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Mittwoch, 12. Oktober 2016

Auf den Spuren Wernher von Brauns in Kummersdorf

Kummersdorf (ww) Die diesjährigen Rheinmetall Defence Talks in Berlin umfassten wieder einmal eine besondere Exkursion. Dieses Mal ging es nach Kummersdorf, etwa 30 Kilometer südlich von Berlin gelegen.
Forscherspuren im Forst. Foto: JPW

Auf dem Gelände errichtete ab 1874 die Artillerieprüfkommission einen Schießplatz, um neue Geschütz- und Munitionsentwicklungen zu testen. Seit Kaisers Zeiten beherbergte es dann die Heeresversuchsanstalt, die dort neue Waffensysteme erprobte. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Sowjetarmee das Gelände in Nutzung. Unter anderem errichtete sie dort den Fliegerhorst Sperenberg. Über den lief die Versorgung der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. Und von dort wurde Erich Honecker nach Moskau ausgeflogen. Im Fokus der Rheinmetall Defence Talks standen jedoch die ersten Versuche, die der Raketen- und Raumfahrtpionier Wernher Freiherr von Braun dort in den 1930er Jahren machte. 

Fachkundig geführt von der Mannschaft des Fördervereins Museums Kummersdorf-Gut, begann die Exkursion zunächst im kleinen Museum. Hier fanden sich unter anderem Modelle der Versuchseinrichtungen und der ersten Raketen (Aggregate A2 und A3), die hier erprobt wurden.
Modell des Aggregat 2. Zwei wurden verschossen, sie trugen die Namen "Max" und "Moritz" (Foto: JPW)

Anschließend ging es ins Gelände, um dort die Ruinen der "Versuchsstelle West" zu besichtigen.
Der Prüfstand 2 im Modell...


...und wie er sich im Gelände heute darstellt. Fotos: JPW

Raketenprüfstand zur Dissertation "Brennprüfungen" von Wernher von Braun im Modell...

...und als Original-Ruine und Kulisse für einen in Philosophie promovierten Panzeraufklärer. Fotos: JPW
Reste eines großen Raketenprüfstandes in der Versuchsstelle West. Foto: JPW
Zwillingsprüfstand auf der Versuchsstelle Ost. Foto: JPW

Eine Besonderheit war, daß eine Nichte Wernher von Brauns, Claudia Freifrau von Braun-Janssen, an der Führung teilnahm.
Die Vorsitzenden des Fördervereins, Gerhard Zwicker und Martin Schnittler, zeigen Dr. Claudia Freifrau von Braun-Janssen Originalaufnahmen aus den 1930er Jahren. Foto: JPW

Kummersdorf diente bis 1936 als Erprobungszentrum für die Raketenforschung. Dann fiel die Entscheidung, sie nach Peenemünde zu verlegen. Wesentlicher Grund war, daß sich an der Ostsee auch größere Flugkörper gefahrloser erproben ließen. Während Peenemünde heute in aller Munde ist, ist Kummersdorf diesbezüglich in Vergessenheit geraten. Daher sei an dieser Stelle ein Besuch der Wiegen der Weltraumfahrt dringend empfohlen!

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