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Freitag, 15. Juli 2016

Wieder lieferbar – auch in neuer Variante: Der Patch zum Blog

Krefeld (ww) Der Leser wollte, daß der Nachschub rollte! Ab sofort ist unser S&T-Blog-Patch wieder verfügbar! Aber damit nicht genug: Unsere Freunde von Sierra-313 haben eine neue „Nachttarn"-Variante des Uhus vor Schwert und Zahnrad geschaffen. Eine weitere Besonderheit: Schrift und Augen des Uhus leuchten bei Dunkelheit. Die „Nachttarn“-Version ergänzt ab sofort die nunmehr in der dritten unveränderten Auflage erschienene „Multitarn“-Ausführung.

Der S&T-Blog-Patch in multitarn (l.) und nachttarn (r.). (Foto: JPW)

Der Preis bleibt unverändert. Sowohl „Multitarn“ als auch „Nachttarn" gibt es für 6,50 € zzgl. Versandkosten pro Stück – oder im Tausch gegen einen Ihrer Patches! Verbindungsaufnahme über unser elektronisches Postfach.
An dieser Stelle nochmals mein herzlicher Dank an Jan von Sierra-313 – verbunden mit der Empfehlung an diejenigen, die ebenfalls gerne ihr Logo als 3D-PVC-Patch realisiert haben wollen!
 www.sierra-313.de

Donnerstag, 14. Juli 2016

Schnelle Luftabholung aus dem Südsudan - AA und Bundeswehr evakuieren 154 Personen

Potsdam (ww) Noch vor wenigen Tagen hatte ich an die Operation Thunderbolt/Jonathan  erinnert, jetzt wurde Entebbe in Süduganda erneut Drehscheibe einer Evakuierungsoperation.
So flog die Bundesregierung am 13. Juli 2016 aufgrund von Kampfhandlungen 154 deutsche und andere Ausländer aus dem Südsudan aus – darunter auch den deustchen Botschafter, Johannes Lehne.
Eine Transall auf dem Flughafen Entebbe. (Foto: AA)

Die deustche Botschaft imn Juba wurde vorübergehend geschlossen. Mehr Details über die Schnelle Luftabholung, die die Bundeswehr in Amtshilfe für das Auswärtige Amt durchführte, nennt die Bundeswehr in ihrer weiter unten zitierten Pressemitteilung. Auch das Auswärtige Amt nennt Details.
Ein (freilich etwas älterer) Überblicksartikel über den resortgemeinsamen Schutz und Evakuierung findet sich auch auf diesem Blog.

Mittwoch, 13. Juli 2016

Zur Dokumentation: Weißbuch 2016 beschlossen und vorgestellt

Berlin (ww) Die Bundesregierung hat heute am 13. Juli 2016 das „Weißbuch 2016 zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr“ beschlossen. Die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, stellte es anschließend der Presse vor.
Ganz in weiß...das oberste sicherheitspolitische Grundlagendokument Deutschlands in den Händen der Ministerin.
(Foto: Bundeswehr/Thiel)

Gut zehn Jahre nach dem Vorgängerdokument liegt nun das neue "oberste sicherheitspolitische Grundlagendokument Deutschlands" vor, welches "federführend im Bundesministerium der Verteidigung [und] in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit allen Ministerien der Bundesregierung erarbeitet" wurde.
Das Dokument steht hier zum Herunterladen bereit, zudem gibt es hier noch eine Gebrauchsanleitung und die englische Fassung als "White Paper 2016". Es verwundert, daß noch keine französische Variante vorliegt, aber da die Ministerin in ihrer heutigen Pressekonferenz etwas von "langen Rücksichtnahmen auf Großbritannien" erwähnte, wird die Priorität der Übersetzung des vor dem Brexit entstandenen Dokumentes wohl noch auf der englischsprachigen Fassung gelegen haben. Für diejenigen, die heute nicht in Berlin dabei waren, hat Kollege Thomas Wiegold die Pressekonferenz auf seinem Blog dokumentiert.
Angesichts der extra eingerichteten umfangreichen und informativen Weißbuch-Webseite ist es eigentlich schade, daß es - wie gestern bereits an dieser Stelle bewertet - nur wortgewaltig einen aus meiner Sicht sicherheitspolitisch noch nicht zu Ende gedachten Minimalkonsens zusammenfasst. Bezeichnend ist weiterhin, daß das Wort "Waffe" meist nur im Zusammenhang mit Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung vorkommt und das Wort "Bewaffnung" nur einmal - als bestandteil der "Wiederbewaffnung" in den 1950er Jahren.
Es sei daher an dieser Stelle noch einmal festgehalten: "Resilienz schaffen ohne Waffen" mag funktionieren. Für die aus meiner Sicht  sicherheitspolitisch dringend gebotene Wehrhaftigkeit unserer Gesellschaft reicht aber Resilienz nicht aus!

Dienstag, 12. Juli 2016

Das Weiß-noch-nicht-so-recht-Buch - eine erste Prognose

Berlin (ww) An Karneval 2015 begannen die Arbeiten am neuen Weißbuch der Bundesregierung zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr. Die Erwartungen an das Dokument waren zwar nicht hoch, aber man hegte Hoffnungen.

Inzwischen kursiert der Arbeitsentwurf mit Stand 24. Mai 2016 im Netz - der taz sei Dank. Wer sich die erwartbare Worhülsenakrobatik antun möchte, der kann sich also bereits jetzt darüber  unterrichten lassen, daß unser "sicherheitspolitisches Umfeld in den vergangenen Jahren noch komplexer, volatiler ["dampfförmiger"] sowie dynamischer und damit immer schwieriger vorhersehbar geworden ist" und daß es unter anderem zu einer "Infragestellung der regelbasierten euro-atlantischen Friedens- und Stabilitätsordnung" gekommen ist.

Mittwoch, 6. Juli 2016

Neues vom Nachrichtendienst: Dr. Bruno Kahl als BND-Präsident ins Amt eingeführt

Berlin/Pullach (ww) Nachrichtenwesen und Journalismus sind artverwandt. Gerne berichtet der S&T-Blog also, daß der neue Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Dr. Bruno Kahl, am 6. Juli 2016 im Bundeskanzleramt offiziell in sein Amt eingeführt worden ist.

Dr. Bruno Kahl bei seiner Amtseinführung. Foto: Bundesregierung/Bergmann
Im Rahmen der Zeremonie betonte Kanzleramtschef Peter Altmaier, daß "der Bundesnachrichtendienst im Hinblick auf die veränderte Sicherheitslage vor großen Herausforderungen steht. Mit Herrn Dr. Bruno Kahl erhält der BND einen neuen Präsidenten, der die Aufgaben der Zukunft mit großem persönlichen Einsatz, Umsicht und Verantwortungsbewusstsein meistern wird."
"Der Bundesnachrichtendienst erbringt einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit unseres Landes", sagte BND-Präsident Dr. Bruno Kahl anlässlich seiner Amtseinführung. "Ich habe mir vorgenommen, die Leistungsfähigkeit des Bundesnachrichtendienstes zu erhalten und wo möglich noch zu steigern. Deutschland ist auf intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit anderen Ländern angewiesen. Kein Land der Erde kann auf sich alleine gestellt Sicherheit für die ihm anvertrauten Menschen gewährleisten."
1962 in Essen geboren, kann der Jurist auf lange Jahre Verwaltungserfahrung in Regierung und Parlament zurückblicken. Zu seinen Stationen gehörten unter anderem das Bundeskanzlermat, das Bundesministerium des Innern und das Bundesministerium der Finanzen. Kahl wird, so sein Dienst in seiner Pressemitteilung, künftig unter anderem den Umzug großer Teile des BND von Pullach nach Berlin verantworten. BND-Präsident Dr. Bruno Kahl kündigte auf der Veranstaltung in seiner Rede zudem an, den eingeschlagenen Weg der Offenheit und des Dialogs weitergehen zu wollen.
Der S&T-Blog gratuliert dem neuen BND-Präsidenten und wünscht ihm für seine Tätigkeit alles Gute, Glück, Fortune und - so viel Ökumene soll auch hier sein - Gottes Segen!
www.bnd.bund.de

Sonntag, 3. Juli 2016

40 Jahre IDF-Operation Thunderbolt/Jonathan in Entebbe

Tel Aviv/Israel, Entebbe/Uganda (ww) In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli 1976 befreite ein Gefechtsverband der Israel Defense Force (IDF) auf dem Flughafen Entebbe 106 Geiseln aus der Hand palästinensischer Terroristen.
Die Mercedes-Benz-Limousine, mit der der IDF-Gefechtsverband das Herannahen eines hohen ugandischen Funktionärs vortäuschte - ein zentrales Element der Operation. Foto: IDF

Die Operation „Thunderbolt“ – später zur Ehrung des dabei gefallenen Kommandeurs der Spezialeinheit Sayeret Matkal, Jonathan „Yoni“ Netanjahu in Operation „Jonathan“ umbenannt – gehört bis heute zu den herausragenden Beispielen für erfolgreiche Einsätze von Spezialkräften.Immerhin gelang der IDF eine Geiselbefreiung rund 4000 Kilometer von der eigenen Heimat entfernt in feindlichem Umfeld.

Freitag, 1. Juli 2016

25 Jahre Panzeraufklärer - Wehrdienst im Werra-Meißner-Kreis

Hessisch-Lichtenau (ww) Am heutigen Tage sehe mir der geneigte Leser bitte etwas autobiographische Nostalgie nach. Der 1. Juli 1991 war ein sonniger Montag. Bis zum Abend hatte ich, der frischgebackene, gerade 19 Jahre alt gewordene Abiturient vom altsprachlichen Kaiserin-Friedrich- Gymnasium aus Bad Homburg, mich in der Panzeraufklärungsausbildungskompanie 3/2 in Hessisch-Lichtenau zu melden.
Staatsbürger in Uniform - Sommer 1991 im Reiche der Frau Holle. (Foto: JPW)
Meine liebe Mutter brachte zwei Mitabiturienten, Werner B. und Andreas H., und mich an den Bahnhof in Friedberg, von wo aus wir per Dampfross unsere abenteuerliche Reise nach Nordhessen antraten. Wir alle hatten nur ungenaue Vorstellungen, was uns in der gerade gesamtdeutsch gewordenen Bundeswehr ohne Bedrohungsbild erwarten würde. Und so fuhren wir mit einer gewissen Neugierde zum Wehrdienst.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Kommentar: Kopfsache

Berlin (ww) Am 30. Juni 2011 verließen vorerst letztmalig Grundwehrdienstleistende die Kasernen der Bundeswehr. Hält mit dem Auszug der Wehrpflichtigen demnächst Professionalität in den deutschen Streitkräften Einzug? Sicher erscheint zunächst eines: Das oft gehörte Argument, wonach die Einsatzarmee durch Ausbildung und Ausrüstung von militärisch nicht sinnvoll einzusetzenden Grundwehrdienstleistenden personell, strukturell und finanziell belastet“ sei, entfällt als Ausrede für ihre vermeintlich mangelnde Professionalität.
Fallschirmjäger des Fallschirmjägerregiments 31 bei einer Evakuierungsübung. Foto: Bundeswehr/Jane Schmidt
Professionalität ist vor allem Kopfsache. Da die Bundeswehr von heute nicht mehr bloß im Einsatz, sondern im Gefecht steht, definiert sich soldatische Professionalität vor allem durch die Fähigkeit zu kämpfen. Im Gefecht besteht nur, wer über Einsatz- bzw. Kampfbereitschaft verfügt („Combat Mindset“). Dies erfordert zweifellos auch bei manchem Zeit- und Berufssoldaten eine Rückbesinnung respektive eine Neuorientierung.

Dienstag, 28. Juni 2016

Eurosatory 2016-Eindrücke Teil II – weitere Spähtruppergebnisse

Paris (ww) Schon der Besuch dreier europäischer Systemhäuser während der diesjährigen Eurosatory hatte – wie bereits berichtet – einige Neuigkeiten und sich verstetigende Trends aufgezeigt: Modernisierung, Wirkung, Vernetzung, unbemannte Systeme. Diese Eindrücke bestätigten sich zudem bei meinen weiteren Spähtrupps über die übrige Eurosatory 2016.
Ein Willy's Jeep in SAS-Ausführung - ein Exponat der UNIVEM. (Foto: JPW)

Ein weiteres (ebenfalls schon angesprochenes) Themenfeld bildete die Ausstattung von Spezialkräften insbesondere mit Fahrzeugen. Sogar ein „Urvater“ dieser schnellen, starken und simplen Plattformen war zu sehen, ein Willy’s Jeep wie im Zweiten Weltkrieg vom Special Air Service Regiment eingesetzt. Das Exponat gehörte freilich zu der Militärfahrzeugsammlervereinigung UNIVEM. Doch auch modernere Systeme gab es zu sehen.

Montag, 27. Juni 2016

Eurosatory 2016-Eindrücke Teil I

Paris (ww) Paris bildet dieses Jahr nicht nur die europäischen Fußball-Schlachtenbummler, sondern auch für die Defence-Community ein wichtiges Reiseziel. Relativ zeitgleich mit dem Beginn der UEFA Euro 2016 öffnete die Eurosatory vom 13. bis zum 17. Juni in der Metropole an der Seine ihre Tore. 1.572 Aussteller aus 56 Ländern und 57.018 Besucher aus 151 Staaten trafen sich auf der wichtigsten Rüstungsmesse auf dem europäischen Festland.
Der gemeinsame Messestand von Nexter und KMW auf der Eurosatory 2016. Foto: JPW

Die Eurosatory spiegelte natürlich die gegenwärtigen sicherheitspolitischen Umwälzungen wider. Umfassende Streitkräftemodernisierungen erscheinen inzwischen ernstgemeinter und gelten nicht mehr wie früher als reine Sonntagsrednerei. Weiterhin rückt die Fähigkeitskategorie „Wirkung“ noch mehr in den Vordergrund – und zwar durchaus im Hinblick auf eine symmetrische Kriegführung.
Ein weiteres großes Thema bildete in den letzten Jahren die Konsolidierung des europäischen Rüstungsmarktes. Mit großer Spannung erwartete die Community den ersten gemeinsamen Auftritt des französischen Systemhauses Nexter und des deutschen Wehrtechnikkonzerns Krauss-Maffei Wegmann (KMW). Im ersten Teil der Eurosatory-Eindrücke stehen daher die Systemhäuser KNDS, Rheinmetall und THALES im Mittelpunkt.