mal wieder in den Südwesten gereist wäre.  Der S&T-Blog-Leser Michael, zudem ein alter Reservistenkamerad, hat mir aber den folgenden Bericht und Bilder geschickt, den ich hier gerne wiedergebe.
Das Kommando Spezialkräfte war ohne Zweifel ein Publikumsmagnet (Foto: Michael)

Als ehemaliger Soldat und Reservist war es für mich eine Verpflichtung, diesen Tag der Bundeswehr mit einem sehr guten Kameraden zusammen zu besuchen.
Wir kamen um 08:30 auf einem der vielen ausgewiesenen Parkplatz eines bekannten Einbauküchenherstellers an. Von den dortigen eingesetzten Soldaten wurden wir empfangen und schließlich nahm uns ein Hauptmann mit seinem Fahrer direkt in die Kaserne mit. „Mitkommen und einsteigen!“ Klasse, eine VIP – Fahrt!  Es waren jedoch ausreichend Busse für den Transfer von den Parkplätzen zur Kaserne organisiert worden.
Mit der Durchfahrt durch die Hauptwache setze bei uns schon sehr der „Wohlfühlfaktor“ ein. Der Gang von dort in den Kernbereich lies es bereits erahnen: da gibt es so viel zu sehen, das schaffen wir niemals an einem Tag.


Zum ausgestellten nicht alltäglichen Großgerät zählten das Route Clearance System...  (Foto: Michael)

...und ein geschützter Baggerlader  (Foto: Michael)
Aufgefallen ist uns sofort, mit wieviel Liebe und Sorgfalt die Stände und Ausstellungsstücke aufgebaut und ausgestattet gewesen sind.
Virtuelle Fallschirmsprungausbildung (Foto: Michael)

Wir haben dann, mehr oder weniger, die simulierte Fallschirmausbildung „abgeschlossen“.  Jede Menge Fahrzeuge, Artillerie, Hubschrauber und der Überflug einer A 400 M waren zu sehen. Ebenso präsentierten sich die EOD Kräfte, Fernspäher, Scharfschützen, Notfallmedizin, Verpflegung und mir persönlich sehr wichtig: die „Initiative Solidarität mit unseren Soldaten und ihren Familien“. Wir haben hier sehr gerne auf dem gelben Band unsere Wünsche für die im Einsatz befindlichen Soldaten aufgeschrieben.
Zugriff der EGB-Kräfte (Foto: Michael)

Zwei absolute Highlights waren die Vorführungen der EGB - Kräfte zum Nahkampf bzw. Entwaffnungstechniken mit Krav Maga sowie das anschließende Szenario, in der die Festnahme  eines illegalen Waffenhändlers dargestellt wurde. In der 30 minütigen dauernden Präsentation wurde das Eindringen in das Gebäude gezeigt. Eine beeindruckende Leistung!
KSK-Zugriff  (Foto: Michael)

Der zweite Höhepunkt war die Vorführung des KSK. Auch diese 30 minütige Vorstellung  beeindruckte die Zuschauer auf der übervollen Tribüne sehr. Das Publikum wurde mit einem Video mit der Geschichte und den Aufgaben des KSK vertraut gemacht. Es folgte im Anschluss eine Festnahme eines Kriminellen.
KSK löst Geiselnahme  (Foto: Michael)

Eine gestellte Geiselnahme fast direkt vor uns auf der Tribüne aus den Zuschauern heraus war der Beginn des nächsten Aktes. Aufzug der Zugriffseinheiten über den Platz, Absetzen des Scharfschützenteams, Erstürmung des Gebäudes mit anschließendem Abzug mittels der vorgefahrenen Fahrzeuge und Helikopter.
Feuermachen unter Anleitung  (Foto: Michael)

Bestandteile der Überlebensausrüstung  (Foto: Michael)
Es gab aber nicht nur „Action“. Auch für die Kinder wurde in einem „Survival –Camp“ einiges geboten. Feuer machen, wie orientiere ich mich mit der Uhr und nach den Sternen, was ist eine Überlebensausrüstung, usw. Anfassen, fragen und mitmachen war hier die Devise.
Gegen 17:00 verließen wir die Staufer Kaserne wieder. Leider, zu unserem großen Bedauern. Alles konnten wir uns nicht anschauen, dafür war das Angebot zu groß.
Handwaffen, darunter nicht alltägliche wie die Remington 870 Repetierflinte...  (Foto: Michael)

...und das modernisierte Scharfschützengewehr G22A2  (Foto: Michael)
Es war ein sehr schöner Tag. Die Eindrücke sind auch jetzt, für mich, der ich hier sitze und diese Zeilen schreibe, groß. Der Trainingsaufwand der Spezialkräfte, die liebevolle Gestaltung der Stände und Ausrüstung und die guten Gespräche mit den Kameraden kann man nicht genug loben.
Ausbildungspuppe für die Combat Forst Responder-Ausbildung  (Foto: Michael)

Die neue CFR-Ausstattung der Spezialkräfte  (Foto: Michael)
Einen ganz besonderen Dank gilt deshalb allen Soldatinnen und Soldaten für ihren Einsatz an diesem Tag; das habt ihr alle ganz toll gemacht!
Hungrig und mit Sonnenbrand kamen wir wieder am wartenden Fahrzeug an. Vor unserer Heimfahrt sind wir dann noch in Pfullendorf in ein Brauhaus gegangen – endlich was essen. Der Abschluss eines gelungenen Tages mit der Erkenntnis, dass trotz aller Widrigkeiten bei der Bundeswehr das Engagement dieser Menschen ein Anlass zur Hoffnung für die Truppe ist.
Alles Gute für Euch, passt auf Euch auf und kommt aus jedem Auslandseinsatz immer gesund wieder! Es tat gut, bei Euch zu sein.

Soweit Michaels Bericht. Ich denke, er spiegelt  eindrucksvoll die gute Stimmung wider, die auf der Veranstaltung am Ausbildungszentrum Spezielle Operationen geherrscht hat und von der mir auch von anderen Standorten des Tages der Bundeswehr – etwa Faßberg und Augustdorf – berichtet wurde.  Der nächste Tag der Bundeswehr findet am 13. Juni 2020 statt!

Dienstag, 18. Juni 2019

F125 BADEN WÜRTTEMBERG in Dienst gestellt

Wilhelmshaven (ww) Gestern sprachen wir über eine neue Gefechtssystemgeneration in der Luft (FCAS), heute geht es auf See: Zum 150 Stadtjubiläum des Heimathafens Wilhelmshaven hat die Deutsche Marine am Montag, den 17. Juni 2019 ihre erste von insgesamt vier Fregatten der Klasse F125 in Dienst gestellt. Die F222 BADEN WÜRTTEMBERG ist das Typ-Schiff der neuen Klasse und zugleich das modernste Schiff der Fahrenden Flotte – auch wenn es aufgrund technischer Schwierigkeiten mit Verspätung kam.
Die F222 BADEN WÜRTTEMBERG, Typschiff der Fregatte 125er-Klasse (Foto: Bundeswehr)

Mit der F125 beginnt zweifellos eine neue Ära in der Deutschen Marine. So wird die BADEN WÜRTTEMBERG die erste Fregatte sein, die mit einem Mehrbesatzungskonzept betrieben wird, statt eine feste Besatzung an Bord zu haben. Acht Crews – Alpha bis Hotel -  können sich im Einsatz ablösen, da die F125 dank hochmoderner und dennoch robuster Technik eine Intensivnutzung mit bis zu zwei Jahren Stehzeit im Einsatzgebiet ohne planmäßigen Werftaufenthalt erlaubt. Dank des hohen Automatisierungsgrads können die Schiffe zudem mit einer Besatzungsstärke von nur 120 Männern und Frauen zur See fahren. Zum Vergleich: die „älteren“ Fregatten der Deutschen Marine benötigen noch fast doppelt so viel an Besatzung. Zusätzlich zur Stammbesatzung können bis zu 70 weitere Personen eingeschifft werden.
Die F125 ist 149,60 Meter lang, 18,80 Meter breit und hat einen Tiefgang von 5,40 Metern. Ihre Einsatzverdrängung liegt bei 7.100 Tonnen. Mit ihrem CODLAG-Antrieb (Combined Diesel eLectric And Gasturbine) erreicht sie eine Geschwindigkeit von über 26 Knoten.
Zur Bewaffnung gehören ein 127-mm Marinegeschütz zur Seeziel- und Landbekämpfung, auch im Verbund mit dem Heer, zwei automatisierte 27-mm Marineleichtgeschütze (MLG), fünf automatisierte 12,7-mm Maschinengewehre, zwei Vierfachstartgeräte für Flugkörper Harpoon, zwei  Nahbereichflugabwehrsysteme RAM, vier Täuschkörperwurfanlagen (MASS) sowie diverse Handwaffen und Maschinengewehre.
Das 127mm-Geschütz von Oto Melara, an der Back- und Steuerbordseite sind zwei MLG27 erkennbar (Foto: Bundeswehr)

Mit den Fregatten der Klasse 125 gewinnt die Marine die Fähigkeiten zur weitreichenden taktischen Feuerunterstützung von Heereskräften an Land sowie zur Abwehr asymmetrischer Bedrohungen. Ein neuartiges Sensor-Waffen-Konzept bietet dem Schiff flexible Handlungsoptionen. Dabei ist die Waffenwirkung von leichten Handwaffen bis zum Geschützturm mit 127 mm und Flugkörpern zur See-und Luftzielbekämpfung abgestuft. Fast alle Waffen an Bord sind ferngesteuert, sodass sich der Schütze bei Beschuss keiner unmittelbaren Gefahr aussetzt. Hinzu kommen automatisierte Überwachungssysteme für die Systeme an Bord sowie für den unmittelbaren Umkreis des Schiffes auf Reede und im Hafen.
Mit den vier rund zehn Meter langen BUSTER-Festrumpf-Schnellbooten (Besatzung: 3 + 12) und den zwei Sea-Lynx-Bordhubschraubern verfügt jede Fregatte neben einer erweiterten Aufklärungs- und Waffenreichweite über umfassende Verbringungsmittel, um eigene Spezial- bzw. spezialisierte Kräfte zur Rettung und Evakuierung, zur bewaffneten Rückführung sowie zu Operationen gegen gegnerische Kräfte einsetzen zu können.
Die BUSTER-Festrumpfboote können bis zu 15 Personen transportieren, haben hohe Reichweiten und lassen sich vielseitig einsetzen (Foto: Kim Brakensiek/Bundeswehr)
Mit den eingeschifften Marinehubschraubern sind sie zudem in der Lage, in einen modernen U-Jagd-Verbund eingebunden zu werden. Das erscheint bemerkenswert, da eigene U-Jagd-Fähigkeiten offenbar nicht so stark ausgeprägt sind – man fühlt sich an die Heeresflugabwehrtruppe erinnert. Durch ihre großzügigen Einschiffungskapazitäten – wie erwähnt 70 Mann – eignen sich die Schiffe wiederum gut zur Verbandsführung. Mehr Komfort gibt es für die Wechselbesatzungen: Die Marine setzt mit den Kammern für die Besatzung neue Maßstäbe. Jede Kammer ist eigens mit einer angrenzenden Nasszelle ausgestattet und verfügt über eine Internetverbindung, die es den Seeleuten ermöglicht, auch während längerer Abwesenheiten mit ihren Angehörigen in Verbindung zu bleiben.
„Die Freude ist sehr groß, allen voran bei den Erstbesatzungen. Sie haben in den letzten Jahren enorm viel Energie und Arbeit aufgewendet, um diese neue Schiffsklasse in Fahrt zu bringen. Sie haben dabei sehr wertvolle und tiefgehende Expertise für die Flotte aufgebaut. Es freut mich persönlich für diese Männer und Frauen, dass sie nun endlich die Früchte ihrer Arbeit ernten können und die erste Einheit in den Dienst der Flotte bringen“, so Flottillenadmiral Ralf Kuchler.
In Anwesenheit der aus Paris angereisten Bundesministerin der Verteidigung stellte der  Kommandant der Besatzung F125 Alpha, Fregattenkapitän Markus Venker, das Schiff in Dienst.
„Am heutigen Tage läuten wir mit der Indienststellung der Fregatte BADEN WÜRTTEMBERG eine neue Ära in der Deutschen Marine ein. Für meine Besatzung und mich ist es ein ganz besonderer Tag und wir freuen uns, die Indienststellung stellvertretend für alle Besatzungen durchzuführen zu können. In der Vergangenheit haben vor allem die motivierten Besatzungen, das 4. Fregattengeschwader, die ARGE, das BAAINBw sowie unzählige weitere helfende Hände in enger Zusammenarbeit viele Hürden gemeistert und somit dafür gesorgt, daß die erste Fregatte F125 heute an die fahrende Flotte übergeben werden kann“, so Fregattenkapitän Markus Venker.
Der Tag der Indienststellung fällt nicht zufällig genau auf das 150. Stadtjubiläum Wilhelmshavens. Damit soll auch die enge Verbundenheit zwischen der Marine und dem Heimatstützpunkt aller Fregatten zum Ausdruck gebracht werden.
Nach der F222 werden noch drei weitere Fregatten der Klasse 125 zulaufen: Die F223 NORDRHEIN WESTFALEN, die F224 SACHSEN ANHALT, und die F225 RHEINLAND PFALZ. 
Der S&T-Blog gratuliert zur Indienststellung und wünscht allezeit gute Fahrt und stets eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!