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Freitag, 1. Mai 2020

Vierzig Jahre Fuchs - der bewährte 6x6-Transportpanzer bleibt jung

Kassel (ww) 1979 erfolgte der Serienauftrag, im Dezember 1980 kam der erste Fuchs in die Truppe: Der bewährte 6x6-Transportpanzer wird 40! Entwickelt und gebaut von Thyssen Henschel - heute Teil des Rheinmetall-Unternehmensbereichs Defence - zählt er zu den zuverlässigsten Gefechtsfahrzeugen weltweit.

Der Jubiliar: Transportpanzer TPz Fuchs 1 A8 (Foto: Rheinmetall)
Über 1.400 Exemplare wurden gebaut. Streitkräfte zahlreicher Nationen setzen den Fuchs in unterschiedlichsten Varianten ein, z.B. zum geschützten Mannschaftstransport, als Gefechtsstand oder Ambulanz sowie zur mobilen ABC-Aufklärung. Gerade diese ABC-Aufklärungsvariante machte den Fuchs spätestens zu Beginn des Zweiten Golfkriegs weltberühmt. Er wurde in vielen Krisengebieten erfolgreich zur Gefahrenabwehr eingesetzt. So haben sich die knapp 300 bislang produzierten ABC-Spürfüchse in der Bundeswehr, der US Army, sowie den Streitkräften der Vereinigten Arabischen Emirate, Großbritanniens, Kuwaits, der Niederlande und Norwegens vielfach bewährt. Herzstück des „ABC-Spürfuchses“ ist eine umfangreiche, vollintegrierte Geräteausstattung zur Identifikation und Analyse von atomaren, biologischen und chemischen Kampfstoffen.
Die Bundeswehr nutzt den Transportpanzer 1 Fuchs – kurz „TPz“ – seit dem Serienauftrag 1979 in einer Vielzahl von Varianten und vertraut bei Ihren Auslandseinsätzen u.a. in Afghanistan und Mali auf seine Robustheit und Zuverlässigkeit.
Gebaut wurde der Fuchs ursprünglich von Thyssen Henschel, heute Teil des Unternehmensbereichs Defence der Rheinmetall AG (Foto: JPW)

Ich selbst erinnere mich noch gut an die erste Begegnung mit dem Fuchs, die tatsächlich vor rund 40 Jahren in Kassel erfolgte. Ich war damals zu Besuch bei meinen Verwandten in der nordhessischen Metropole. Mein Onkel schlug vor, daß wir einen kurzen Ausflug an die Fulda machen sollten. Dort trainierte mein Cousin mit seiner Rudermannschaft. Auf dem Weg in die Aue sah ich in der Fulda eine Plattform schwimmen, die sich fontänenschießend durchs Wasser arbeitete. Das war ein Fuchs im amphibischen Einsatz! Das neue Fahrzeug wurde dort an einem Wasserübungsplatz der Bundeswehr erprobt und als er später aus dem Wasser fuhr, war ich schwer beeindruckt.
Obwohl gelernter Leo-Mann hatte ich als Fahnenjunker während meiner Dienstzeit die Ehre, im Rahmen der Brigadegefechtsübung "Schneller Degen 3" Ende 1992 als Fuchs-Kommandant eingesetzt zu werden. Als stets infanteristisch begeisterter Kavallerist war ich bei dieser freilaufenden Übung als Führer Gefechtstandsicherung unserer stolzen 2./PzAufklBtl 2 eingesetzt. Ein Highlight meiner aktiven Dienstzeit, auch wegen des TPz Fuchs! Seither firmiert er bei mir als das "zweitschönste Auto der Bundeswehr" - nach dem Leopard 2A4, versteht sich.
Schnappschuss von der Übung "Schneller Degen 3" Ende 1992 (Foto: JPW)

Die derzeit modernste bei der Bundeswehr eingeführte Version TPz 1 A8 gewährleistet gegenüber älteren Modellen einen stark verbesserten Schutz gegen ballistische Bedrohungen sowie vor Minen und Sprengfallen. Zu den wesentlichen Modifikationen des TPz 1 A8 zählen strukturelle Änderungen der Wanne, neue Achsen, Verstärkungen der Radkästen, Türen und Scheibenaufnahmen sowie zusätzliche Staukästen und Verstärkungen im Außenbereich. Rheinmetall wird bis Ende 2020 insgesamt 272 Füchse der Bundeswehr auf den aktuellen Stand 1A8 hochrüsten.
Der Fuchs 1A8 (Foto: Rheinmetall)

Darüber hinaus hat Rheinmetall bereits die nächst modernere Version entwickelt, die sich durch ein neues Triebwerk, ein neues Verteilergetriebe, eine neue Bremsanlage, ein verbessertes Lenksystem sowie ein Monitor- und Kamerasichtsystem auszeichnet. Das macht den TPz 1 Fuchs noch beweglicher im Gelände und noch ergonomischer zu bedienen.
Mit einer Flottenverfügbarkeit von über 90 Prozent steht der TPz 1 Fuchs wie kaum ein zweites Fahrzeugsystem als Garant für Zuverlässigkeit im Einsatz und zählt damit zu den beliebtesten Fahrzeugsystemen der Bundeswehr.
Die aus dem TPz 1 Fuchs abgeleitete Exportvariante Fuchs 2 ist eine Weiterentwicklung und verfügt unter anderem über einen vergrößerten Innenraum, ein leistungsstärkeres Triebwerk, ein modernisiertes Fahrwerk und eine digitale Fahrzeugelektrik. Der Fuchs 2 wird u.a. durch die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und einen weiteren Kunden in der MENA-Region genutzt.
Rheinmetall sieht den Fuchs noch ausbaufähig: "Seine hohe Beliebtheit bei einer breiten internationalen Nutzerbasis und die dadurch gewährleistete kontinuierliche Produktpflege und Weiterentwicklung ermöglichen es, den Fuchs noch deutlich über das Jahr 2035 hinaus in der Nutzung zu halten."
Herzlichen Glückwunsch zu diesem Jubiläum! Panzer Hurra und Horrido!
www.rheinmetall.de

Dienstag, 28. April 2020

Hohe Absetzhöhe - niedrigste Temperaturen - Russische Streitkräfte üben HAHO-Verfahren bei taktischer Übung in der Arktis

Nagurskaja (ww) Russische Fallschirmjäger sind erstmals im High Altitude-High Opening (HAHO)-Verfahrern über der Arktis abgesprungen. Die Springer - Fallschirmspezialkräfte - wurden dabei aus 10.000 Metern Höhe aus einer Iljuschin IL-76 abgesetzt und landeten bei der russischen Basis Nagurskaja auf der Franz-Josef-Land-Inselgruppe im Nordpolarmeer. Nagurskaja ist die nördlichste Militärbasis der russischen Streitkräfte.
Russische Fallschirmspezialkräfte bei der Übung bei Nagurskaja (Foto: Verteidigungsministerium Russland)
Bei dem Sprung kam ein neues Fallschirmsprungsystem einschließlich Sauerstoff- und Navigationsgeräten zum Einsatz. Auch verfügen die russischen Streitkräfte offenbar über eine neue Kälteschutzbekleidung in einem Schneetarnmuster. Von der Übung kursieren spektakuläre Videos im Netz.


Die Vorauskräfte erkundeten im Anschluss eine Landezone für die Hauptkräfte, welche dann aus 2.000 Metern Höhe abgesetzt wurden. Im weiteren Verlauf einer drei Tage langen Übung wurden gemeinsam mit einer Taktischen Gruppe der Nordflotte Aufklärungsverfahren einschließlich des Drohneneinsatzes am Kap Nimrod geübt.
"Zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte haben wir das Absetzen einer Gruppe mit Spezialfallschirmsystemen aus 10.000 Metern Höhe in arktischen Bedingungen geübt - einschließlich einer darauf folgenden mehrtägigen Gefechtsübung", so der stellvertretende russische Verteidigungsminister Junus-bek Jewkurow, selbst gelernter Fallschirmjäger. "Das hat vorher noch niemand gemacht." Ähnliche Übungen sollen jetzt jährlich erfolgen.




Bundesheer öffnet Tunnelblick - Schicht im Schacht für Terroristen

Erzberg, Österreich 2020 (ww) Umfassende Landesverteidigung schließt den Kampf um kritische Infrastruktur ein. Hierzu gehören ohne Zweifel Bergwerke. Aber auch Autobahn-, Straßen- oder U-Bahn-Tunnel können heute Einsatzumfelder sein, in denen militärisch agierende Gegner bekämpft werden müssen.
Wie man dafür sorgt, daß für etwaige Angreifer unter Tage möglichst schnell Schicht im Schacht ist, evaluierte vor kurzem das österreichische Bundesheer umfangreich: Fünf Wochen lang trainierte eine Kampfgruppe in Kompaniestärke am steirischen Erzberg im Tunneltrainingsgelände „Zentrum am Berg“ den Kampf unter Tage.
Infanteristen des Jägerbataillons 18 im Einsatz unter Tage. (Bundesheer/Kiedl)
Das Ganze geschah im Rahmen des militärischen Forschungsprojektes "NIKE" (Nachhaltige Interdisziplinarität bei Komplexen Einsätzen untertage). Dabei soll die Fähigkeit der Streitkräfte zum Kampf unter Tage weiterentwickelt werden. Die zuständige Projektgruppe unter Oberst Peter H. koordiniert die Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Hierbei wirken militärische und zivile Experten der Montanuniversität, Spezialisten mit montanistischem Know-How aus der Miliz sowie erfahrene Vertreter der unterschiedlichen Blaulichtorganisationen zusammen. „Wir entwickeln die dringend erforderliche Fähigkeit zum unterirdischen Kampf weiter“, so Oberst H. „Dafür steht uns mit dem 'Zentrum am Berg' der Montanuniversität eine perfekte Infrastruktur für Training, angewandte Forschung und Entwicklung zur Verfügung.“

Kampfgruppe in Kompaniestärke
Die kompaniestarke Übungstruppe bestand aus rund 100 Soldaten. Ihr gehörten Berufssoldaten des Jägerbataillons 18, ein Pionier- und Kampfmittelabwehrzug sowie Spezialisten der ABC-Abwehrtruppe an.
Die Soldaten tragen schweren Atemschutz. (Bundesheer/Kiedl)
Das Forschungs-, Entwicklungs- und Trainingszentrum der Montanuniversität Leoben bot für die waffengattungsgemeinsame Zusammenarbeit unter Tage ein herausforderndes Übungsgelände: insgesamt vier Kilometer Anlagen standen zur Verfügung. Im Rahmen der Übungen erfolgten Evaluierungen von Taktiken, Adjustierung einschließlich Nachtsichttechnologie und schweren Atemschutzes sowie weiterer Einsatzmittel wie Spürhunde oder Spezialausrüstung wie etwa Höhlenforscherleitern.
Kampfmittelbeseitiger unterstützen die Einsatzkräfte. (Bundesheer/Kiedl)

Höhepunkt des fünf Wochen langen Erprobungsblocks war das Zusammenwirken aller Einheiten im Rahmen eines realitätsnahen Einsatzszenarios unter Tage.
Verwundetenevakuierung durch den ABC-Abwehrtrupp. (Bundesheer/Kiedl)

Major Rosche F., Kommandant der Kampfgruppe: „Der Einsatz unter der Erdoberfläche birgt andere und höhere Risiken und wir trainieren Soldaten zum Kampf gegen militärisch handelnde Angreifer in einem Tunnelsystem mit schwerem Atemschutz unter simulierter Einsturzgefahr nach einem Bombenanschlag und zugleich in völliger Dunkelheit nach einem Stromausfall – denn wir gehen von einem komplexen Einsatzszenario aus.“

Erste Erkenntnisse
Zum Übungsende zog das Bundesheer ein positives Fazit. Insbesondere hinsichtlich des Kampfes in toxisch belasteten Untertagesystemen konnte ein erheblicher Erfahrungsgewinn verzeichnet werden. Darüber hinaus erfolgte erstmals bei der Übung der Testeinsatz eines Schützenpanzers Ulan in einem Straßen- und Eisenbahntunnel. Dabei erwies sich das Kettenfahrzeug für die Soldaten als effektiver Schutz und wirksame Unterstützungsmöglichkeit, um gegen militärisch agierende Attentäter vorzugehen.
Der Schützenpanzer Ulan bewährte sich unter Tage als Kampfkraftmultiplikator.(Bundesheer/Kiedl)

„Wir haben mit Abschluss dieses Forschungsabschnittes sehr wichtige Erkenntnisse gewonnen“, so Oberst H. „Diese werden nun genau analysiert und sollen für weitere Erprobungen und Ausbildungsvorschriften zur Verfügung stehen. Immerhin geht es hier um die Bewältigung einer komplexen Bedrohung für unsere Mitbürger – und das unter möglichst großem Schutz für unsere Soldatinnen und Soldaten. Wir haben einen großen Schritt in der Fähigkeitsentwicklung im militärischen Kampf unter Tage unter komplexen Bedingungen gemacht.“
Der S&T-Blog gratuliert dem Übungsverband zur erfolgreichen Öffnung des Tunnelblicks mit einem kräftigen „Glück auf!“

www.bundesheer.at

Sonntag, 26. April 2020

Fundstück vom Wochenende: MBTC - scharfe Geschütze gegen Covid-19?

Frankfurt a. M. (ww) Unsere Freunde vom Meadow Bridge Training Center (MBTC) ließen die Zeit in Home Office nicht ungenutzt verstreichen. Sie scheuten keine Mühen und Risiken, um herauszufinden, was gegen Covid-19 wirklich hilft. Das Ergebnis ist auf youtube zu bestaunen:

Lachen ist ja bekanntlich gesund! Danke an Alex für den Hinweis. Insofern: Stay home, stay safe und auf bald!

Donnerstag, 23. April 2020

C.G. Haenel CR223 wird Dienstgewehr in Sachsen - Mitteldistanzwaffe als flächendeckendes Führungs- und Einsatzmittel im Freistaat

Dresden (ww) Die sächsische Polizei führt flächendeckend das C.G. Haenel CR223 als Mitteldistanzwaffe ein. So sollen rund 2.300 Dienstgewehre und ca. 400 Trainings-Sets beschafft werden. Sachsen geht damit als ein weiteres Bundesland den Schritt zu einer querschnittlichen Mitteldistanzwaffe. „Nach unserer Einschätzung wird die derzeit genutzte MP 5 den veränderten, zu bewältigenden polizeilichen Lagen vor allem mit terroristischem Hintergrund nicht mehr voll gerecht“, teilen die sächsischen Kollegen auf Nachfrage mit. „Daher hat sich die Polizei Sachsen zur Beschaffung eines Dienstgewehres entschieden, welches die bisherige Maschinenpistole flächendeckend ablösen wird.“
CR223 in Mitteldistanzwaffen-Konfiguration (Foto: CGH)
Insgesamt sind für die Beschaffung der neuen Dienstgewehre, einschließlich Trainingswaffen und Zubehör ca. 9,2 Millionen Euro eingeplant. „Eine der Entwicklung der kommenden Jahre erforderliche Anpassung hinsichtlich der Beschaffungsmenge ist vertraglich möglich und festgeschrieben.“ Zu einzelnen Leistungsmerkmalen des halbautomatischen Gewehres mit Kurzhub-Gaskolbensystem im Kaliber 5,56mm x 45  gibt es aus einsatztaktischen Gründen keine näheren Informationen. Es kann aber als sicher gelten, daß das Peripheriegerät eine Optik, Wechselmagazine, Putzzeug und weiteres Zubehör umfasst. Ein Trainings-Set besteht aus einer Farbmarkierungswaffe und einer reinen nicht schussfähigen Waffe (Rotwaffe) mit identischem Aufbau und Anbauteilen.
Zur Beschaffung gehört natürlich auch das Training: “Im Rahmen der Aus- und Fortbildung wird jeder sächsische Polizeivollzugsbedienstete vor der Nutzung, unter Verwendung einer neu geschaffenen Aus- und Fortbildungskonzeption, mit diesem Führungs- und Einsatzmittel im erforderlichen Umfang vertraut gemacht”, so die Polizei des Freistaates. “Diese Konzeption ist fester Bestandteil und Grundlage für die weitere kontinuierliche Schulung.”
Bereits 2017 erhielt die sächsische Polizei die ersten Haenel CR223, hier gezeigt bei einer Vorführung neuer Ausrüstung durch den damaligen Innenminister Markus Ulbig (M.) (Foto: SMI Sachsen)

Die Waffenschmiede C.G. Haenel aus dem benachbarten Freistaat Thüringen konnte sich mit diesem jüngsten sächsischen CR223- Auftrag in einem europaweiten Vergabeverfahren durchsetzen. Sie knüpft damit an frühere Erfolge an. Bereits 2017 hatte die sächsische Polizei die ersten Exemplare des CR223 als Mitteldistanzwaffe eingeführt. Seinerzeit erfolgte die Beschaffung im Rahmen der Ausrüstung der sächsischen Polizei mit Führungs- und Einsatzmitteln zur Bewältigung von lebensbedrohlichen Einsatzlagen. Ebenso erhielten Spezialeinsatzkräfte der sächsischen Polizei CR223.
Den Weg zur querschnittlichen Mitteldistanzwaffe – also einem Streifen- oder Dienstgewehr – gehen auch Schleswig-Holstein und Hessen. Das meerumschlungene Bundesland im Norden führt das SIG MCX ein (522 Stück), während die Polizei Hessen derzeit rund 2.000 Stück Heckler&Koch G38 in einer halbautomatischen Version nebst Zubehör beschafft. Der Freistaat Bayern hat 800 Exemplare des FN SCAR-L als Mitteldistanzwaffen eingeführt, gibt diese jedoch nicht querschnittlich aus.

www.cg-haenel.de

Mittwoch, 22. April 2020

CoB556 - neuer innovativer Dämpfer aus Deutschland

Maierhöfen (ww) Prinz Waffentechnik und die CSC Arms Division GmbH haben den neuen Signaturdämpfer CoB556 vorgestellt. Der 159mm lange und 499 Gramm schwere Dämpfer misst 44 mm im Durchmesser und ist auf Nutzung auf militärischen bzw. zivilen Waffen in den Kalibern 5,56mm x 45 bzw. .223 Remington ausgelegt.

Der CoB556 verfügt über eine äußere Hexagon-Struktur (Foto: Prinz-Waffen)
Über jedes gängige nach Kundenwunsch vorgegebene Gewinde lässt er sich auf der Mündung anbringen. Eine weitere Anpassung der Waffe ist nicht notwendig. Nach Firmenangaben liegt die Dämpfungsleistung bei 15-20 db (Kaliber 5,56 x 45mm). Entscheidender Vorteil des CoB556 – CoB steht für Combat Breath – ist die Elimination des Back-Blast, also der nach hinten austretenden heißen Gase. Weiterhin verstärkt der Dämpfer den Rückstoß nicht, wohningegen er natürlich den Mündungsblitz reduziert. Das vermindert die Eigenblendung des Schützen bei Dunkelheit und auch dessen Aufklärbarkeit und trägt darüber hinaus zur Freund-Feind-Kennung bei.
An der Mündung befindet sich ein Glasbrecher (Foto: Prinz-Waffen)

Der wartungsfreie CoB556 ist mit einer Cerakote-Beschichtung versehen und serienmäßig in den Farben schwarz, grün und sandfarben verfügbar. Weiterhin verfügt er über einen Glasbrecher an der Mündung. Ein Trainingsdämpfer mit identischen Ausmaßen für PT-, FX- und UTM-Munition ist ebenfalls verfügbar. Die unverbindliche Preisempfehlung für den CoB556 liegt bei 999 Euro.

www.prinz-waffen.de
www.armsdivision.eu

Montag, 20. April 2020

TTS - ein neues Bullpup-Scharfschützengewehrsystem aus Deutschland

Dietingen/Nagold (ww) Tec Target Schneider – kurz TTS – und sein Vertriebspartner I-E-A Mil-Optics GmbH haben auf der GPEC 2020 ein neues modulares Scharfschützengewehrsystem in Bullpup-Bausweise vorgestellt.
Das TTS-System (Foto: JPW)
Für das Gewehr stehen mehrere Lauflängen und Kaliber (derzeit 6 x 47 Lapua, 6.5 Creedmoor, .308 Win, .300 Win Mag und .338 Lapua Magnum) sowie unterschiedlich lange Vorderschäfte zur Verfügung. Die beidseitig bedienbare Waffe lässt sich individuell an den Schützen anpassen. Diese verfügt über eine Dreistellungssicherung (Einzelschuss, sicher/Verschlusskammer beweglich, sicher/Verschlusskammer gesperrt), einen Matchabzug, einen Erdsporn und ist hängend am verstellbaren Zweibein unter dem Schwerpunkt gelagert. Edelstahlläufe und Oberflächen sind überwiegend DLC-beschichtet. Die Magazinkapazität umfasst fünf Patronen.
Die modulare Bauweise der Waffe ermöglicht dem Anwender, den Laufwechsel in verschiedenen Kalibern und Lauflängen in wenigen Minuten selbst vorzunehmen.
Der Vorteil das Bullpup-Systems liegt gerade im Präzisionsschützenbereich auf der Hand. Die Waffe behält trotz präzisionstauglicher Lauflänge kompakte Ausmaße. Hierdurch kann sie der Präzisionsschütze unauffälliger transportieren und seine Stellung verdeckt erreichen. Weiterhin ist das Schießen aus beengten Stellungen oder Fahrzeugen heraus einfacher möglich.
TTS-Geschäftsführer Hubert Schneider lernte sein Handwerkszeug in den ehemaligen Mauser-Werken in Oberndorf. In der schwäbischen Wiege deutscher Handwaffentechnik war er bis zu seinem (Un-)Ruhestand in der Entwicklungsabteilung der Rheinmetall Waffe und Munition GmbH beschäftigt.
Vertriebspartner der innovativen TTS-Waffensysteme ist IEA Mil-Optics GmbH aus Nagold. Bestellungen sind ab sofort möglich.

www.i-e-a.de

Sonntag, 19. April 2020

Operation Mondlicht - Direct Action des KSK im Oktober 2012 in Afghanistan

Calw/Baghlan (ww) Von diesem Direct Action-Einsatz  des Kommandos Spezialkräfte berichten die Kollegen Maximilian Kiewel und Christian Spreitz in der heutigen Ausgabe der Bild am Sonntag (19. April 2020). Die Operation Mah Taabi ("Mondlicht") erfolgte am 12. Oktober 2012. Ziel war es, gemeinsam mit afghanischen Spezialkräften den Terroristenführer Hassan Jan festzunehmen. Dieser galt als der Drahtzieher eines IED-Anschlags auf die Bundeswehr, wobei am 2. Juni 2011 ein Schützenpanzer Marder zerstört wurde. Dabei fiel Oberstabsgefreiter Alexej Kobolew.
Wie die BamS-Kollegen berichten, erfolgte der Zugriff lagebedingt freilich nicht bei Mondlicht, sondern am Tage. Als bekannt wurde, daß sich Hassan Jan mit anderen Taliban-Führern treffe, wurde der Einsatz ausgelöst. Per Lufttransport mit CH-53 erreichten die deutschen und afghanischen Spezialkräfte von Kigali aus den Einsatzort Zaman Khel (Provinz Baghlan). Schon bei der Annäherung gerieten die Kräfte unter Feuer. Es entwickelt sich ein langes Gefecht, insgesamt dauerte die Operation rund acht Stunden. Bei dem Einsatz fiel ein afghanischer Kommandeur und drei deutsche Kommandos wurden verwundet. Schließlich gelang es der Einsatzgruppe aber, Hassan Jan und 16 weitere Taliban festzunehmen. Sie wurden den afghanischen Behörden übergeben.

Freitag, 17. April 2020

Fundstück zum Freitag - Home Office mit Humor

Krefeld (ww) Keine Frage, die COVID-19-Pandemie hält die gesamte Gesellschaft und damit auch die Tactical Community noch immer fest im Griff. Trotz aller Widrigkeiten: Humor hilft, denn Lachen ist ja bekanntlich gesund! Daher zeige ich hier gerne den Entwurf für neue Home-Office-Tätigkeitsabzeichen.


Vielen Dank an dieser Stelle an den S&T-Blog-Leser Frank, der mir dieses Bild heute zukommen ließ. Schönes Wochenende und: Bleibt gesund!

Donnerstag, 19. März 2020

Projekt G26 neu aufgelegt - Bundeswehr sucht 145 Scharfschützenwaffen kurze Reichweite

Koblenz (ww) In das zwischenzeitlich unterbrochene Projekt G26 der Bundeswehr kommt wieder Bewegung. So veröffentlichte das BAAINBw am 19. März 2020 die Ausschreibung für die "Scharfschützenwaffe kurze Reichweite (SSchtzWa kRw) G26". Insgesamt möchte die Bundeswehr derzeit 145 Waffen beschaffen. Zehn Nachweismuster und 135 Stück für die Serie. Dazu kommen 507.000 Schuss Munition. Davon sind 267.000 für die Nachweisführung und 240.000 für die Serie vorgesehen.
Das G26 wird im infanteristsichen Werkzeugkasten das G27 - hier im Bild - ergänzen. (Foto: Bundeswehr)

Aus der Kurzfassung der Konstruktionsmerkmale ergibt sich, daß die Bundeswehr als G26 einen halbautomatischen Gasdrucklader im Kaliber 7,62mm x 51 NATO mit verstellbarer Gasabnahme in grauer Farbgebung ("Sniper-grau") fordert. Die Länge ohne Mündungsbremse und mit eingeschobener Schulterstütze soll maximal 900 mm betragen. Das Gesamtgewicht der Waffe  ohne Mündungsbremse, Visiereinrichtung und Zubehör aber mit Montageschienen und leerem 10-Schuss-Magazin soll 4.500 Gramm nicht überschreiten. Gehäuse und Rohr sollen eine Lebensdauer von mindestens 6000 Schuss aufweisen.  Weiterhin soll der Einsatz in Gebieten der Klimakategorien A 1-3, B 1-3, C 1-2 und M 1-3 gemäß STANAG 4370 ohne Einschränkung der Funktionalität möglich sein (lediglich bei C 1-2 werden  Einschränkungen der Batterielebensdauern eingeräumt).
Weitere Forderungen sind:  STANAG 4694-Schienen an Handschutz und Waffenoberseite, beidseitige Bedienbarkeit, Mündungsbremse, Signaturdämpfersatz (bestehend aus Signaturdämpfer kompakt, Signaturdämpfer Unterschall, Signaturdämpfer Training). Zum geforderten Zubehör gehören weiterhin 10- und 20-Schuss-Magazine, Reinigungsgerät, Hülsenfangsack, Ladelehren, Schnittmodell, Sonderwerkzeugsätze und Drehmomentsätze.
Zur Durchführung einer Vergleichserprobung sind fünf Waffenmuster mit Zubehör sowie 20.000 EA Schuss Präzisionsmunition zu liefern. Der Ankauf der Waffen und Munition erfolgt durch einen separaten Beschaffungskurzvertrag (BKV), welcher mit den Vergabeunterlagen versendet wird. Der Vertragsschuss des BKV erfolgt nach Angebotsabgabe. Die Lieferung der Vergleichsmuster erfolgt im Rahmen einer Produktvorstellung und muss in KW 31/2020 - also Ende Juli geschehen.
Weitere Bedingungen: Der Bewerber muss den Auftraggeber im Auftragsfall über jede geplante Änderung in seiner Lieferkette sowie bei seinen Nachunternehmern im Voraus informieren und diese mit dem Auftraggeber abstimmen. Überdies muss der Bieter für die nächsten 20 Jahre die Ersatzteilversorgung sicherstellen und -für den Fall, dass er nicht mehr in der Lage ist, diese sicherzustellen - alle Mittel zur Verfügung stellen, die für die Herstellung von Bauteilen, Bausätzen, Nachbauten und ggf. speziellen Testgeräten einschließlich der Maschinen, Hard- und Software, technischer Zeichnungen (wie Konstruktions-/ Baupläne), Dokumentation, Lizenzen und Bedienungsanleitungen auch durch Dritte erforderlich ist.  
Bemerkenswert an dem Projekt ist derzeit zweierlei. Erstens: Die Katalogisierungsnummer G26 war einst für eine "Unterstützungswaffe kurze Reichweite KSK und Feldjäger" vorgesehen. Es ist eine Kandidatenwaffe von Heckler&Koch aus der 416-Familie in 5,56mm x 45 bekannt, wobei das Projekt unterbrochen wurde.
Der damalige Entwurf des G26 als Unterstützungswaffe kurze Reichweite für KSK und Feldjäger" von Heckler&Koch (Foto: Heckler&Koch)

Seinerzeit gab es offenbar auch Überlegungen, diese Waffe in 6.5 Creedmoor oder .260 Remington zu beschaffen.  Beim Neustart ist jetzt das Kaliber 7,62mm x 51 NATO vorgegeben, wobei eine auf Waffe und Einsatzzweck abgestimmte Präzisionsmunition gefordert ist - damit setzt das BAAINBw konsequent den Waffensystemgedanken um. Zweitens: Es ist keine ITAR-Freiheit gefordert. Damit können sich auch Firmen aus den USA bewerben.
Interessierte Unternehmen können bis zum 20. April 2020 um 13:00 Uhr ihre Teilnahme beantragen. Wir werden weiter über das Vorhaben berichten.