Berlin, Hammelburg, Grafenwöhr (ww) Gegenwärtig läuft in Grafenwöhr der von der U.S. Army ausgerichtete European Best Sniper Competition. Im Rahmen dieses fordernden Wettbewerbs ringen Teams aus 17 Nationen um den Sieg. Eine Beobachtung am Rande: Bei der Bundeswehr gibt es seit Ende letzten Jahres ein neues streitkräftegemeinsames Tätigkeitsabzeichen Scharfschütze/Präzisionsschütze.
Das neue Tätigkeitsabzeichen Scharfschütze7Präzisionsschütze, hier eine gestickte Tarnausführung. (Foto: JPW)
Das in den Stufen gold, silber oder bronze getragene Abzeichen zeigt einen beidseitig mit vier Streifen eingefassten Kreis mit stilisierter Visiereinrichtung im Eichenlaubkranz. Auf dem Dienstanzug wird es metallgeprägt bronze-, silber- oder goldfarben getragen. Voraussetzung ist die fachbezogene Verwendung auf Dienstposten in der Bundeswehr, die in den Organisationsgrundlagen mit den Tätigkeitsbezeichnungen „Scharfschütze“ bzw. „Präzisionsschütze Feldjägerwesen Bundeswehr“ geschlüsselt sind.
Deutsches Team beim ESBC 2019 mit G22A2 (Foto: Bundeswehr/Torsten Kraatz)
Die Stufe I, Bronze wird nach erfolgreichem Abschluss des Verwendungslehrgangs Scharfschütze G22 verliehen. Die Stufe II, Silber gibt es nach drei Jahren fachbezogener Verwendung als Scharfschütze bzw. Präzisionsschütze und erfolgreichem Abschluss des Verwendungslehrgangs Scharfschützentruppführer G22. Die Stufe III, Gold wird nach sechs Jahren fachbezogener Verwendung als Scharfschütze bzw. Präzisionsschütze und erfolgreichem Abschluss des Verwendungslehrgangs Scharfschützentruppführer G22 verliehen.
Berlin, Düsseldorf, Kassel, München (ww) Die von der Bundeswehr gestellten NATO-Speerspitze Very High Joint Readiness Task Force 2023 (VJTF 2023) soll mit modernster Ausrüstung ihren Auftrag erfüllen. Das System Panzergrenadier bindet den Schützenpanzer Puma, das Hauptwaffensystem der Panzergrenadiere, und die modulare Kampfausstattung „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System“ zukunftsweisend in die vernetzte Operationsführung ein.
Abgesessene Panzergrenadiere vor ihrem Schützenpanzer Puma (Foto: Ralph Zwilling via Rheinmetall)
Vor einigen Tagen hat der Haushaltsausschuss des deutschen Bundestags die Mittel bereitgestellt, Mitte Juli hat eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) für das Vorhaben „System Panzergrenadier VJTF 2023“ ihre Aufträge erhalten. Die Arbeiten haben bereits begonnen und sollen bis zum Ende der VJTF-Bereitschaftsphase im Jahr 2024 fortgeführt werden. Die ARGE ist ein Zusammenschluss aus dem Puma-Hersteller PSM Projekt System Management GmbH – einem Joint Venture von Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall – und der Rheinmetall Electronics GmbH.
Kampfwertsteigerungen am Puma
Die umfangreichen Arbeiten betreffen zum einen den Schützenpanzer Puma. Die für die VJTF 2023 vorgesehenen 41 Exemplare durchlaufen umfangreiche Kampfwertsteigerungen. Zudem erfolgen weitere Maßnahmen zur besseren Vernetzung von Schützenpanzern und abgesessenen Panzergrenadieren.
Das Auftragspaket umfasst unter anderem eine neue Generation digitaler Funkgeräte für die Schützenpanzer. Sie werden Fahrzeugfunkgeräte SDTR/SOVERON VR erhalten, modernste taktische Software Defined Radios (SDR) aus dem Hause Rohde & Schwarz. Hinzu kommt die Einrüstung des Mehrrollenfähigen Leichten Lenkflugkörpersystems (MELLS), das den Pumas einen erheblichen Fähigkeitszuwachs gibt. Auch die Einrüstung neuer Tagsicht- und Wärmebildkameras sowie Farbdisplays gehört zum beauftragten Leistungspaket. Durch die optimierte Tag- und Nachtsicht wird die Aufklärungsreichweite gesteigert und der Besatzung ein erweiterter Sichtbereich gegeben.
Eng verknüpft mit den Hardware-Einrüstungen der neuen Optroniksysteme und Monitore für die Schützenpanzer ist der Vertrag für die bereits angelaufene Entwicklung der „Sichtmittelverbesserung Fahrgestell“ durch die Rheinmetall Landsysteme GmbH. Im Zuge der Entwicklung der neuen Sichtmittel und deren Integration in den Puma sollen zunächst fünf Sätze Erstmuster-Baugruppen gefertigt und in fünf Serienfahrzeuge integriert werden. Diese Arbeiten sollen bis 2022 abgeschlossen werden. Anschließend erfolgt bis 2023 die Nachweisführung bei den wehrtechnischen Dienststellen.
Ebenso werden neue Ausbildungsmittel bereitgestellt, um eine realitätsnahe Ausbildung des Verbandes zu ermöglichen. Zudem ist die komplette logistische Versorgung der VJTF-Pumas über einen Zeitraum von fünf Jahren, also Ersatzteile und Sonderwerkzeuge sowie die Ersatzteillogistik in dem Auftragspaket enthalten.
BMS TacNet und neuer K-Stand des IdZ-ES
Rheinmetall stattet zudem die Panzergrenadierkompanien der VJTF 2023 mit dem einheitlichen Führungs- und Informationssystem Informationssystem (BMS) „TacNet“ aus. Ebenso werden zunächst zehn Zugsysteme des Soldatensystems „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System (IdZ-ES)“ auf den moderneren Standard IdZ-ES K-Stand VJTF 2023 gebracht. Die Modernisierung umfasst einige Anpassungen der Hard- und Software. Wesentliche Neuerungen sind der Verzicht auf den „Elektronischen Rücken“ sowie neue moderne Funkgeräte für abgesessene Soldaten und Schützenpanzer, die die Führungsfähigkeit verbessern und den geschützten Austausch großer Datenmengen ermöglichen. Die Funkgeräte stammen von Rohde&Schwarz (Handheld SDHR/SOVERON HR und das bereits erwähnte Fahrzeugfunkgerät SDTR/SOVERON VR) sowie von der Elbit-Tochter Telefunken Racoms (E-LynX PNR 1000, ein Handheld).
Puma-Besatzung und abgesessener Schützentrupp erhalten durch die bessere Vernetzung ein gleiches aktuelles und umfassendes Lagebild. Rheinmetall ermöglicht so die Führungsfähigkeit der Panzergrenadiere vom Einzelschützen bis zum Kompaniechef.
Die SOVERON-Familie (Bild: Rohde&Schwarz)
Kompatibilität mit SVFuA
Die SOVERON-Familie von Rohde & Schwarz arbeitet mit den hochdatenratigen und störsicheren SOVERON WAVE Wellenformen für den taktischen robusten Einsatz auf der Ersten Meile, also passgenau für das Spektrum von Anforderungen an einen Gefechtsverband für Landes- und Bündnisverteidigung wie auch für internationale Einsätze zur Krisenbewältigung. Alle Mitglieder der SOVERON WAVE-Wellenformfamilie bieten die MANET (mobile adhoc network) Funktionalität, damit ausgestattete Funkgeräte fungieren als Router im IP-Netzwerkverbund und leiten die Informationen über weitere Kommunikationsknoten, sodass eine robuste störfeste Verbindung unter allen Umständen erhalten werden kann. Die Geräte sind mit dem bereits von der Bundeswehr beauftragten System SVFuA (Streitkräftegemeinsame verbundfähige Funkgeräteausstattung, Serienname: SOVERON D) und den damit beschafften SDR-Wellenformen interoperabel sind. Das beauftragte 1. Los SOVERON D für Führungsfahrzeuge wird im ersten Halbjahr 2020 an die Truppe ausgeliefert. Dieses Zusammenspiel ist auch für die Zukunftsfähigkeit im Rahmen des erst nach der VJTF 2023 wirkenden Großprojekts D-LBO/TEN (Digitalisierung von Landoperationen/Tactical Edge Networking) für hochsichere und vertrauenswürdige interoperable Verbindungen von großer Bedeutung. SOVERON D bietet dafür auch die Abwärtskompatibilität zur noch geraume Zeit in Nutzung befindlichen jedoch obsoleten analogen SEM-Funkgerätewelt. Auch die Nachweise hierzu konnten in weiteren Tests kürzlich erbracht werden.
Einstieg in die Digitalisierung
Das „System Panzergrenadier VJTF 2023“ erhöht die Kampfkraft der VJTF 2023 erheblich. Zugleich sieht Rheinmetall diese Maßnahmen als wichtigen Anknüpfungspunkt für die weitere Modernisierung und Digitalisierung der Bundeswehr. Die Digitalisierung der Sichtmittel geht zudem mit der Implementierung der NGVA (NATO Generic Vehicle Architecture) im Puma einher. Sie bildet das Fundament für das Zukunftsthema „Sensor to Shooter“. Die nun begonnene Vernetzung der Sensoren und Effektoren eines Einzelfahrzeugs ermöglicht schon in Kürze die Vernetzung der Sensoren und Effektoren ganzer Einheiten und Verbände. Damit gehört der Puma zu den ersten digitalisierten Gefechtsfahrzeugen weltweit.
Ashburn, Virginia/USA (ww) Die U.S.Army führt 5.000 - 6.000 neue M110A1 Squad Designated Marksman Rifles (SDMR) für ihre Zielfernrohrschützen auf Gruppenebene ein. Die U.S. Army setzt damit weiterhin auf das Kaliber 7,62mm x 51 für ihre ZF-Gewehre.
HK M110A1 SDMR auf dem Schießstand (Foto: Kimberly Jenkins/U.S. Army)
Bei dem M110A1 SDMR handelt es sich um ein halbautomatisches G28E aus der G28/HK417-Familie. Die Waffen sollen in Oberndorf gefertigt werden und dann durch das Tochterunternehmen HK USA mit den durch die U.S. Army separat beschafften Zielfernrohre SIG Sauer Tango 6 1-6x24 SDMR, Geissele-Montagen und weiteren Anbauteilen von insgesamt 12 in den USA beheimateten Firmen fertig konfiguriert werden. Sie werden dann an die U.S. Army ausgeliefert. Heckler&Koch übernimmt weiterhin Ersatzteilversorgung, Serviceleistungen und Ausbildungsmaßnahmen.
Das M110A1 wird bis 2022 die M14 Enhanced Battle Rifle ablösen. Das G28E dient bereits in anderer Konfiguration als M110A1 Compact Semi Automatic Sniper System in der U.S. Army.
www.heckler-koch.com
Telford, Düsseldorf (ww) Seit Mitte Juni liegen die Genehmigungen der britischen Wettbewerbsbehörden vor, jetzt melden Rheinmetall und BAE Systems die Gründung eines gemeinsamen Joint Ventures zum 1. Juli 2019. Die neu entstandene Rheinmetall BAE Systems Land (RBSL) will sich im militärischen Landsysteme-Bereich bei Entwicklung, Produktion und dazugehörigen Unterstützungsleistungen engagieren und eine zentrale Rolle bei der Produktion des Mechanised Infantry Vehicle (MIV) für die British Army spielen – also von 8x8-Radfahrzeugen des Typs Boxer.
Der Boxer in Telford - er soll als Mechanized Infantry Vehicle zur British Army kommen (Foto: BAE Systems)
RBSL will sich weiterhin bei anderen strategischen Gefechtsfahrzeugprogrammen engagieren sowie Unterstützungsleistungen für eine große Bandbreite britischer Gefechtsfahrzeuge bieten. Die RSBL hat ihren Sitz im englischen Telford. Das Gemeinschaftsunternehmen sichert rund 450 Arbeitsplätze und ist für künftiges Wachstum gut positioniert.
Die britische Verteidigungsministerin Penny Mordaunt: „Diese Ankündigung ist ein klares Bekenntnis zur britischen Verteidigungsindustrie und ihrer weltweiten Führungsstellung bei der Entwicklung, Produktion und Unterstützung von Militärfahrzeugen. In der Partnerschaft wird deutlich, wie sehr auch die Verteidigung im Mittelpunkt der Wohlstandsagenda steht. Die Vorteile der industriellen Partnerschaft werden sich in den West Midlands und in der gesamten Defence-Lieferkette im Vereinigten Königreich bemerkbar machen, indem Arbeitsplätze gesichert werden, neue Exportmöglichkeiten entstehen und technische Fähigkeiten für die Zukunft ausgebaut werden.“
RSBL wird sich auf Rheinmetalls umfangreiche Militärfahrzeug-Expertise ebenso abstützen wie auf die Fähigkeiten und Systeme, welche durch BAE Systems mit seinem Bereich Land UK in das Joint Venture eingebracht werden. Hierzu zählen Produkte wie Trojan, Terrier, Warrior, Brückenfahrzeuge und die Panzerhaubitze AS90. RSBL wird das Potential haben, weitere hunderte Arbeitsstellen sowohl in Telford als auch in der weiteren Lieferkette zu schaffen.
RBSL-Geschäftsführer Peter Hardisty, vormals Rheinmetall UK: „RBSL ist ein neues Unternehmen, das auf den Stärken von BAE Systems Land UK und Rheinmetall beruht. Unsere Mitarbeiter in Telford, Bristol und Washington (UK) verfügen über eine einzigartige Kompetenz und umfangreiche Erfahrung in der Kampffahrzeugtechnik. Mit neuen Aufträgen werden wir in der Lage sein, diese Fähigkeiten zu erhalten, in den kommenden Jahren zu expandieren und nach neuen Möglichkeiten in Großbritannien und Übersee zu suchen.“
Zum neuen RBSL-Führungsteam gehört weiterhin Carrie White von BAE Systems. Sie übernimmt die Rolle des Finanzvorstands. Phil Simon, ebenfalls von BAE Systems, wird Operations Director. www.baesystems.com www.rheinmetall.com
Putzbrunn, Paris (ww) Die etwa 8.000 Gebirgsjäger- und 12.000 Infanterie-Truppen der französischen Armee erhalten neue Nässeschutzanzüge.Der neue, leichte, dauerhaft wasserdichte und extrem atmungsaktiven Überanzug ist für den Einsatz in hochalpinen Regionen ebenso ausgelegt wie für mediterrane Klimabedingungen.
Der neue Nässeschutzanzug im CCE-Tarnmuster (Foto: W. L. Gore)
Der Anzug eignet sich für viele unterschiedliche Aufgabenstellungen mit verschiedensten Ausrüstungskonfigurationen. Maximale Bewegungsfreiheit und Komfort sind zentrale Leistungsmerkmale. Er besteht aus Jacke und Hose und wird vom renommierten Bekleidungshersteller Grassi auf Basis der Micro-Grid-Backer-Funktionstextiltechnologie von W. L. Gore & Associates gefertigt.
Mehr Komfort und Robustheit
Bei der Gore Micro-Grid-Backer-Technologie kommt auf der Innenseite des dreilagigen Gore-Tex-Laminats ein sehr dünnes, feinfädiges, aber dennoch äußerst robustes Polyamidgewebe mit offener Gitterstruktur zum Einsatz. Diese Technologie ist hoch abriebfest und verhindert Fadenzieher – die Innenseite des Schutzanzugs ist somit widerstandsfähiger gegen raue Oberflächen. Die Innenseite gleitet zudem mühelos über darunter getragene Bekleidungsschichten, wodurch das Anziehen der Jacke erleichtert wird und sich der Träger freier und komfortabler bewegen kann. Zudem ermöglicht diese Textiltechnologie ein geringeres Gewicht. Der neue Regenschutzanzug wiegt etwa 30 Prozent weniger als der bisher von den Soldaten getragene Anzug. Weniger Gewicht bedeutet auch weniger Volumen, sodass der Anzug klein ist und damit optimal verpackt werden kann.
Die Gore-Tex-Membrane ist dauerhaft wasserdicht und hoch atmungsaktiv. Das Obermaterial saugt dabei kaum Wasser auf. Um Hitzestress möglichst zu vermeiden, unterstützt die physiologisch optimierte Produkttechnologie die Ableitung von Wärme und Feuchtigkeit vom Körper. Zudem schützt sie vor verschiedenen Flüssigkeiten und handelsüblichen Chemikalien wie Diesel, Öl und Schmiermitteln. Die dauerhafte Haltbarkeit der Membrane ist auch dann gewährleistet, wenn das Material bei sehr kalten Temperaturen abgeknickt wird. Wetterschutzkleidung mit Gore Micro Grid Backer Technologie kombiniert die Vorteile von erhöhter Leistungsfähigkeit und verbessertem Tragekomfort.
Robustheit und Bewegungsfreiheit bei kleinen Packmaßen (Foto: W. L. Gore)
Der neue Gore-Tex-Nässeschutzanzug bietet den Soldaten der Gebirgsjäger und der Infanterie darüber hinaus ein optimiertes Design und verbesserte Gebrauchstauglichkeit. Die Bekleidung lässt sich schnell an- und ausziehen, sie passt sich einfach individuellen Bedürfnissen an und ermöglicht hohe Bewegungsfreiheit. Die Jacke lässt sich mit einem wasserdichten Reißverschluss mit Untertritt schließen. Öffnungen vorne ermöglichen Zugriff auf die Uniformtaschen, die für persönliche Dokumente oder das Smartphone Platz bieten, und sorgen gleichzeitig für gute Belüftung. Die Kapuze lässt sich im Kragen verstauen, Ärmel und Bund sind in der Weite einstellbar. Das An- und Ausziehen der Überhose wird durch Reißverschlüsse auf beiden Seiten erleichtert. Die Drei-Punkt-Hosenträger sind einfach per Klettverschluss verstellbar. Verstärkungen im unteren Bereich der Hosenbeine schützen vor Abrieb, beispielsweise durch die Skistiefel der Gebirgsjäger. Beschädigte Stellen können mithilfe eines Reparatursets für Gore-Tex-Textilien repariert werden.
Erfolgreiche Praxistests
Damit bietet der Regenschutzanzug ein hohes Maß an Funktionalität, Flexibilität und Komfort. Durch seine lange Haltbarkeit sind die Lebenszykluskosten zudem sehr niedrig. Gebirgsjäger haben die Anzüge vor der Beschaffung bereits in alpinem Gelände bei kaltem Wetter und hoher körperlicher Aktivität erfolgreich getestet. Auch die Soldaten der Infanterie haben die Schutzanzüge im Einsatz unter Benutzung von Waffen, Fahrzeugen etc. getestet. Somit ist die bestmögliche Leistung der Soldaten bei unterschiedlichen Wetter- und Einsatzbedingungen gewährleistet.
Sankt Augustin (ww) Vom 24. bis zum 27. Juni 2019 fand die nunmehr 13. Combat Team Conference (CTC) bei der GSG 9 der Bundespolizei statt. Bei der „Olympiade der Spezialeinheiten“ traten dieses Jahr 44 Mannschaften polizeilicher Spezialkräfte aus dem In- und Ausland an. Die Mannschaften kamen von vier Kontinenten.
Viele Stationen mussten im Teamrahmen gemeistert werden (Foto: Bundespolizei)
Die fünf Mann starken Wettkampfteams (plus 1 "Kapitän") mussten dabei zehn Übungen bewältigen. Schwerpunkte der CTC 2019 bildeten Teamfähigkeit, körperliche und psychische Belastbarkeit sowie einsatztaktische Fähigkeiten.
Fordernde Hindernisparcours (Foto: Bundespolizei)
Es siegte die Wettkampfmannschaft der SE Argus aus der Schweiz, die Spezialeinheit der Kantonspolizei Aargau. Den zweiten Platz errang das Team des Spezialeinsatzkommandos Südbayern der Polizei Bayern.
Alle in einem Boot (Foto: Bundespolizei)
Auch wenn die Wettkampfplatzierungen keine Rückschlüsse auf den taktischen Einsatzwert der jeweiligen Einheiten zulassen, so genießt die alle vier Jahre stattfindende Veranstaltung weltweite Bekanntheit und Prestige. Schließlich dient sie nicht nur dem Kräftemessen, sondern auch dem Austausch der Einheiten untereinander und dem Netzwerken für die Sicherheit.
Schießstation mit MP5 (Foto: Bundespolizei)
Wie in den letzten Jahren auch, unterstützten Kräfte aus der gesamten Bundespolizei den reibungslosen Ablauf . eine nicht zu unterschätzende logistische Leistung.
Die SE Argus konnte auch einige einzelne Stationen der CTC 2019 für sich entscheiden (Foto: Kantonspolizei Aargau)
Der S&T-Blog gratuliert den Siegern, allen Teilnehmern und den Ausrichtern ganz herzlich!
Köln, Berlin (ww) Die Kolleginnen und Kollegen des Bundesamtes für Verfassungsschutz haben ihren Bericht für das Jahr 2018 vorgelegt. Das über 300 Seiten starke Dokument behandelt in gewohnt akribischer Weise die Aspekte Politisch motivierte Krimninalität (PMK), darunter Rechtsextremismus, „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“, Linksextremismus, Islamismus/islamistischer Terrorismus sowie sicherheitsgefährdende und extremistische Bestrebungen von Ausländern (ohne Islamismus). Weitere Themenfelder sind Spionage und sonstige nachrichtendienstliche Aktivitäten, Geheim- und Sabotageschutz sowie die „Scientology-Organisation“ (SO).
Das Cover des Verfassungsschutzberichtes 2018 (Foto: BMI)
Nur schlaglichtartig: Die rechtsextremistischen Gewalttaten haben 2018 von 1.054 auf 1.088 zugenommen – es gab sogar sechs versuchte Tötungsdelikte, ausnahmslos fremdenfeindlich motiviert. Die Zahl der linksextremistischen Gewalttaten sank 2018 von 1.648 auf 1.010 – und damit um 38,7 Prozent. Der deutliche Rückgang erklärt sich durch den starken Anstieg (G20-Krawalle) 2017. Die Zahl der religiös motivierten Straftaten sank, zu den verzeichneten 44 Gewalttaten zählen jedoch ein vollendetes und ein versuchtes Tötungsdelikt. Nahezu verdoppelt hat sich die Zahl der Gewalttaten des Phänomenbereichs „politisch motivierte Kriminalität – ausländische Ideologie“, nämlich von 182 auf 355. Hierunter fallen ebenfalls ein vollendetes und vier versuchte Tötungsdelikte.
Aktuelle Ereignisse - hervorzuheben ist der feige Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke durch einen Rechtsextremisten am 2. Juni 2019 in Wolfhagen - mahnen uns, weiter wachsam zu sein und für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung einzutreten.
Den gesamten Bericht gibt es HIER als pdf.
Overberg Testzentrum, Südafrika (ww) Zwei neue Konfigurationen seines Mission Master UGV stellte Rheinmetall vor einigen Wochen auf der zur Ammunition Capability Demonstration 2019 (ACD2019) in Südafrika vor: die Variante Protection mit 70mm-Raketenwerfern und die Version Rescue als Sanitätsfahrzeug.
Im Rahmen der ACD 2019 feuerte das mit der Rheinmetall-Waffenstation „Fieldranger Multi“ mit 70-mm-Raketenwerfern von Thales ausgestattete Unmanned Ground Vehicle (UGV) eine Salve von 14 Raketen ab. Dabei brachte der Mission Master-Protection 60 kg Sprengstoff in 1,6 Sekunden auf den Weg Richtung Ziel – eine Leistung, die gerade im Landstreitkräftebereich besonders bemerkenswert erscheint. „Wir sind wahrscheinlich die ersten, die ein Luft-Boden-System in einer Boden-Boden-Rolle einsetzen. Definitiv sind wir aber die ersten, die es von einem UGV aus tun“, so Alain Tremblay, Vizepräsident für Geschäftsentwicklung bei Rheinmetall Canada.
Mission Master-Protection (Foto: Rheinmetall)
Nach einem Monat Tests und Schießversuchen in Südafrika mit der neuen Nutzlast des Mission Master-Protection konnte Rheinmetall bei der Demo ein perfekt konfiguriertes und stabilisiertes Waffensystem einsetzen. Möglich wurde diese Leistung auch durch die Einbindung eines wichtigen Partners. „Thales zeigte ein sehr hohes Maß an Professionalität. Unsere technische Zusammenarbeit hat uns geholfen, einen großen Schritt nach vorne zu machen“, so Tremblay. Nach Abschluss des Qualifikationsprozesses erfüllt die Kombination aus Fieldranger Multi und 70mm-Raketenwerfer die militärischen Standards und ist nun bereit für den Einbau in andere Plattformen und gepanzerte Fahrzeuge. Der Mission Master-Protection kann auch mit 50mm-Waffensystemen, 12,7mm-Maschinengewehren und 40mm- Granatwerfern ausgestattet werden.
Die Besonderheit der Demonstration des Mission Master-Protection auf dem Overberg-Testgelände war, dass ein ferngesteuerter Waffenträger in einem vollständig digitalisierten Szenario arbeitete – womöglich erstmals weltweit. Dabei erfolgte die Feuerleitung über das Soldatensystem Rheinmetall Argus. Rheinmetall und Thales betonten beide die Notwendigkeit einer Man-in-the-Loop-Konfiguration, d.h. der Bediener hat die volle Kontrolle über das Waffensystem – von der Zielerfassung bis zur endgültigen Feuererlaubnis.
Auf der ACD2019 wurde darüber hinaus eine weitere neue Missionsausstattung gezeigt, der Mission Master-Rescue. Diese neue Variante ermöglicht es, Verwundete über weite Strecken autonom zu evakuieren. Ausgestattet mit zwei Korbtragen mit Schiensystemen verfügt der Rettungs-UGV des Weiteren über Kopf- und Fußfixierungen, Beatmungsgeräte, einen Defibrillator und einen Thermobehälter – eine Ausstattung, die von einem Sanitäter zu Fuß nicht zu tragen wäre.
Mission Master-Rescue (Foto: Rheinmetall)
Wachsender Trend zu bewaffnungsfähigen UGVs
So wie bewaffnete unbemannte Flugsysteme (Unmanned Aerial Systems/UAS) revolutionäre Auswirkungen auf die Luftkriegführung haben, deuten alle Anzeichen darauf hin, dass die Zahl der bewaffneten UGVs im Bereich der Landstreitkräfte weiterhin schnell wachsen wird. Weltweit erfolgen Feldversuche, darunter der Einsatz des russischen Kampf-UGVs URAN-9 im Mai 2018 in Syrien. Dabei haben zahlreiche Nationen das Potenzial bewaffnungsfähiger UGVs erkannt.
Wie auf der ACD2019 mit dem Mission Master-Protection gezeigt, eröffnet ein bewaffnungsfähiges UGV eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Während das Risiko für befreundete Streitkräfte minimiert wird, erhöht es die Kampfkraft abgesessen kämpfender Truppen erheblich, indem es Feuerunterstützung leisten kann. Es kann auch autonom militärische Aufgaben mit hohem Risiko auf den heutigen komplexen Gefechtsfeldern durchführen.
Vielseitige Plattform für Multimissionsprofile
Aufbauend auf einer robusten Basisplattform unterstützt der Mission Master die Truppen bei gefährlichen Einsätzen, auch in schwierigem Gelände und bei widrigen Wetterbedingungen. Mit einer Vielzahl von modularen, einfach zu installierenden Missionsaustattungen bietet der Mission Master nicht nur Schutz auf dem Gefechtsfeld, sondern kann auch eine Vielzahl anderer Aufgaben übernehmen, darunter logistischer Transport, Überwachung, Rettung, Brandbekämpfung, CBRN-Erkennung sowie die Funktion als Funk-Relaisstation.
Das Rheinmetall-Team wird auch im Jahr 2019 den Mission Master weiter entwickeln. Feldversuche mit dem neuen System werden das ganze Jahr über in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und den USA erfolgen.
Vantaa, Finland (ww) Die finnischen Streitkräfte haben ein erstes geschütztes Mehrzweckfahrzeug Protolab 6x6 erhalten. Das Protolab Protected Multi-Purpose Vehicle (PMPV) stammt von der Firma Protolab Oy, die 2018 von den Finnish Defence Forces (FDF) mit der Lieferung vier solcher Fahrzeuge beauftragt wurde.
Das Protolab 6x6 PMPV im Gelände (Foto: Protolab)
Das hochbewegliche und agile Protolab PMPV verfügt über einen Euro-3-konformen Cummins 6,7-Liter Vielstoffmotor und erfüllt damit die Kriterien für einen LKW der EG-Fahrzeugklasse N3G. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 110 km/h (Straße) und 12 km/h im Wasser. Die Einsatzreichweite liegt bei 900 Kilometern. Das rund 14 Tonnen schwere PMPV kann neben zwei Mann Besatzung bis zu zehn voll ausgestattete Soldaten transportieren. Die Nutzlast beträgt rund zehn Tonnen. Mit einer Fahrzeuglänge von 7,44 Metern, einer Fahrzeugbreite von 2,55 Meter und einer Fahrzeughöhe von 2,70 Metern kann es auch im urbanen Gelände gut eingesetzt werden. Ein integrierter Minenschutz sowie kundenspezifischer ballistischer Schutz gemäß STANAG 4569 gehörten zu den designspezifischen Elementen. Ebenso lassen sich kundenspezifische Waffenstationen einrüsten.
Das Protolab 6x6 PMPV lässt sich für vielseitige Zwecke konfigurieren, etwa als Patrouillenfahrzeug, Mannschaftstransporter, Nachschub- oder Gefechtsstandfahrzeug. Amphibische oder Sanitätsfahrzeugvarianten sind ebenso verfügbar. Darüber hinaus gehört das Protolab PMPV zu den ersten Mannschaftstransportern seiner Art, die auf die Mobilitäts-, Schutz- und Kommunikationsbedürfnisse von Spezialkräften und paramilitärischen Sicherheitskräften zugeschnitten sind.
Die neuen Fahrzeuge durchlaufen jetzt Truppenerprobungen, die Teil eines größeren Modernisierungsprogrammes des FDF-Fahrzeugparks sind und auf die Modernisierung und Verbesserung der geschützten Fahrzeugflotte abzielen.