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Freitag, 19. September 2014

Guns'n Güstrow

Güstrow (ww) Weiterbildungen – Wettkampf – Waffen – Wetter: Der 6. Special Forces Workshop in der Barlachstadt Güstrow erwies sich einmal mehr als lohnendes Reiseziel für die “Tactical Community”
Im 50. Geburtsjahr der MP5 durfte auf dem 6. Special forces Workshop ein auf diese Waffe zugeschnittener, von zwei Kollegen aus Karlsruhe durchgeführter Kurs nicht fehlen. Foto: JPW

Bereits zum sechsten Mal führten Frank Thiel und seine Firma Baltic Defence in bewährter Zusammenarbeit mit und unter fachlicher Leitung des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern den Special Forces Workshop („SFW“) durch. Wie stark sich diese Fortbildungsveranstaltung inzwischen etablieren konnte, zeigte zunächst das zunehmend internationale Teilnehmerfeld. Unter den insgesamt 47 Mannschaften polizeilicher und militärischer Spezialkräfte aus Bund und deutschen Ländern befanden sich Teams aus Luxemburg, der Schweiz, Österreich, Polen und Tschechien am Start. Und auch industrieseitig war nahezu alles vertreten, was Rang und Namen hatte. Schließlich zeugte die Tatsache, daß mit Lorenz Caffier der Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern erneut die Schirmherrschaft übernahm, von dem Stellenwert des Special Forces Workshops.


Freitag, 5. September 2014

Pressekonferenz im BMWI: Beginn eines Dialogs zwischen Politik und Verteidigungsindustrie

Berlin (ww) Heute empfing der Bundesminister für Wirtschaft und Energie Vertreter der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie zu einem Gespräch. Bermerkenswerterweise soll damit ein Dialog begonnen werden. Die Pressekonferenz lässt sich hier auf der Seite des BMWI anhören. Ebenso bemerkenswert: Der Export von Kleinwaffen soll restriktiv gehandhabt werden. Mal schauen, ob die Bundesregierung wirklich noch tausende G3, G36, P1 und mehrere Millionen Patronen an die Peschmerga im Nordirak liefert.


Ein großes Werk aus dem Rheinland - Buch 125 Jahre Rheinmetall

Düsseldorf (ww) Die Rheinmetall AG begeht dieser Tage ihr 125jähriges Firmenjubiläum. 1889 auf Veranlassung des damaligen Hoerder Bergwerks- und Hüttenvereins gegründet, hat sich das Unternehmen inzwischen zu einem Hochtechnologiekonzern weiterentwickelt, der sich den Zukunftsthemen Sicherheit und Mobilität verpflichtet sieht. Konsequenterweise ruht die Rheinmetall AG daher auf zwei Säulen: dem Defence- und den Automotive-Bereich.
Die Rheinmetall-Konzernzentrale in Düsseldorf-Derendorf. Foto: JPW




Wie sich die Rheinmetall AG seit ihrer Gründung entwickelte, ist Thema des umfangreichen zweibändigen Werkes „Rheinmetall. Vom Reiz, im Rheinland ein großes Werk zu errichten“. Es stammt aus der Feder des Wuppertaler Historikers Dr. Christian Leitzbach, der auch das Rheinmetall AG-Zentralarchiv betreut. Zur Buchpräsentation des im Kölner Greven-Verlag erschienenen 1037 Seiten starken Werkes hatten kürzlich Greven-Verlagschef, Dr. Damian van Melis, sowie der Leiter der Rheinmetall-Unternehmenskommunikation, Peter Rücker, in die Konzernzentrale Düsseldorf eingeladen.

Dienstag, 2. September 2014

Kommentar: Kamerad Kurde kämpft für uns

Berlin (ww) Die umfangreiche Liste der militärischen Mittel, welche die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen einer Länderabgabe aus Bundeswehrbeständen an die kurdischen Peschmerga-Milizen liefern will, lässt aufblicken.

Kurdische Kämpfer mit T-55 im Nordirak. Foto: Boris Niehaus/wikipedia
Daß sie „nichtletale Ausrüstung“ (Schutzhelme, Schutzwesten, Schutzbrillen, Doppelfernrohre, Nachtsichtgeräte, Funkgeräte, Minensonden, Kampfmittelbeseitigungsgerät, Feldküchen) und auch Fahrzeuge nennt, ist keine Überraschung. Ebenso zeichneten sich in den letzten Tagen vor der Veröffentlichung Panzerabwehrhandwaffen wie die Panzerfaust und der demnächst auszuphasende Panzerabwehrlenkflugkörper MILAN ab. Das 70-Millionen-Euro-Arsenal, welches am 31. August 2014 bekanntgegeben wurde, sorgte dennoch für Aufsehen: Handwaffen für eine Heimatschutzbrigade stellt die Bundesregierung für den Kampf der kurdischen Kameraden gegen die mordenden Horden des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) bereit. In drei Tranchen gehen
- 8.000 Sturmgewehre G3 mit zwei Millionen Schuss Munition
- 8.000 Gewehre G36 mit vier Millionen Schuss Munition
- 40 (!) Maschinengewehre MG3 mit einer Million Schuss Munition
- 8.000 Pistolen P1 mit einer Million Schuss
- 30 Panzerabwehrlenksysteme MILAN mit 500 Lenkflugkörpern
- 200 Panzerfaust 3 mit 2.500 Patronen
- 40 Schwere Panzerfaust „Carl Gustaf“ („Leuchtbüchse“) mit 1.000 Schuss Leuchtmunition
- 100 Signalpistolen P2A1 mit 4.000 Schuss Munition und
- 10.000 Handgranaten DM51
zunächst zur Inspektion an die irakische Armee, bevor sie dann im Norden an die Peschmerga-Milizen ausgegeben werden. Als erstes soll ein 4.000 Mann starker Kampfverband ausgestattet werden, die übrigen Tranchen sollen lageangepasst geliefert werden.



Kein sicherheitspolitischer Paradigmenwechsel
Nota bene: Die Bundesregierung liefert nicht etwa nur humanitäre Hilfsgüter, sondern Kriegswaffen. Auch liefert sie kein Großgerät, dessen Verbleib leichter zu kontrollieren ist, sondern Handwaffen und Munition in ein Krisengebiet. Und sie tut es auch nicht verschämt über Umwege, indem sie etwa ihr Material an einen NATO-Partner liefert, der dann seinerseits seine ausgetauschte Ausrüstung an die eigentlichen Empfänger weitergibt. Vielmehr bezieht die Bundesregierung klar Stellung für eine der Konfliktparteien.
Zweifellos erscheint bemerkenswert, daß sich damit offenbar eine selbstverständliche Sichtweise nun auch in der Politik durchsetzt: Nicht die Handwaffe als solche ist gut oder böse, sondern derjenige, der sie nutzt oder mißbraucht. Aber handelt es sich bei den Waffenlieferungen zur Unterstützung des Kampfes gegen IS um einen sicherheitspolitischen Paradigmenwechsel, um ein Beispiel äußerster Entschlossenheit angesichts menschenverachtenden Treibens und einer unkalkulierbaren globalen Gefahr?
Wohl kaum. Der Beschluss der Bundesregierung zeugt nur davon, daß die Bundesrepublik nicht mehr willens oder in der Lage ist, dem „Vorstoß der menschenverachtenden Terrormiliz“ Einhalt zu gebieten, indem sie eigene Kräfte einsetzt. Beispielsweise hätte die Luftnahunterstützung für die kurdischen Kämpfer durch bewaffnete Bundeswehr-Kampfdrohnen deutlich weniger Risiken mit sich gebracht – sowohl, was den Schutz eigener Kräfte als auch die unkalkulierbare Proliferation von Kriegswaffen anbelangt. Aber solche bewaffneten „Unmanned Aerial Systems“ kann der Hochtechnologiestandort Deutschland seinen Soldaten aus vorwiegend ideologischen und auch haushalterischen Gründen nicht zur Verfügung stellen.
Keine Frage: Die Bundesrepublik steht vor den Trümmern ihrer vernachlässigten Sicherheitspolitik der letzten Jahrzehnte. Diese führte letztlich zu einer dreifachen Demobilisierung Deutschlands: Strukturell, industriell und – das wiegt am schwersten – intellektuell.



Die dreifache Demobilisierung Deutschlands beenden!
Deutschland leistet sich als wirtschaftsstarkes 80-Millionen-Volk in geopolitischer Mittellage den Luxus, seine Streitkräfte als aktive, attraktive, andere, arbeitgebende Sicherheitsdienstleistungsagentur anzusehen. Dieser Ansatz führt derzeit zu einer kadettengeführten Profi-Streitmacht mit geschlechtsneutral formulierten Vorschriften, Mülltrennung selbst in den Einsatzgebieten und erhofften 70 Prozent Materialklarstand. Als „Level of Ambition“ gilt, zur kollektiven Verteidigung eine der verbliebenen drei Heeresdivisionen abstellen zu können – nach einer Vorbereitungszeit von sechs Monaten und bei Abbruch laufender Einsätze. Deutschland leistet sich den Luxus, auf Rekonstitution statt auf Reserven zu setzen und selbst dabei noch inkonsequent zu sein – denn die Wiederherstellung aufgegebener Verteidigungsfähigkeit erfordert nicht nur schnelle personelle und strukturelle Aufwuchsfähigkeit, sondern eine leistungsstarke wehrtechnische Industrie, die im Fall der Fälle modernes Gerät in größeren Stückzahlen zuliefern kann. Aber die wehrtechnische Industrie leidet derzeit nicht nur unter schrumpfenden Streitkräftestrukturen, sondern auch unter der restriktiven Rüstungsexportpolitik eines Wirtschaftsministers, der sich im übrigen noch vor wenigen Wochen medienwirksam mit der Zivilisierung der heimischen wehrtechnischen Industrie zu profilieren suchte. Und Deutschland leistet sich den Luxus, daß das alles – bis auf eine kleine, sich auf parlamentarischen Abenden an der Spree selbst befruchtende und meist mit TVöD-Verträgen abgespeiste „strategic community“ – niemanden interessiert. Zumal der Staatsbürger ohnedies nach der Aussetzung der Allgemeinen Wehrpflicht kaum noch Berührungspunkte zur Uniform hat.

Sicherheitspolitik blieb nach dem Ende des „Kalten Krieges“ stets unkalkulierbar und sie ist es mehr als je zuvor – das zeigt das plötzliche Erscheinen der IS-Milizen ebenso anschaulich wie der Ukraine-Krieg. In Zeiten, in denen militärische Schwäche politisch ausgenutzt wird, in denen sich abzeichnet, daß ideologische Kämpfer wie IS den Krieg auch in Europas Städte tragen werden, da ist es höchst angebracht, die dreifache Demobilisierung Deutschlands zu beenden. Kamerad Kurde kämpft jetzt für uns. Es wird Zeit, daß wir es bald wieder selber können und wollen, wenn es drauf ankommt.

Jan-Phillipp Weisswange

Donnerstag, 28. August 2014

Neu im Katalog: G38 alias HK416A5

Oberndorf/Koblenz (ww) Das Sturmgewehr HK416A5 aus dem Hause Heckler&Koch läuft nun auch unter der deutschen beschaffungsbehördlichen Bezeichnung G38. Die Bundeswehr-Katalogisierer nahmen jüngst die Version mit 11“-Rohr (279 mm) unter dem Kurznamen G38C in ihre Übersichten auf. Hintergrund: Eine Bundesbehörde hat diese Version der Waffe bereits beschafft.
G38C mit 11-Zoll-Rohr (279mm). Foto: HK
Das G38 gehört zu jener Anfang dieses Jahrtausends entwickelten Oberndorfer 416/417-Waffenfamilie, die das international weit verbreitete AR-Design mit dem äußerst zuverlässigen Kurzhub-Gaskolbensystem des G36 verknüpft. Weitere geplante Varianten seitens HK sind ein G38K mit 14,5“-Rohr (386 mm) sowie ein G38 mit 16.5“-Rohr (420 mm).

Montag, 25. August 2014

Taucher-Glock: Deutsche Marine beschafft P9A1

Deutsch-Wagram, Österreich/Eckernförde (ww) Das Kommando Spezialkräfte der Marine beschafft derzeit eine besondere Variante der Neun-Para-Pistole Glock 17 Generation 4. Die Pistole mit dem Schlagbolzenschloss wird in der Bundeswehr als P9A1 katalogisiert.
Glock 17 Gen 4 mit nachtleuchtender Visierung.
In der endgültigen Version wird die P9A1 auch als solche gekennzeichnet sein. Foto: JPW
Wesentlichen Hintergrund der Beschaffung bilden die Vorteile des Schlagbolzenschlosses im maritimen Einsatzumfeld. So lässt sich die P9A1 unter Wasser zur Selbstverteidigung im Nächstbereich einsetzen. Die P9A1 wird jedoch die speziell für den Unterwasserkampf konstruierte Pfeilbündel-Pistole P11 von Heckler&Koch nicht ersetzen.
Die P9A1 verfügt über die maritime Ausstattung mit speziellem Federteller sowie die Zwei-Kilo-Feder. Markantestes Unterscheidungskriterium zur Glock Generation 3, die bereits als „P9M“ (M = maritim) katalogisiert ist und unter anderem bei der GSG9 der Bundespolizei geführt wird, sind die austauschbaren Griffrücken. Weiterhin verfügt die P9A1 über eine nachtleuchtende Visierung mit U-Kimme.
Mehr zu P9A1 und was sich derzeit noch so alles im Bereich der Handwaffen bei der Bundeswehr tut, demnächst hier und natürlich in der überarbeiteten und erweiterten Neuauflage meines Buches Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen der Bundeswehr – Geschichte, Taktik, Technik. Sie erscheint nach derzeitiger Planung im Oktober dieses Jahres im Verlag E. S. Mittler&Sohn.

www.glock.at

Samstag, 23. August 2014

50 Jahre Minentaucherkompanie

Eckernförde (ww) Nec aspera terrent – Widrigkeiten schrecken nicht. So lautet der Wahlspruch der Minentaucherkompanie. Diese kleine, aber feine Einheit begeht heute ihren 50. Jahrestag an ihrem Standort Eckernförde.

Minentaucher legen eine Sprengladung an eine Ankermine an. Foto: Bundeswehr/PIZ Marine
Seit Gründung der Minentaucherkompanie am 1. Oktober 1964 tragen nicht einmal 1.000 Soldaten das Minentaucherabzeichen, ein Sägefisch vor einer stilisierten Seemine. "Unsere Aufgaben- und Einsatzbereiche haben sich in den letzten fünf Dekaden immer wieder gewandelt", so der Chef der Minentaucherkompanie, Kapitänleutnant Dennis Leukert. Anfangs wurden Minentaucher ausschließlich in deutschen Hoheitsgewässern zur Räumung von Seeminen aus dem 2. Weltkrieg eingesetzt. Bald kamen weitere Einsatzgebiete und Aufgabenbereiche auf die Taucher zu. Im Rahmen mandatierter Landeinsätze z.B. auf dem Balkan, im Irak, oder auch in Afghanistan beseitigten sie Kampfmittel oder waren in ihrem "klassischen" Element am Horn von Afrika oder vor der Küste des Libanon tätig. Wegen der intensiven Ausbildung und der damit verbundenen Befähigung, bis zu einer Tiefe von 50 Metern tauchen zu dürfen, werden die Spezialisten aus Eckernförde auch von zivilen Stellen hinzugezogen. "Im Rahmen der sogenannten Amtshilfe unterstützen wir beispielsweise die Landesräumkommandos bei der Suche nach Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee", beschreibt Kapitänleutnant Leukert eine der aktuellen Aufgaben seiner Minentaucher. Neben ihnen gehören auch Unterstützungskräfte zur Kompanie.