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Sonntag, 21. August 2016

Aktuelle Erinnerung - Bundesverband für den Selbstschutz

Schloss Körtlinghausen (ww) Es gibt manchmal seltsame Zufälle im Leben. Ein sehr angenehmer privater Termin führte mich dieses Wochenende ins tiefste Sauerland auf das Schloss Körtlinghausen.

Schloss Köertlinghausen, einst Sitz des BVS. Foto: JPW

Das seit Generationen im Besitz der Familie von Fürstenberg befindliche Kleinod lässt sich seit seiner Renovierung für private Feiern mieten. Bis Mitte der 1990er Jahre allerdings - so erfuhr ich in einer angeregten Unterhaltung mit dem Schlossherrn - residierte dort der Bundesverband für den Selbstschutz (BVS), dessen Reste heute im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe aufgingen. Und dieses geriet an diesem Wochenende in die Schlagzeilen, weil es maßgeblich an der Entwicklung eines neuen Zivilverteidigungskonzeptes beteiligt war, welches die Bundesregierung am kommenden Mittwoch vorstellen will.
Mit dem Verband verbinden mich jedenfalls einige schöne Erinnerungen an meine Schulzeit in Hessen. So war es Schülerinnen und Schülern der zehnten Klasse vorgeschrieben, wahlweise einen Erste-Hilfe-Kurs oder aber einen Selbstschutzkurs des BVS zu besuchen. Dieser umfasste neben Erster Hilfe auch Retten und Bergen, Brandbekämpfung, Unterrichte zur Vorbereitung auf Spannungsfälle etc. Völlig klar also, daß ich mich für letzteres Angebot entschied. Erstens, weil es umfassender war und zweitens, weil es trotz des Ernstes der Thematik doch eine gewisse Faszination ausübte. Zwar entsprach ein solcher Kurs sicherlich nicht dem seinerzeit vorherrschenden GEW-Zeitgeist in Hessen, aber als Angehöriger der Untersekunda eines altsprachlichen Gymnasiums hatte man diesbezüglich eh ein dickes Fell. Und so rückte kurze Zeit später ein Zwei-Mann-Team des BVS in einem orange-blauen VW-Bus an, um uns  - etwa 15 Schülerinnen und Schüler - in diversen Unterrichtseinheiten an mehreren Wochentagen ein solides Basiswissen für den Selbstschutz zu vermitteln.
An die BVS-Zeit erinnert heute in Schloss Körtlinghausen noch der (zugedeckte) Zugang zu einem Luftschutzbunker. Während einer Schlossführung ließ sich immerhin durch ein kleines Loch der Abdeckung ein Blick nach unten erhaschen.
Eingang zum Luftschutzbunker. Foto. JPW


Die Schriften des BVS hat das BBK dankenswerterweise auf seiner Homepage bereitsgestellt. Ich bin gespannt, ob man am Mittwoch sieht, inwieweit sie sich in der neuen Konzeption wiederfinden.

Nachtrag (23.08.2016): Bereits gestern zeichnete sich ab, daß im Zusammenhang mit der Zivilverteidigungskonzeption die durch das BBK angeregte individuelle Bevorratung für Krisenfälle in den medialen Mittelpunkt rückt. Einige Kolleginnen und Kollegen verspotteten dies als "Rat für Hamsterkäufe" oder als "Lobbyarbeit der Lebensmittelindustrie". Nun sind die Ratschläge des BBK erstens nicht neu und zweitens durchaus sinnvoll. Wer sich hierüber näher informieren will, dem hilft das BBK ebenfalls weiter. Die Spötter können im Fall der Fälle dann ja gerne dicke Backen machen.

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